Niebüll/Leck : Protest gegen CO2-Endlager zieht Kreise

Der Widerstand gegen das Kohlendioxid-Endlager ist ungebrochen. Gestern Abend demonstrierten wieder mehr als 300 Bürger in Niebüll und Leck. Mit dabei waren Vertreter des Bauernverbandes.

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23. Juni 2009, 11:33 Uhr

Niebüll/Leck | Der Protest gegen die CO2-Speicherung zieht weitere Kreise. In Niebüll und Leck haben sich gestern Landwirte mit Schleppern an den Demonstrationen beteiligt.

"Wir werben für unsere Produkte mit einer frischen und sauberen Natur", sagte Kreisbauernvorsitzender Wolfgang Stapelfeldt. Vehement wandte er sich gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke, die ihren CO2-Ausstoß in den Norden lenken würden. Den Befürwortern der umweltschädlichen Planungen hält Stapelfeldt entgegen, dass die heimischen Bauern engagiert für erneuerbare Energien eintreten. "Bis zum Jahr 2020 können wir es schaffen, die Hälfte des Strombedarfs aus sauberer Windkraft, Solarenergie und nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren."
Alte Hüte an die Tür hängen

Demo-Organisator Andreas Schönefeld reichte unter den knapp 200 Teilnehmern der Montags-Demo Flugblätter herum, auf denen Tipps vermittelt wurden, wie man dem Protest Ausdruck verleihen kann. Auf dem Flyer heißt es: "Verhindert CO2-Endlager, malt, fotografiert, filmt und schreibt Kommentare - oder dichtet Lieder, singt, rockt, spielt, trommelt mit Kochtöpfen und deutet damit an, dass der Widerstand wächst." Weiter wird empfohlen, Bilder und Sprüche in den Vorgärten, Fenstern und an den Häusern und alte Hüte vor die Tür zu hängen - weil Kohlekraftwerke eben alte Hüte seien.

Die Bürgermeister der Region werden gebeten, nach Berlin zu fahren und gegen das CCS-Gesetz zu protestieren.

Werner Asmus (Schafflund), Chef der großen Protestaktion, machte den Südtonderanern ein Kompliment für ihre Rolle als Demo-Vorreiter und ermunterte die Bürger, sich auch an weiteren Aktionen zahlreich zu beteiligen.
Nur ich und mein Lohnunternehmer

Altbürgermeister Heinz Loske plädierte für Solidarität mit der Nachbargemeinde: "Niebüll ist zwar nicht als betroffen genannt, Risum-Lindholm ist es. Und weil beide auf einer Sanderinseln leben, sind sie auch gemeinsam betroffen."

Begleitet von rhythmischen Trommelklängen protestierten gestern Abend über 100 Bürger auf dem Platz vor der St.-Willehad-Kirche in Leck. Ein Großteil zeigte mit gelben T-Shirts Flagge und signalisierte: "Auf mein Land kommen nur ich und mein Lohnunternehmer."

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