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Schnee in Schleswig-Holstein : Plötzlicher Wintereinbruch überrascht zahlreiche Nordfriesen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Meteorologen sprechen von „normalem“ Wetterphänomen im April.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2017 | 09:35 Uhr

Verschneite Beete und rutschige Straßen: Am Dienstagmorgen ist in vielen Orten in Schleswig-Holstein Schnee gefallen. Dicke Flocken rieselten bis in den Vormittag auch in Südtondern vom Himmel und sorgten dafür, dass die Temperaturen auf bis zu ein Grad fielen und Tulpen und Mandelbäumchen unter weißen Hauben verborgen wurden. Wollpullover, Handschuhe und Mütze hatten viele Menschen – in freudiger Erwartung auf den Frühling – schon ganz hinten im Schrank verstaut. Sie zeigten sich überrascht angesichts des plötzlichen Wintereinbruchs. Unfälle auf glatten Straßen hatte es am Morgen nicht gegeben.

„Die ersten Meldungen kamen aus Nordfriesland – gegen sechs Uhr früh unter anderem aus Leck und Husum“, sagte Rüdiger Hartig vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Aus allen Bereichen, die nördlich des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) liegen, sei später Schnee gemeldet worden – während in Hamburg bei rund sechs Grad nur Regen vom Himmel kam. In Schleswig-Holstein sei demnach vielerorts eine Mischung aus Schnee und Regen gefallen.

Unterwegs in Ostenfeld bei Husum.

Unterwegs in Ostenfeld bei Husum.

Foto: Markus Hansen
 

Wie dick die Lage war, die die weißen Flocken auf dem Erdboden bildeten – sofern sie liegen geblieben waren – konnte der Meteorologe gestern nicht sagen. Um einen Schneemann zu bauen, war die Menge aber definitiv zu gering. Nachdem der Schnee geschmolzen war, erwärmte sich der Boden wieder, und auch die Lufttemperaturen stiegen am Nachmittag wieder leicht.


Schnee im April gab es auch 2016


Plötzliche Kälteeinbrüche wie dieses Tief seien im April normal, sagt Hartig. „Wir waren nur schon so sehr verwöhnt, weil der März wärmer war als sonst.“ Im Moment befänden wir uns in einer „Umstellungsphase“ zwischen Frühlings- und Sommerwetter. Für die Pflanzen allerdings könne es problematisch werden, da zahlreiche durch die frühen warmen Tage bereits ausgetrieben waren und teilweise zu empfindlich seien, um Schnee und Frost zu trotzen. Dass zu dieser Jahreszeit rund um Niebüll nicht zum ersten Mal Schnee fällt, bestätigt auch Gerd Müller. Der Hobby-Meteorologe beobachtet seit 1990 das Wetter im Norden und zeichnet es auf. Zweimal habe es seitdem im April geschneit, sagt er. „Letztes Jahr gab es am 26. April einen Zentimeter Schnee.“ Allerdings sei es damals milder gewesen als jetzt. Er sei selbst überrascht gewesen, als er seine Aufzeichnungen vom Vorjahr studierte: „Man vergisst das einfach wieder“, sagt er. Auch am 15. April 2011 sei in Nordfriesland Schnee gefallen.

Löwenzahn vor der Niebüller Kirche.

Löwenzahn vor der Niebüller Kirche.

Foto: Lea Sarah Albert
 

Auf den Straßen im Norden war es am Morgen ruhig geblieben. „Alle haben sich vorbildlich verhalten – trotz des plötzlichen Wintereinbruchs“, sagte ein Sprecher der Polizei in Niebüll. Auch die Regionalleitstelle Nord in Harrislee kann von keinen „erwähnenswerten“ Unfällen auf schneeglatten Straßen in Südtondern berichten.

Ein Durchbruch zum Frühlingswetter ist auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht: Heute kann das Thermometer auf bis zu sieben Grad klettern. In der Nacht wird es bei rund null Grad wieder kälter. Morgen und am Freitag kann es etwas milder werden, dabei gibt es immer wieder Schauer. Zwischendurch kann auch die Sonne hinter den Regenwolken hervorlugen – Sturm gibt es nicht.

Das ändert sich auch am Wochenende kaum, obwohl es dann einen „vorsichtigen Trend zu ansteigenden Temperaturen“ gibt, sagt Hartig. Bei zehn bis zwölf Grad lässt es sich dann auch gut im Strandkorb aushalten – zumindest wenn die Sonne scheint. Anfang Mai bestünde dann erneut die Hoffnung, dass es frühlingshaft wird im Norden.

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