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Rettung aus dem E-Mobil : Praxistag für Südtonderns Wehren auf dem Green Tec Campus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit einer Veranstaltung auf dem Green Tec Campus wurden Feuerwehrleute über entsprechende Rettungsmaßnahmen unterrichtet

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Als Auftakt für eine geplante Serie von Veranstaltungen, die über das richtige Vorgehen bei Rettungsmaßnahmen unterrichten sollen, wenn Fahrzeuge mit alternativen Antrieben betroffen sind, luden Dirk Johannsen (Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ladelund) und Stephan Wiese (Projektmanager der „eE4mobile“) zu einem Praxistag ein. Dieser stand unter dem Thema „Erneuerbare Energien auf der Straße“ und wurde auf dem „GreenTec Campus“ (auf dem Gelände des ehemaligen Marinemunitions-Depos Sande) mit gut 50 Teilnehmern aus zehn Feuerwehren aus dem Amt Südtondern und Dänemark durchgeführt.

Als sachkundige Referenten fungierten Experten von „Weber Rescue“, Dirk Kleinschmidt von „Mitsubishi Deutschland“ und Stephan Wiese. Den Anlass zur der Einladung hatte die Einsicht des Dirk Johannsen gegeben, wie wichtig es für Feuerwehrangehörige ist, sich mit alternativ angetriebenen Fahrzeugen auszukennen, um sich bei Rettungsmaßnahmen sachgerecht verhalten zu können. Bei der Beschäftigung mit dieser Thematik war ihm eine acht Seiten umfassende Rettungskarte in die Hände gefallen. „Da kommen ganz neue Anforderungen auf unsere Kameraden zu, mit denen wir sie nicht allein lassen dürfen,“ so befand er und gewann in Stephan Wiese spontan einen begeisterten Mitstreiter für eine – möglicherweise lebensrettende – Aufklärungsaktion.

Von den aktuell etwa 500 in Schleswig-Holstein zugelassenen elektrisch betriebenen Personenkraftwagen fahren mehr als die Hälfte im Kreis Nordfriesland, der somit überdurchschnittlich viele Exemplare aufweist und die Rettungskräfte vor die Situation stellt, es mit großer Wahrscheinlichkeit relativ häufig mit defekten E-Mobilen zu tun zu bekommen. „Diese bergen keine größeren, aber andere Gefahren als herkömmlich angetrieben Fahrzeuge,“ so Dirk Johannsen. „Wichtig ist nur, sie zu erkennen, um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können.“ Deshalb gehen einige Rettungsleitstellen schon dazu über, sich bei der Entgegennahme von Unfallmeldungen die Autokennzeichen nennen zu lassen, um die mit der Rettung befassten Wehren vorab über die Antriebsart des verunglückten Fahrzeugs informieren zu können. Die Retter müssen zum Beispiel wissen, niemals orange isolierte Leitungen berühren zu dürfen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass nach dem Auslösen eines Airbags durch drei Relais alle hochvoltige Spannung führenden Teile automatisch vom sicher verkapselten Akku getrennt werden. Da gelöschte E-Antriebe sich nicht selten noch einmal selbst entzünden, darf man sie nur im Freien lagern. Akkus müssen mit ganz viel Wasser abgekühlt und -gelöscht werden.

Den Veranstaltern war es gelungen, 19 elektrisch betriebene PKWs unterschiedlichster Fabrikate und Typen für eine Ausstellung zusammenzustellen: Vom Dreirad bis zur 700 PS starken Luxuslimousine. Sie alle wurden von den Lehrgangsteilnehmern, die sich im Lesen der Rettungskarten unterweisen ließen, mit großem Interesse aufmerksam in Augenschein genommen. Zu ihrer Freude durften sie abschießend noch Probefahrten unternehmen.  
 

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