Pionier der Versöhnungsarbeit

Gestorben: Gustav Berg. Foto: nt
Gestorben: Gustav Berg. Foto: nt

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18. November 2009, 10:12 Uhr

Ladelund | Im Alter von 95 Jahren ist Gustav Berg verstorben. Er war einer der Pioniere der auf der Basis des christlichen Glaubens durchgeführten Versöhnungsarbeit zwischen den Angehörigen und Nachfahren der im KZ Ladelund ums Leben gekommenen Gefangenen aus der holländischen Stadt Putten und den Einwohnern des Kirchspiels Ladelund.

Gustav Bergs große Leidenschaft war die Musik, insbesondere das Singen und Instrumentalspiel im Kreise Gleichgesinnter. Unvergessen sind mehrere Konzerte, die er - zusammen mit seiner Frau Elfriede als Pianistin, seiner Stieftochter Christa als Flötistin und mehreren, verschiedene Streichinstrumente spielenden Freunden aus dem weiteren Umfeld Medelbys - in der Ladelunder Kirche mit großem Erfolg gestaltete. Er selbst beherrschte die Orgel, das Klavier, das Akkordeon wie auch Waldhorn, Violine und Blockflöten.

Vom 1. Januar 1961 bis zum 31. Mai 1992 versah Gustav Berg als zuverlässiger und unzertrennlicher dienstlicher Partner von Pastor Harald Richter den Orgeldienst in Ladelund. 1961 übernahm er den von Pastor Richter nach langjähriger Pause wiederbelebten Posaunenchor Ladelund. Als dessen Leiter nahm er 1966 am ersten Besuch der Bläser in Putten teil. Dort gab er seinen Dirigentenstab an seine Ehefrau weiter, weil er selbst dringend als Hornist benötigt wurde. Von dem emotionalen Gottesdienst in der Puttener "Alten Kirche" wird bei Begegnungen viel gesprochen. Anlässlich eines Besuchs der Puttener Landjugendgruppe lernten die Jugendlichen in Ladelund bei Gustav und Elfriede Berg die Arbeit eines kirchlichen Bläserchores kennen und schätzen. Ihr spontaner Entschluss, selbst einen Posaunenchor zu gründen, wurde zu Hause mit Hilfe des damaligen Puttener Organisten Claas Friso realisiert. In jüngster Zeit lebte Gustav Berg sehr zurückgezogen, zuletzt in mehrwöchigem Wechsel in Medelby und Glücksburg, wo er am 5. November entschlief. Allen, die ihn kannten, wird er in guter Erinnerung bleiben.

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