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Historisches Erbe : Platz für 430 Jahre altes Sieltor gesucht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Um die historische Wiederentdeckung vor dem Verfall zu bewahren, muss es luftdicht und unter Glas gestellt werden

Wohin mit dem Sieltor? Diese Frage stand unter Punkt 8 auf der Tagesordnung der 9. Sitzung der Gemeindevertretung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Peter Ewaldsen. Eine Antwort wurde zwar nicht gefunden. Doch es wurde in Erinnerung gerufen, was es mit diesem 430 Jahre alten stummen Zeugen aus der Geschichte der Wiedingharde auf sich hat.

Die Chronik (Fischer, „Landgewinnung…in Schleswig-Holstein“) berichtet, dass bei der Bedeichung des Gotteskooges das 226 Meter breite „Feddersbüller Schlot“ (=Feddersbülltief) 1565/66 abgedämmt (überschlagen) wurde. In einem bemerkenswerten Großeinsatz mussten 20 Schiffe aus den drei Harden bis zu drei Mal täglich Erde heranschaffen. Das in den Damm eingebaute Siel hielt jedoch nur bis 1584 und fiel einer Sturmflut zum Opfer. Das erging auch dem danach errichteten Siel in der Weihnachtsflut von 1593 so. Die Sieltore trieben nach Osten ab und versanken im Schlick.

Eines der Tore wurde beim Bau der Kläranlage wiederentdeckt – und im Deichmuseum nahe dem Neukirchen/Aventofter Klärwerk aufgestellt. Doch durch die beiden Orkane Christian und Xaver wurde es nicht nur schwer beschädigt. Es tat sich dabei auch die Notwendigkeit auf, das Sieltor anderweitig unterzubringen – und das luftdicht und unter Glas, weil sich herausgestellt hat, dass das im Jahre 1540 aus Norwegen importierte Holz unter heutiger Lufteinwirkung allmählich zerbröseln würde. „Wir suchen einen neuen Platz für das 2,65 Meter breite und 3,20 Meter hohe Tor“, erklärte Bürgermeister Ewaldsen. Mit einem Beschluss konnte die Gemeindevertretung vorerst noch nicht aufwarten.

Der Betrieb für Gartenbau und Baumpflege von Jan Erik Lihs braucht mehr Platz. Dafür steht auch ein Gelände zur Verfügung, das allerdings „überplant“ werden muss. Die Gemeindevertretung fasste entsprechende Aufstellungsbeschlüsse für einen Bebauungsplan 13 und für die 65. Änderung des gemeinsamen Wiedingharder Flächennutzungsplans.

Nach der bereits erfolgten Eröffnung des örtlichen Schwimmbades stellte sich heraus, dass in der Wassertechnik eine bis zu 15 000 Euro teure Reparatur vonnöten ist. Das Schwimmbad muss dafür zwei, drei Tage geschlossen werden. Wann das der Fall ist, wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die zum Jahresbeginn 2012 aufgestellte Eröffnungsbilanz weist in Aktiva und Passiva einen Betrag von je 5 842 425,97 Euro aus. Das Eigenkapital der Gemeinde beläuft sich auf 37 Prozent. Diese Größe ergibt sich aus infrastrukturellen Werten abzüglich der Verbindlichkeiten. Die Gemeinde stellte diese Bilanz per Beschluss fest.

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 10.Mai.2014 | 05:30 Uhr

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