zur Navigation springen

Haizmann-Freunde : Posten des Vorsitzenden bleibt vakant

vom

Neuer Vorsitzender gesucht: Auf der Jahresversammlung im Museum stellte sich kein Kandidat zur Wahl.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 08:58 Uhr

Niebüll | Der 192 Mitglieder zählende Verein der Freunde des Richard-Haizmann-Museums sucht dringend einen neuen Vorsitzenden. Der Grund: Die zwei Jahre, die sich Andrea Bode-Köhn als Vorsitzende zur Verfügung gestellt hatte, sind um. Weder im Vorfeld noch während der Jahresversammlung im Museum fand sich allerdings eine Kandidatin oder ein Kandidat für das Amt, sodass der Verein wieder vor einem Dilemma steht.

Museumskustos Dr. Uwe Haupenthal stellte sich - wie schon vor drei Jahren - als kommissarischer Vereinsvorsitzender zur Verfügung, und zwar so lange, bis der Posten wieder besetzt werden kann. Das sei allerdings keine Lösung, da waren sich alle einig. Über die Gründe des mangelnden Interesses an der Vorstandsarbeit herrschte die einhellige Meinung, dass Ehrenämter heute so wenig gefragt sind wie nie zuvor. "Es fehlt der Mittelbau", brachte es Heinz Loske auf den Punkt. "Die alten Menschen fallen allmählich weg, die Jungen haben andere Interessen."

Andrea Bode-Köhn erklärte sich bereit, dem Vorstand weiterhin als Beisitzerin die Treue zu halten. Nach über 15 Jahren legte auch Paul Petersen sein Amt als Kassenwart aus Altersgründen nieder. Als sein Nachfolger konnte der Kämmerer der Stadt Niebüll, Lothar Heinrich-Wohlert, gewonnen werden. Stellvertretende Vorsitzende bleibt Sylke Christiansen. Das Amt des Schriftführers hat Peter Creydt inne. Beisitzer bleiben Sabine Schacherer, Andrea Awe und Niko Bekehermes.

Andrea Bode-Köhn erinnerte in ihrem Rückblick an die Vereinsaktivitäten im vergangenen Jahr. Es wurden wieder traditionsgemäß die Kosten für die Sommerausstellung übernommen. 2013 nun finanziert der Verein die Ausstellung mit Plastiken und Zeichnungen von Lothar Fischer. Auch die Kosten für die Banner der fünf Ausstellungen sowie Verbesserungen im Museum, wie 2012 die Anschubfinanzierung der neuen Beleuchtungsanlage, trägt der Freundesverein. Dank eines Großsponsors und Förderungsmitteln vom Bund für LED-Strahler hofft Dr. Haupenthal, das Museum in diesem Jahr mit den restlichen Strahlern ausrüsten zu können. "Die Anschubfinanzierung durch den Freundesverein war enorm wichtig, um die Wirkung sehen zu können", so der Museumsleiter. Durch die Strahler würden die Stromkosten erheblich gesenkt, was den Haushalt entlastet.

Der Verein unterstützte des Weiteren die Kindermalschule und das Foto- und Filmprojekt, letzteres allerdings ohne Verwendung von Mitgliedsgeldern, sondern ausschließlich durch Teilnehmerbeiträge und Sponsoring.

Das pädagogische Konzept stellte Andrea Awe vor. "Alle Schüler der sechsten Klassen haben im Museum gezeichnet und à la Haizmann modelliert." Das soll wiederholt werden. Geplant ist, dass auch die Oberstufenklassen das Museum besuchen sollen. Andrea Bode-Köhn sprach die Museumsdienste an, die nach wie vor auf zu wenigen Schultern ruhen. Das müsse sich dringend ändern. Das Problem sei, dass sich die Mitglieder nicht in die Verantwortung nehmen lassen wollen.

"Dass wir das Haus haben, ist für Niebüll sicher ein Glücksfall", erklärte Dr. Haupenthal. "Wir befinden uns heute aber in einem Zustand kultureller Überfrachtung." Vor allem an den Wochenenden gerate das Museum leicht in eine Konkurrenzsituation, die sich bei Vernissagen das eine oder andere Mal durch weniger Besucher bemerkbar mache.

Andrea Bode-Köhn dankte der Stadt Niebüll für ihre Zuschüsse sowie den Sponsoren wie unter anderem der NOSPA-Kulturstiftung, Stadtwerke Niebüll, Klaus und Co und dem Bürgerwindpark Niebüll. Kassenwart Paul Petersen berichtete, dass der Verein zwar schwarze Zahlen schreibt, jedoch räumte er auch ein, dass die Mitgliedsbeiträge eine fallende Tendenz aufweisen. "Da unser Mitgliederbestand zum größten Teil aus älteren Mitgliedern besteht und wir nur einen geringen Zugang an jüngeren Mitgliedern haben, ist abzusehen, dass wir künftig Schwierigkeiten haben werden, alle übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen", warnte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen