Prominenter Platz für moderne Medien

Am E-Circle: Ronald Steiner und Anett Petersen.
Am E-Circle: Ronald Steiner und Anett Petersen.

In der Stadtbücherei Niebüll soll ein „E-Circle“-Terminal die Nutzer auf die Online-Ausleihe aufmerksam machen / Kostenpunkt: 10 000 Euro

shz.de von
30. November 2016, 14:48 Uhr

Es ist knallorange, verfügt über einen „Multitouch-Bildschirm“, „Coverflow“ und weitere technische Raffinessen: das neue E-Circle-Gerät in der Niebüller Stadtbücherei. Klingt äußerst modern – und ist es auch. „Diese Geräte gibt es in Schleswig-Holstein bisher nur in zwei Büchereien, in Nortorf und bei uns in Niebüll“, sagt Bücherei-Leiter Ronald Steiner. Er hat die Anschaffung eines E-Circle-Terminals organisiert, das jetzt frisch geliefert und aufgestellt wurde. 10  000 Euro kostet das Gerät; das Land Schleswig-Holstein gibt eine Fördersumme von 6000 Euro dazu, für den verbleibenden Betrag will die Stadt Niebüll einspringen.

Das Gerät ist als Ergänzung zu den Regalen mit gedruckten Büchern zu verstehen, denn es soll die digitalen Medien sichtbar machen, die allen Nutzern mit Leseausweis der Stadtbücherei zur Verfügung stehen. „Seit 2014 nimmt die Stadtbücherei Niebüll an der ,Onleihe zwischen den Meeren‘ teil. Das sind 24  000 unterschiedliche Titel, verteilt auf 52  000 Exemplare“, erläutert Bücherei–Mitarbeiterin Anett Petersen.

Einen Standort hat das neue Gerät schnell gefunden: genau dort, wo früher die Internet-Plätze waren. Zwei Internetplätze stehen den Bücherei-Besuchern weiterhin zur Verfügung – und dort haben Nutzer auch schon seit 2014 die Möglichkeit, auf E-Books, Audio-Dateien und E-Paper zuzugreifen. Denn die Online-Ausleihe ist natürlich weiterhin 24 Stunden von unterwegs oder zu Hause aus nutzbar, überall dort, wo es eine Internetverbindung gibt – auch ohne E-Circle. Das neue Gerät hat vor allem eine Aufgabe: Aufmerksamkeit schaffen. „Das Terminal ist ein Präsentationsmöbel, um Werbung für die Onleihe zu machen“, erläutert Anett Petersen.

Das moderne Design und die intuitive Menüführung sorgen laut Hersteller dafür, dass der E-Circle nicht nur gut ausschaut, sondern auch für die Besucher kinderleicht zu bedienen ist. Das Gerät soll also Besucher an die Welt der digitalen Medien heranführen und ihnen den Einstieg so leicht wie möglich machen. Am Touchscreen können die Büchereinutzer im digitalen Bestand stöbern, entdecken, suchen und Titel sogar direkt ausleihen. Bilder von Buchcovern und Leseproben sollen neugierig machen, geblättert wird per Fingerwisch.

„Wichtig ist die Verfügbarkeit“, ergänzt Ronald Steiner, „Es werden nur die verfügbaren E-Medien der Onleihe angezeigt. Genau wie in den althergebrachten Bücherregalen findet der Nutzer daher nur Titel, die sofort ausleihbar sind.“ Benutzer können sich die Onleihe-App direkt per angezeigten QR-Code aufs Smartphone herunterladen. Alternativ kann man sich durch Eingabe seiner E-Mail-Adresse den Downloadlink des Titels nach Hause schicken lassen. „Insgesamt haben wir 3000 Leser, rund 200 davon sind Online-Leser“, verrät Anett Petersen. „2016 werden wir rund 7000 elektronische Entleihungen notieren.“

Nutzt auch der Büchereileiter selbst kräftig digitale Medien? „Überhaupt nicht. Ich bin durch und durch ein analoger Mensch. Meine Bücher, meine Zeitung lese ich nach wie vor in Druckform“, sagt Ronald Steiner. Elektronische Medien würden jedoch von den Nutzern in Niebüll immer mehr nachgefragt. „Gerade auch von älteren Menschen. Ich vermute, weil sie an elektronischen Lesegeräten die Schriftgröße und die Beleuchtung entsprechend einstellen können.“ Für den Leiter gehört es dazu, die Stadtbücherei Stück für Stück moderner zu machen. „Ich möchte, dass es in Niebüll eine Bibliothek gibt, die in die Zukunft weist.“


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