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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 23:49 Uhr

Podiumsdiskussion : Politiker auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Sieben Parteien stellten sich bei einer Podiumsdiskussion den Fragen der 400 Oberstufenschüler der Friedrich-Paulsen-Schule. 400 Oberstufenschüler nutzten das Angebot.

von
erstellt am 29.Aug.2013 | 16:24 Uhr

„Obwohl wir keinen direkten Einfluss darauf haben, wer uns künftig regiert, sollten wir stolz darauf sein, wählen zu dürfen, weil in vielen Teilen der Welt nicht gewählt wird.“ Mit diesen Worten grüßte Oberstudiendirektor Manfred Wissel 400 Oberstufenschüler in der bis auf den letzten Platz besetzten Mensa. Sie waren gespannt auf das Frage- und Antwortspiel mit den sieben Parteienvertretern, die auf der Bühne zur großen Podiumsdiskussion der FPS vor der Bundestagswahl Platz genommen hatten – zur Rechten und Linken der beiden Moderatorinnen Larissa Petersen und Teresa Scholz aus dem 13. Jahrgang.

Nach dem Kommando des Schulleiters „Handy aus!“ stellten sich die sieben Politiker den erwartungsfrohen Schülern sowie einer Anzahl von Lehrern vor – von links nach rechts, beginnend mit der Norbert Meixner (67) von der Linken, ein erfahrener Gewerkschafts-Oldie, der es nochmal wissen wollte und von seiner Partei schwärmte, sie sei im Gegensatz zu den anderen die einzige, die für soziale Gerechtigkeit eintrete. Der Liberale Ulrich Schmück, Diplominformatiker von Beruf und mit Affinität zu Nordfriesland, bekundete das Bestreben der FDP, sich für Perspektiven einzusetzen, so dass Menschen nicht eingeschränkt würden. Der Föhrer Arfst Wagner (Grüne), nach eigenem Bekunden miserabler Fußballer, zeigte sich stolz darauf, dass seine Partei großen Anteil an gesellschaftlichen Veränderungen hat. Volker Wiethüchter von der „Alternative für Deutschland (AfD)“, Ex-Mitglied der CDU, sieht sein Parteiprogramm noch im Werden, sprach sich aber schon mal für den Schuldenabbau und ein ebenso gerechtes wie einfaches Steuersystem aus. SPD-Vertreter Matthias Ilgen sagt seiner Partei noch viel Arbeit voraus und meinte, man sollte nicht sehen, wo man herkommt, sondern wo man hinwill. Pirat Oliver Grube sieht seine Partei als die einzige, die im 21. Jahrhundert angekommen ist – und als eine, die auf der Suche nach neuen Wegen ist. Ingbert Liebing (CDU) als Mitglied des Bundestags, der es terminlich gerade noch auf das Podium schaffte, sprach von Angela Merkel als einer tollen Frau, „von der wir möchten, dass sie Kanzlerin bleibt.“

Die Vielfalt der Fragen signalisierte ein breit gestreutes Interesse an brennenden Themen, zu denen sich die Diskutanten teils konträr, teils moderat angenähert äußerten. Der Solarbranche wurde Besserung gewünscht, der zu hohe Strompreis kritisiert, Hartz IV als Ängste auslösend betrachtet und die Frauenquote „so oder so“ gesehen.

In Fragen des Länderfinanzausgleichs bestehe laut Liebing Handlungsbedarf, und im „Bildungsföderalismus warnte Arfst Wagner vor einem „Im-Gleichschritt-Marsch“. Uneinig waren sich die Parteienvertreter in der Frage, ob ein Beamter deutscher Staatsbürger sein muss – und auch in der Höhe des Mindestlohns. Ebenfalls leicht differenziert betrachtet wurde die NSA-Affäre. AfD-Mann Wiethüchter meinte, dass Parallelwährungen für eine Zeit vorstellbar wären. Den Schlusspunkt der Diskussionsrunde setzte das Bildungssystem, das nach den Worten des CDU-Vertreters allen gerecht werden und auch dazu beitragen müsse, das Gymnasium als eigenständige Schulform zu erhalten.

Fazit dieser Schulveranstaltung: Die Podiumsdiskussion lief auf beachtlichem Niveau. Die Diskutanten gingen fair miteinander um. Schüler und Schülerinnen der FPS zeigten sich interessiert und gut vorbereitet. Der Abend in der Mensa war eine Werbung dafür, zur Wahlurne zu gehen. Doch es sollte nicht beim Urnengang allein bleiben. Liebing: „Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Gesellschaft zu engagieren.“ Das übrigens tat auch die Schülervertretung der FPS, die diesen interessanten Abend in der Mensa nach den Worten des Schulleiter hervorragend organisiert hat – ehrenamtlich.

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