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Politik vor Ort: Abgeordneter Ilgen sucht das Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Es ist ein strammes Programm, das sich der Bundestagsabgeordnete Matthias Ilgen (Foto) verordnet hat und das man in der Politik sonst nur in Wahlkampfzeiten beobachtet: Der SPD-Politiker möchte in den kommenden Monaten etliche Gemeinden seines Wahlkreises in Nordfriesland bis zum nördlichen Dithmarschen besuchen, um mit Bürgern über aktuelle politische Themen zu diskutieren. Den Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Politik vor Ort“ gab der 30-jährige Abgeordnete jetzt in Süderlügum. Thema der „politischen Veranstaltung der alten Art“, wie Ilgen das Format nennt, waren die geplante Pkw-Maut und deren mögliche Auswirkungen auf Handel und Arbeitsplätze in der Grenzregion. Dass die Mautpläne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Grenzland skeptisch beäugt werden und Ängste befeuert, bestätigte gleich zu Beginn der Geschäftsführer des HGV-Niebüll, Holger Jessen: „Wir können ohne die Dänen nicht überleben. Deswegen lehnen wir die Maut ab.“ Ilgen stellte daraufhin klar, dass es bisher keinen belastbaren Entwurf aus dem Bundesverkehrsministerium gebe und das Vorhaben dem Minister schon viel Kritik eingebracht habe. Dass der für Oktober angekündigte Entwurf die strengen europarechtlichen Hürden nehmen könne, bezweifelte der Abgeordnete: „Man ist hier auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau – ich persönlich glaube nicht, dass die CSU-Maut rechtlich funktionieren kann – sie ist ein Rohrkrepierer.“

Auch unter den rund 30 Gästen der Diskussionsveranstaltung in der Sportlerklause war die Meinung zur Maut eindeutig ablehnend. Deutlich formulierte dies auch Dieter Paulsen: „Wir müssen unsere Ablehnung in politische Beschlusslagen umsetzen, damit wir auch auf Landesebene gehört werden.“ Der Erhalt von Arbeitsplätzen sei eine sozialdemokratische Pflicht und daher dürfe die Maut nicht kommen, forderte der ehemalige Kommunalpolitiker.

Schließlich kam auch die steigende Politikverdrossenheit zur Sprache, und Matthias Ilgen konstatierte: „Es werden 2000 Menschen eingeladen und zehn kommen – das ist Realität.“ Mit seinen Besuchen vor Ort will der Politiker dieser Entwicklung begegnen und war sich schon jetzt sicher: „Es gibt keinen Bundestagsabgeordneten, der mehr im Wahlkreis unterwegs ist als ich.“

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erstellt am 27.Okt.2014 | 11:44 Uhr

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