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Nordfriesland Tageblatt

18. November 2017 | 18:42 Uhr

Ortsbild : Pavillon wird zum barrierefreien Café

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll mit den Sanierungsarbeiten an dem Gebäude aus den 60er Jahren begonnen werden

shz.de von
erstellt am 20.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Die Katze ist aus dem Sack: In den Pavillon am Kirchplatz wird Ute Rusdorf mit ihrem Café „Coffee & Spirit“ aus der Bahnhofstraße einziehen. Dieses von den Politikern gehütete Geheimnis kursiert seit Wochen in der Bevölkerung und wurde jedoch erst nun von Bürgervorsteher Andreas Deidert bestätigt.

Seit den 60er Jahren prägt der Pavillon mit seiner breiten Fensterfront das Ortsbild von Leck. Blumenladen, Kiosk und Gastronomiebetriebe waren hier beheimatet, zuletzt ein Hot-Dog-Imbiss. Vor gut zwei Jahren zwang ein Feuer den Geschäftsmann unter anderem zum Aufgeben. Nach dem Brand mussten versicherungstechnische Fragen geklärt und auch über die Zukunft des gemeindeeigenen Gebäudes entschieden werden: Soll das Bauwerk mit dem Charme längst vergangener Jahre abgerissen und der Kirchplatz umgestaltet oder soll es saniert werden? Diese Diskussionen dauerten. Im Februar 2014 hatte Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn die Bürger zu einer Ideensammlung aufgerufen: Was wird gewünscht an diesem Platz in attraktiver Lage? Die Anregungen reichten vom Fischrestaurant bis hin zu einer Tapas-Bar, von einer Gastronomie mit Abendprogramm über eine Kindertagesstätte für Sozialbedürftige bis hin zu einem Spielparadies.

Das ganze Projekt schlummerte vor sich hin, es schien keinen Fortschritt zu geben. Der Pavillon drohte, ein Schandfleck zu werden. Und damit er nicht gar so düster aussieht, sorgte der Seniorenbeirat für Ausstellungen, die bis heute den Schaufenstern ein buntes Bild verleihen.

Im Herbst stimmten der Ausschuss für Soziales, Tourismus, Wirtschaft sowie der Infrastruktur- und Umweltausschuss für eine Sanierung. Vorsorglich wurden dafür 200  000 Euro in den Haushalt eingestellt. Aber erst in diesem Frühjahr setzte die Gemeindevertretung die Beschlussempfehlung der Fachausschüsse um. Nebenbei fruchteten Grundstücks-Verhandlungen mit der Kirche: Der Pavillon soll um wenige Meter Richtung Kirchengelände erweitert werden. „Weil die Mauer unter Denkmalschutz steht und davon betroffen ist, musste die zuständige Behörde zustimmen“, erklärte Andreas Deidert und freute sich über das Okay. Am hinteren Gebäudeteil sollen barrierefreie sanitäre Anlagen für Damen entstehen, die sowohl von außen wie auch von Innen erreichbar sein werden. Die Herren-WCs behalten ihren Standort im Keller und werden natürlich auf Vordermann gebracht. „Davon profitiert letztendlich auch die Kirche, weil die Gotteshaus-Besucher diese Einrichtung aufsuchen können“, meinte der Bürgervorsteher.

Inzwischen füllte sich die Bewerberliste auf sieben oder acht Interessenten. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit machte die Geschäftsfrau Ute Rusdorf bei den Politikern das Rennen. Das sollte im jüngsten Infrastruktur- und Umweltausschuss öffentlich gemacht werden, wurde aber von der Tagesordnung genommen, weil Unterlagen nicht rechzeitig vom Kreis zurückgekommen waren. Einen Architekten-Entwurf mit der Zielrichtung Gastro-Betrieb gibt es schon. Der muss nun noch einmal überarbeitet und abgestimmt werden auf das, was jetzt wirklich dort hineinkommt, also auf das Café. Das bürokratische Prozedere ist noch nicht zu Ende. Das Thema wird erneut einen Fachausschuss beschäftigen und muss endgültig von der Gemeindevertretung abgesegnet werden. „Das Amt Südtondern hat signalisiert, dass mit den Sanierungsarbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden kann“, erklärte Andreas Deidert.

Froh über den Zuschlag zeigt sich Ute Rusdorf. Im dritten Jahr betreibt sie ihr Café in der Bahnhofstraße, nur wenige Meter entfernt vom Pavillon. „Die Lage ist besser. Dort herrscht mehr Durchgangsverkehr“, hofft sie auf mehr Kundschaft. Der Pavillon habe sie schon immer angesprochen, und ein großer Punkt sei der barrierefreie Zugang. „Außerdem ermöglicht mir der Umzug, eine größere Außenterrasse einzurichten und alles noch einen Tick gemütlicher zu gestalten“, sagt Ute Rusdorf. Wird auch der Leerstand umziehen, nämlich in die bisherigen Caféräume? Das wird verneint: Es gibt bereits Interessenten.

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