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Militärgeschichte in Leck : Private militärgeschichtliche Sammlung ist in Museumsverbund aufgenommen worden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit diesem Status sind die mehr als 3000 Exponate zu einem „lebendigen Teil der Luftwaffe“ geworden.

Genehmigt, anerkannt und dokumentiert: Die private militärgeschichtliche Sammlung der Traditionsgemeinschaft des Aufklärungsgeschwaders 52 (AG 52) ist jetzt in den Museumsverbund aufgenommen und mit diesem Status ein lebendiger Teil der Luftwaffe geworden. „Die Sammlung hält die Geschichte Lecks und Stadums und der hier stationierten Bundeswehreinheiten fest, sie erinnert an besondere Ereignisse, und stellt diese in den gesamthistorischen Kontext“, sagte der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, Oberst Michael Krah, bei der Urkundenübergabe in den „Museumsräumen“ auf dem ehemaligen Fliegerhorst.

Am 11. Januar 1994 starteten um 12.53 Uhr fünf RF-4E Phantom zum letzten Mal vom Flugplatz in Leck in den wintergrauen Himmel. Die Ära des Aufklärungsgeschwaders 52 war endgültig zu Ende. Damit die Erinnerung nicht verblasst, hatten aktive und ehemalige Angehörige des Geschwaders bereits 14 Monate zuvor die Traditionsgemeinschaft gegründet. „Wir wollen den Geist, den dieses Geschwader beseelt hat, weitertragen“, hatte der damalige Hausherr und Kommodore des AG 52, Oberst Henner Scholz, gesagt. Mehr als 500 Mitglieder unterschrieben diese Absicht, heute zählt die Gemeinschaft gut 330 Anhänger. „Wir wollten die Tradition aber nicht nur im Geiste, sondern ebenfalls in Hardware weiterleben lassen“, erklärte Vorsitzender Heinz Stellmacher in der kleinen Feierstunde.

Was in knapp einem Vierteljahrhundert zusammengetragen wurde, kann sich sehen lassen: Das Wappentier des AG 52, ein präparierter Panther, schaut in die Runde, auf dem Schleudersitz hat es sich eine Puppe mit dem Helm des ehemaligen Piloten Schunke bequem gemacht, zwei Fahrwerksreifen einer Phantom, Schautafeln, Leuchttische für Negative und Positive, eine kleine Waffenschau und ungezählte Wappen erzählen aus vergangener Zeit. Rund 3000 Exponate bilden den Kern der Sammlung. Ein Großteil befindet sich noch im Lager, wie Schatzmeister Jürgen Ley verriet. Auf 300 Quadratmeter Grundfläche stehen oder liegen die stummen Zeitzeugen der Geschichte, auch die Wände sind zugepflastert mit ihnen. Für einen Rückkehrer wird sicherlich Platz geschaffen: Das große hölzerne Wappenschild des AG 52, das Soldaten nach Außerdienststellung des Geschwaders mit in den Verband nach Kropp genommen hatten, wurde von Oberst Michael Krah in die Heimat zurückgebracht.

Das Museum hat eine lange Geschichte: Die Traditionsgemeinschaft durfte für seine Zwecke zunächst zwei Räume im Kasino-Keller der General-Thomsen-Kaserne in Stadum nutzen. 2011 musste die Sammlung weichen und wurde in einem Zwischenlager untergebracht. Eine neue Bleibe fand sich im ehemaligen Unteroffizierheims. Dort entstand die Idee, eine militärgeschichtliche Sammlung aufzubauen. Den Anstoß gab ein Zufall: Es wurden Dokumente und Schriften gefunden, nach denen schon lange geforscht worden war. Diese Unterlagen sagten viel aus über die Zeiten von 1939 bis 1945, als Leck erstmals in seiner Geschichte Garnisonsgemeinde wurde und in denen die Gemeinde von einem 2000-Seelen-Dorf zu einer Kommune mit mehr als 4000 Einwohnern aufwuchs.

Früher als erwartet musste 2014 nach einer neuen Bleibe gesucht werden, weil das Unteroffizierheim Platz machen musste für den Neubau eines Sanitätszentrums. Vom Kasernengelände ging es in ein Gebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorst. Aus der einstigen Tischlerei, der Austeilküche und dem Speisesaal schufen die Mitglieder ein Schmuckstück für ihre Sammlung. Diese gliedert sich in fünf Teile: Symbole der Bundesrepublik und der Bundeswehr, die Historie der Garnison Leck von 1939 bis 1948, die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und die Geschichte des Flugplatzes Leck mit fliegenden Verbänden, der Stationierung der Flugabwehrraketenverbände sowie das Brauchtum innerhalb des AG 52.

Der Kommandeur des Bataillons Elektronische Kampfführung 911, Fregattenkapitän Dr. Kassian Meesenburg, stellte das Gebäude für das erste Museum in Leck zur Verfügung. Was mit der Sammlung geschieht, wenn der ehemalige Flugplatz ab 2020/21 nicht mehr militärisch genutzt wird, ist unklar. Bis dahin hat jeder die Gelegenheit, sich die Ausstellung anzusehen. Anmeldung unter Telefon 04662/8911639.


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