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Fachschule für Erzieher : Angehende Erzieher präsentieren in Niebüll ihre Projekte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ob Bobbycar-Bahn, Sinnes-Oase oder Bass gegen Hass: Angehende Pädagogen haben in Gruppen kreative Lösungen ausgetüftelt.

Die Berufliche Schule/Fachschule für Erzieher hat jedes Jahr ein Highlight für die Teilnehmer der Erzieherinnenausbildung parat. Im zweiten Ausbildungsjahr geht es darum, die Arbeit in Kindertagesstätten sowie mit Jugendlichen und Beeinträchtigten zu vertiefen. Dazu gibt es individuelle Projekte, die wochenlanger Vorbereitung umgesetzt und dokumentiert werden. Kürzlich fanden die Präsentationen der aktuellen Mittelstufen der sozialpädagogischen Berufe statt. Spannende Projekte wie die Sinnesoase in den Mürwiker Werkstätten, eine Forscherecke in der Kita Rappelkiste, „Bass gegen Hass“ im Haus der Jugend, eine Bobbycar-Bahn in der Kita Pustblume (wir berichteten) und vieles mehr wurde professionell mit Film und Musik jeweils in 30 Minuten gezeigt.

Mehr als 40 SchülerInnen haben in unterschiedlichen Gruppen gearbeitet. Abteilungsleiter Thomas Friedenberg betonte, dass selbstständiges Arbeiten ein Ziel der Ausbildungsstrecke sei. „Spannend ist, dass die Einrichtungen ihre Probleme und Ideen an uns herantragen.“ So entstünden praxisnahe Projekte, die die jeweilige Gruppe eigenständig lösen müsse. Auch das Einsammeln von Sponsorengeldern gehört dazu.

Die Klassenlehrer Michael Wicher und Gaby Streicher-Wicher betonten, dass die Erfahrungen prägend seien und später enorm im Alltag weiterhülfen. „Die Gruppen arbeiten tagelang zusammen, müssen als Herausforderung Termine und Abläufe annehmen und zielgerecht Lösungen finden.“ Dabei kann sich leicht mal die Stundenzahl erhöhen. So hatte die Bobbycargruppe in fünf Wochen statt 105 Stunden 211 Stunden gearbeitet. „Die Freude der Kinder war uns das aber wert“, hieß es bei der Präsentation.

Viel Resonanz erfuhr auch das Projekt Sinnes-Oase. Dabei ging es um ein „Wahrnehmungsangebot“ für die Tagesförderung der Mürwiker Werkstätten. Ein mit Sand gefüllter Tisch soll „Entspannung und Anregung der Sinne bieten“. Ein Rahmen hält den Sand auf dem Tisch zusammen, der Sand ist unterschiedlich fest. „Man kann daraus Figuren formen“, so Hanna Both aus der Projektgruppe, „geschult werden motorische Fähigkeiten, aber auch die Sensorik.“ Die 14 Mitarbeiter der Mürwiker Werkstätten haben beim Bau tatkräftig mitgeholfen, nach einer Woche war die neue Attraktion fertig. Bei der Einweihung wurde ein großes Fest gefeiert.

Im Projekt „abgefahren“ baute ein Fünferteam gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Haus Hinte einen Fahrradschuppen; bei „Bass gegen Hass“ wurde im Haus der Jugend ein Konzert gegen Hass und Vorurteile organisiert. Viel Beifall gab es auch für die „mobile Forscherecke“ für die „Rappelkiste“, eine integrative Familiengruppe der Lebenshilfeeinrichtungen Niebüll (Leni). Hier setzte sich die Gruppe mit Vorschulkindern zusammen, um verschiedene Experimente anzuleiten. „Dem Forschen wurden keine Grenzen gesetzt.“ Dermaßen eingestimmt entschloss sich die Gruppe mit Zustimmung der Kleinen, vier kleine Tische als rollende Labore einzurichten. Wetterfest bemalt werden diese nun in der „Rappelkiste“ eingesetzt – zur Freude aller Beteiligten.

Aus einem echten Problem entstand ein weiteres Projekt. Die Beschäftigen der Mürwiker Werkstätten haben diverse Verpackungs-Arbeiten im Sitzen zu verrichten. Sie klagten daher regelmäßig über Rückenschmerzen – eine Anregung und Herausforderung für das neu gegründete Team „Fit@work“. Nach langem Studium der Thematik folgte schnell und sehr konkret die praktische Umsetzung. „Mit verschiedenen Übungen haben wir die einseitige Sitzhaltung unterbrochen, die Muskulatur der Mitarbeiter gelockert“, sagte die Vierergruppe. Die Stühle wurden zudem ergonomisch eingestellt. Zum weiteren Programm gehörte in den fünf Projektwochen Walken, Teamspiele und Traumreisen zur Entspannung. „Wir wollten etwas hinterlassen: Eine Handreichung ermöglicht es den Betreuern, die Trainingsformen während der Arbeitszeit weiter fortzuführen. Große Poster erinnern alle an die besprochenen Körperübungen.“

Die jeweiligen Präsentationen wurden vor vollem Haus in der Aula abschließend von einer Oberstufen-Jury bewertet, bevor die Abschlussfeier der „fertigen“ Erzieher im Mittelpunkt stand.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 04:44 Uhr

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