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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:44 Uhr

Immobilien : Preise für Eigenheime steigen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wohnen wird in den nordseenahen Gemeinden Südtonderns immer beliebter / In Dagebüll steigen Immobilienpreise in zwei Jahren um 55 Prozent

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Südtondern | „Gerade habe ich in Dagebüll ein Haus innerhalb von nur zwei Tagen verkauft – zu einem Preis, den ich mir vor zehn Jahren nicht hätte träumen lassen“, sagt Lorenz Hansen. Damit unterstreicht der Nospa-Immobilienexperte für Südtondern den gravierendsten Trend, den der aktuelle LBS-Immobilienmarktatlas für das Amtsgebiet ausweist. Nämlich ein Plus von 55,6 Prozent pro Quadratmeter beim Kauf einer Immobilie innerhalb von nur zwei Jahren. In Zahlen bedeutet das einen Anstieg von 945 auf 1470 Euro. Dafür gibt es laut Hansen zwei Gründe: Zum einen die Aufwertung des aufstrebenden Tourismusortes durch neue Geschäfte, Restaurants und Ferienhausgebiete, zum anderen seien dort die Immobilienpreise lange Zeit im Vergleich sehr niedrig gewesen. „Dagebüll prosperiert – und dieser Trend wird auch noch einige Jahre anhalten“, bestätigt Claus Oldenburg, Immobilien-Fachmann der VR-Bank in Niebüll.

Generell gilt auch für Südtondern, dass wie überall im Land die Immobilienpreise in den küstennahen Gemeinden steigen, doch es gibt eine Ausnahme: In Galmsbüll sank der Quadratmeterpreis um acht Prozent von 1108 auf 1020 Euro. „Dies ist wie auch in anderen kleinen Gemeinden der fehlenden Infrastruktur geschuldet“, sagt Hansen.

Ganz im Gegensatz zu Niebüll. Schulen, Kindergärten, Freizeitangebote, Schwimmhalle, Bahnhof, Vereine, medizinische Versorgung, Arbeitsplätze und eine attraktive kleine City sind die Faktoren, die die Nachfrage nach Eigenheimen in der 10  000-Einwohner-Stadt stetig wachsen lässt. Das im LBS-Atlas ausgewiesene Plus von zwei Prozent von 1363 auf 1390 Euro schätzt Claus Oldenburg als „deutlich zu niedrig“ ein. „Der Wert müsste in jedem Fall im zweistelligen Bereich liegen“, sagt er. Große Nachfrage und ein nur geringes Angebot gibt es in Niebüll an Bestands-Eigentumswohnungen, die durchschnittlich 1750 Euro pro Quadratmeter kosten. Für ebenfalls kaum verfügbare neu gebaute Wohnungen müssen Käufer sogar 2500 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch legen. Kaum im Angebot sind zudem neue Einfamilien- und Doppelhäuser, für die ebenfalls eine hohe Nachfrage besteht. Trotz dieses stattlichen Preises liegen geographisch zwar nur einige Kilometer zwischen Niebüll und Sylt, mit Blick auf die Immobilienpreise allerdings Welten. 9865 Euro beträgt dort durchschnittlich der Quadratmeterpreis für ein Eigenheim (10  000 Euro für ein Haus und 7000 Euro für eine Wohnung). Bis zu 15 Prozent sind auf der Höchstpreisinsel die schon immensen Preise in einigen Orten nochmals seit 2015 gestiegen.

Wohnen, wo andere Urlaub machen – dieser Trend wird sich auch im nördlichen Nordfriesland laut Landesbausparkassenchef Wolfgang Ullrich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Leichte Anstiege um 0,6 Prozent verzeichnen in den vergangenen zwei Jahren die Gemeinden Emmelsbüll-Horsbüll, Neukirchen, Rodenäs und auch Klanxbüll, in denen derzeit ein Quadratmeterpreis von 1171 Euro zu zahlen ist. Ist die niedrige Zuwachsrate für die Sylt-Pendler-Gemeinde Klanxbüll nicht überraschend? „Kaum, man muss sich doch nur mal die katastrophalen Bedingungen der Bahnverbindung nach Sylt anschauen, da vergeht immer mehr Menschen die Lust am Pendeln, das schlägt sich auch in den Immobilienpreisen nieder“, sagt Claus Oldenburg.  

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