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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 10:32 Uhr

Photovoltaik und Biogas nicht die Lösung

vom

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Reussenköge | "Es gibt kaum ein schachsinnigeres Gesetz als das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Damit wurde jeder denkbare wirtschaftspolitische Fehler gemacht", erklärte Professor Dr. Horst Gischer. Und: "Photovoltaik in Deutschland zu fördern, haut einen vom Stuhl. Es gibt kaum etwas mit einem geringeren Wirkungsgrad", so der Leiter des Lehrstuhls für Monetäre Ökonomie und öffentlich-rechtliche Finanzwirtschaft an der Universität Magdeburg. Gischer referierte auf Einladung der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) in der Koogshalle der Reußenköge.

Bevor der Professor mit seinen Ausführungen zum Thema "Agrarmärkte zwischen Bevölkerungsentwicklung und Energieknappheit - Konsequenzen für gewerbliche Investoren und private Haushalte", begann, hatte Thomas Menke zunächst die rund 300 geladenen Gäste begrüßt.

Kann die inländische Landwirtschaft weiterhin in hinreichendem Umfang zur Versorgung der heimischen Bevölkerung beitragen und ist es ökonomisch sinnvoll, nachwachsende Rohstoffe zur Energieversorgung heranzuziehen? Diese Fragen wollte Gischer beantworten. Die Energiekosten würden in den kommenden 40 Jahren um 50 Prozent steigen. Agrarprodukte sind in den zurückliegenden Jahren viel teurer geworden. So wurden zum Beispiel Brot in den Jahren von 1991 bis 2012 um 44, Strom um 85,4 und flüssige Brennstoffe um 218,5 Prozent teurer. "In den nächsten zehn Jahren rechne ich aber nicht mit solch extremen Preissteigerungen", prophezeite er. Durch verbesserte Techniken ist die Produktivität auf Anbauflächen erheblich gestiegen. Als effektivsten Beitrag im Bereich der erneuerbaren Energien sieht er die Windkraft. "Die Windenergie ist eigentlich am besten, der Wind stellt uns keine Rechnung".

Das Augenmerk bei den Erneuerbaren sollte nicht der Erzeugung von Biogas gelten, rät der Professor. Nicht nur aus moralisch ethischen Gründen. Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen sei in Deutschland wenig sinnvoll. Die Fehler lägen in der Vergangenheit. Anstatt dass EEG einzuführen, hätte man schon frühzeitig mit dem Ausbau der Netze beginnen müssen. "In Deutschland haben wir eine absurde Entwicklung bei den Strompreisen", sagte er.

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