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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 12:07 Uhr

Husum : Pedal-Arbeit mit Entengeschnatter

vom

Raritäten der Klaviermusik: Kritiker voll des Lobes für Jubiläums-CD

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 07:38 Uhr

Husum | "Die Aufnahme ist rund. Gelegentlich hört man die Pedal-Arbeit der Pianisten, aber das ist ein Teil von Husums Charme. Dicht gedrängt sitzt das Publikum im Rittersaal des Schlosses vor Husum um den Flügel, während durch die offenen Fenster - es wird heiß hier - Entengeschnatter zu hören ist." So beschreibt Martin Andersen für die Zeitschrift "International Record Review" Husums "Raritäten der Klaviermusik", die vor zwei Jahren den 25. Geburtstag feierten.

Wie bereits in den Vorjahren erschien auch zum Jubiläum eine CD, die Elisabeth Richter, Rezensentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in höchsten Tönen lobte. Der junge Pianist Joseph Moog hatte es ihr besonders angetan: "Seine Etüde ,Strauß-Supernova, in der er virtuos mehrere Walzerthemen kombiniert, kam in Husum zur Uraufführung", schreibt sie. Und: Moog arbeite mit Jazz-Elementen und spicke seine Musik mit halsbrecherischen Schwierigkeiten. Als Pianist sei er ein Virtuose par excellence und mit seinen 24 Jahren schon insofern "ein außergewöhnlicher Künstler, als es heutzutage, anders als im 19. Jahrhundert, nicht viele Pianisten mehr gibt, die komponieren."

Moogs Kollegin Sofja Gülbadamovas verzieh die Autorin sogar, dass ihr Programm drei Stunden dauerte, da sei das Husumer Publikum "mit pianistischer Souveränität, musikalischer Reife und Esprit" fasziniert. So könnte es weitergehen. Und das tut es auch, solange der Initiator und künstlerische Leiter des Festivals, Peter Froundjian, die "Raritäten" immer wieder als lohnenden Kontrapunkt zu den großen Musikfestivals des Sommers zu platzieren versteht, und "das kleine Husum zum Nabel der internationalen Klavierwelt" macht. In der Zeitschrift "International Piano" wird die Reihe an Platz eins der "Top 10" der internationalen Piano-Festivals geführt. Und allen, die nicht das Glück hatten, dabei zu sein, dem bleibe die Platten-Edition von 2011, tröstete Elisabeth Richter damals zum Schluss ihrer Rezension. Martin Anderson geht einen Schritt weiter: Allen, die noch keine CD der Klavier-Raritäten in ihrem Plattenschrank haben, empfiehlt er mit der Danacord-Edition von 2011 anzufangen und sich dann sukzessive durch 25 Jahre "pianistischen Hochgenuss" zu arbeiten.

Aber noch schöner ist es, live dabei zu sein, und dafür nicht nach New York, Tokio oder Sydney fliegen zu müssen, weil das Gute so nahe und in diesem Fall sogar unmittelbar vor der Hautür liegt.

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