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Wurf-Vandalismus : Pizza, Eier und Farbbeutel als Wurfgeschosse

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bereits zum dritten Mal ist das Haus der Familie Jessen aus Braderup von Unbekannten beschmutzt worden . Die Polizei ermittelt.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Eier haut man sich in die Pfanne, Pizza schmeckt warm am besten und Lackfarbe braucht man zum Streichen. Doch bei Anna und Horst Jessen landeten diese Dinge an der Hausmauer – bei Nacht und Nebel. Das Ehepaar ist erbost und hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Die Attacken fingen in der Neujahrsnacht an. Gegen drei Uhr vernahm die Familie dumpfe Knalle, dachte sich aber nichts dabei. Am nächsten Morgen erblickten sie eine böse Überraschung: Jemand hatte rohe Eier an die westliche Hausmauer geschleudert. „Das waren mindestens zehn Stück“, meinen Anna und Horst Jessen. Sie entfernten das glibberige Zeug und setzten gar einen Hochdruckreiniger ein. Aber die Spuren auf dem weißen Kalksandsteinklinker sind noch heute deutlich zu sehen. Eine Anzeige bei der Polizei verlief im Nichts, die Ermittlungen wurden eingestellt. Mitte März schreckten die Jessens wieder auf, als es in den Abendstunden krachte: Eine Pizza klebte am Fenster des Hauswirtschaftsraumes. „Die war noch warm“, sagt Anna Jessen und überlegt: „Dazu muss jemand unser Grundstück betreten haben, denn von der Straße aus wäre die Pizza nicht so weit geflogen“. Das gepflegte Areal ist mit einem Friesenwall eingezäunt. Dieser Schaden war schnell beseitigt. Vor einer Woche waren der oder die Unbekannten wieder am Werk: Sie knallten zwei mit dunkelbrauner Lackfarbe gefüllte Plastikbeutel gegen die südliche Hausmauer, eine Salatgurke und eine Apfelsine flogen hinterher. Die Polizei nahm sich die Plastikbeutel als Beweismittel mit.

„Das ist eine bodenlose Gemeinheit. Jetzt hört der Spaß wirklich auf! Ich bin mit den Nerven fix und fertig“, wischt sich Anna Jessen eine Träne aus dem Augenwinkel. Seit 2007 lebt das Ehepaar in Braderup und fühlt sich hier wohl. Es kann sich nicht vorstellen, wer zu so einer Tat fähig ist: „Sind es Kinder, Jugendliche oder Erwachsene?“

Neben dem Ärger kommt die Kostenfrage hinzu, denn die Lackfarbe ist lässt sich nicht einfach entfernen: „Den Naturstein zu überstreichen kommt nicht infrage. Wie sieht denn das aus?“, meint Horst Jessen erbittert. Ein Maler habe ihm geraten, eine Fachfirma aus Büdelsdorf für die Fassadenreinigung zu beauftragen. Das kostet, denn die Farbspritzer haben sich tüchtig auf einen großen Teil der Hauswand ausgebreitet.

Empört zeigt sich ebenfalls der Bürgermeister der 653-Seelen-Gemeinde, Holger Lassen: „Das ist kein Jungenstreich mehr!“ Aber er sei ratlos: „Was soll ich dagegen machen? Ich kann mich doch nicht als Wachmann dort hinstellen.“ Was bleibt, ist die Ungewissheit. Anna und Horst Jessen hoffen nun auf die Mithilfe der Bürger. Anna Jessen: „Vielleicht hat ja jemand etwas gesehen oder bemerkt.“

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