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Holger Schüler in Leck : Probleme auf vier Pfoten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit seinen Hundeerziehungs-Tipps erntete der Tierexperte Holger Schüler in der Lecker Nordsee-Akademie viel Applaus.

von
erstellt am 25.Jan.2016 | 10:19 Uhr

Nicht immer klappt es mit dem Vierbeiner. Mal will „Brutus“ nicht vom Sofa runter. Ein anderes Mal zieht er heftig an der Leine oder kläfft anderen Hunden hinterher. Wer ist Schuld? Meist der Mensch. Das zumindest steht für Holger Schüler fest. Nicht etwa eine Boshaftigkeit des Tieres sei Ursache des Problems, sondern in den meisten Fällen die Inkonsequenz des Besitzers.

Unterhaltsam, mit Witz und viel Körpereinsatz wies am Wochenende der aus Funk und Fernsehen bekannte Tier-Experte die rund 200 Gäste in der Nordsee-Akademie in die hohe Kunst der Hundeerziehung ein. Der sympathische Wormser ist seit Oktober auf Tour und belehrt und unterhält unter dem Titel „1 – 2 oder 3“ ein breites Publikum.

Und das, was Schüler in Leck zu sagen hatte, stellte er nicht über eine langatmige Präsentation dar. Schüler ist hingegen ein Entertainer. Alles was er erklärte, wurde mit geschickt ausgewählten Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag gespickt, die er humorvoll aufarbeitete. So erntete die Geschichte um den Jack Russel Terrier „Rocky“, der es sich nicht hat nehmen lassen, sich mit dem Leonberger „Rambo“ anzulegen, einem Hund, etwa drei Mal so groß wie Rocky. Auf die Frage, ob er keine Angst um seinen Hund hätte, gibt sich das Herrchen des kleineren Hundes entspannt. „Wieso sollte ich Angst um meinen Hund haben? Ich habe doch den Jack Russel.“ Zwischenzeitig war Interaktion vom Publikum gefragt: „Wer hat hier keinen Hund?“, fragte Schüler in die Runde, um sich einen Überblick zu verschaffen. Nur wenige Hände gingen hoch. Klar, eher Hundebesitzer kommen zu solchen Hundeerziehungs-Shows.

Wer hat mehr als einen Hund, wollte Schüler dann aber wissen. „1, 2 oder 3“? Besonders hervor stach eine Dame, die angab, fünf Hunde zu haben, sie selbst sei aber Züchterin, beteuerte sie. Die meisten anderen haben einen oder zwei Hunde. Letzteres wird laut Schüler auch immer häufiger. „Der Trend geht zum Zweithund“, erzählte er in seiner Show. Man solle sich aber wirklich bewusst sein, dass der zweite Hund nicht die notwendige Arbeit verdoppelt, sondern eher verdreifachen wird, da zusätzlich zu den Einzelarbeiten mit den Tieren noch die zum Zusammenleben beider notwendige Arbeit hinzu kommt. „Wer keine Zeit für einen Hund hat, braucht auch keinen zweiten“, kritisierte er das Vorgehen vieler Berufstätiger, die ihrem besten Freund noch einen Spielkameraden spendieren möchten.

Er selbst wird von zwei vierbeinigen Assistenten auf dieser Tour begleitet. Falk ist mit seinen 16 Jahren nicht nur auf der Bühne ein alter Hase, der junge Dakota hingegen ist eher ein Bühnen-Neuling und tritt in die großen Fußstapfen der verstorbenen Berner Sennen Hündin Siska, die vorher an Schülers Seite war. Mithilfe der beiden demonstrierte er seine „Sechs Punkte der Hundeerziehung“: Aufmerksamkeit, Kommunikation, Konsequenz, Aktion-Reaktion, Bindung und Spaß bilden die Grundlage dafür, dass das „Team mit sechs Pfoten“ eine Einheit sein kann.

Immer wieder führte er mit Beispielen seinen Zuhörern vor Augen, dass Hunde Persönlichkeiten sind, die individueller Führung und Förderung bedürfen. Holger Schüler gab auf der Bühne Befehle, die Hunde führten sie aus. So einfach ist das – zumindest bei Schüler. So lassen seine Hunde den Spielzeughasen immer nur dann los, wenn er „gestorben“ ist, Schüler ihn also bewegungslos im Maul des Tieres ruhen lässt. Sobald sich der Hase wieder bewegt, beginnt das Spiel von vorne, und der Hund darf wieder zufassen. Ein Spiel, das Schüler immer wieder sehr gerne vorführt in seiner zweistündigen Bühnenshow, in der der Zuschauer erfährt, dass es häufig auch die Menschen sind, die Neues lernen müssen. Eine Erkenntnis, der das Publikum am Ende mit anhaltendem Applaus zustimmte – sicherlich sehr zur Freude der Vierbeiner.

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