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Nach Christian und Xaver : Per Schiff und Bahn in den Süden Deutschlands

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

9000 Tonnen Holz von den Inseln werden derzeit in Dagebüll auf der Mole verladen. Ziel der Holzladungen sind süddeutsche und österreichische Sägewerke.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 05:45 Uhr

Bilder, die in dieser Dimension Seltenheitswert haben, sind zurzeit auf der Mole des Fährhafens Dagebüll zu sehen. Dort werden gegenwärtig größere Mengen Holz auf Güterwagen der Bahn verladen. Ziel der Holzladungen sind süddeutsche und österreichische Sägewerke.

Das Holz kommt von den Inseln Amrum und Föhr und ist eine Folge der Orkane Christian und Xaver. Nach Mitteilung des Forstunternehmers und Holzhändlers Josef Pirchmoser (48) aus dem baden-württembergischen Bruchsal sind es von Amrum 7000 und von Föhr 2000 Tonnen Holz, die den beiden Orkanen zum Opfer gefallen sind. Auf Amrum sind es zwischen zehn und 15 Prozent des 200 Hektar großen in den 1950er-Jahren angelegten Inselwaldes. Der aus Österreich stammende Unternehmer ist auf die Beseitigung von Schäden spezialisiert und hat dementsprechende Aufträge auf den Inseln übernommen.

Der Abtransport des Holzes von Amrum erfolgt wegen des nur geringen Tiefganges mit kleinen Frachtschiffen. Stämme mit etwas besserer Qualität werden von Dagebüll aus per Bahn weiter befördert. Geringerwertiges Holz geht auf die offene See hinaus, wo es von größeren Frachtschiffen übernommen wird, die Kurs auf europäische Häfen nehmen.

Auf der Dagebüller Südmole stapelt sich entlang des Bahngleises eine lange Reihe von Holzstämmen. Ein Greifbagger hievt sie von dort herüber zu den Güterwagen, die von der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (neg) nach Niebüll gezogen und dort zu Güterzügen zusammengestellt werden. Zuweilen lädt der Bagger das Holz auch direkt vom Frachtschiff – wie etwa von MS „Sandshörn“ – hinüber auf den Zug.

In den süddeutschen Sägewerken werde das „Inselholz“, berichtet Josef Pirchmoser, dann überwiegend zu Bauholz verarbeitet.

Holzumschlag in dieser Menge ist im Fährhafen Dagebüll selten, erinnert sich der frühere Hafenmeister Andreas Petersen. Bei dem früheren Orkan Anatol habe es schon mal eine Menge Holz gegeben. „Aber so viel Holz wie nach Christian und Xaver noch nie“, sagt Petersen. Der Holzumschlag wird aufgrund der Menge noch einige Zeit andauern, schätzen die beiden Hafenmeister Timo Kiekow und Arne Christiansen.

 

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