Feuer in Leck : Pavillon ist nur noch eine Ruine

<strong>Begutachten den abgebrannten</strong> Pavillon: Förster Jürgen Lorenzen (r.) mit Hartmut Hoffmann und Gerd Iwersen, Mitarbeiter der Revierförsterei Langenberg. Foto: Ulrich Jeß
Begutachten den abgebrannten Pavillon: Förster Jürgen Lorenzen (r.) mit Hartmut Hoffmann und Gerd Iwersen, Mitarbeiter der Revierförsterei Langenberg. Foto: Ulrich Jeß

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09. Juli 2010, 07:49 Uhr

Leck | In der Nacht vom 5. zum 6. Juli wurde der Langenberger Forst um eine von vielen regelmäßigen Waldbesuchern und Touristen hoch geschätzte Attraktion ärmer. Der pilzförmige, mit Reet gedeckte Schutz-, Aussichts- und Informationspavillon an dem von Seerosen bewachsenen Ententeich brannte nieder. Die Ursache ist noch ungeklärt. Die Försterei erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Das Schmuckstück war 2005 im Zuge der mit EU-Mitteln geförderten LSE-Maßnahme zur touristischen Aufwertung des Ochsenweges und des Waldes entstanden.
Per Zufall entdeckt
Eine Schulklasse hatte der Revierförsterei den Schaden um 9.40 Uhr gemeldet. Sofort eilten Mitarbeiter des Forstbetriebes, Polizisten aus Leck an den Ort, wo sie nur noch den Totalschaden feststellen und die Bodenplatte kühlen konnten.
Glück: Am Vorabend hatte es geregnet
"Die braun verfärbten Blätter der nahe des vernichteten Pavillons stehenden Birken beweisen, dass sich eine enorme Hitze entwickelt haben muss", ließ sich Revierförster Jürgen Lorenzen vernehmen. "Welch ein Glück im Unglück, dass es am Vorabend des Schadensfalles heftig geregnet hat. Denn ich mag mir gar nicht ausmalen, welch ein gewaltiger Waldbrand hätte entstehen können." Erste Ermittlungen ergaben, dass der Pavillon am Montag gegen 23 Uhr noch unversehrt war. Den materiellen Schaden, der nach seinem Bekunden durch keine Versicherung abgedeckt ist, taxierte er auf 30 000 Euro. Lorenzens Mitarbeiter Hartmut Hoffmann pflichtete ihm bei: "Wenn man den Wert der vielen für den Aufbau des Pavillons investierten Arbeitsstunden, die Kosten für das verwendete Holz und Reet und die teure Erstellung der Informationstafel rechnet - da kommt schon so einiges zusammen." Mit der Frage nach der Ursache des Feuers ist die Kriminalpolizei Niebüll befasst, die am 7. Juli auf Anfrage noch keine sicheren Ergebnisse hatte. "Von selbst kann sich die Hütte nicht entzündet haben", so die Ansicht von Förster, örtlicher Polizei und Kriminalpolizei. Deshalb liege der Gedanke der Brandstiftung nahe, ohne den Verdacht bereits auf eine bestimmte Person oder Gruppe lenken zu können. Brandverstärkende Mittel wurden bislang nicht gefunden.
Wiederaufbau scheitert an den Kosten
Auf die Frage, wie es denn nun weiter gehe, sagte Lorenzen: "Ein originalgetreuer Wiederaufbau des Pavillons ist von den Landesforsten aus Kostengründen nicht zu leisten." Vorerst wolle man sich zur Sicherheit der Passanten darauf beschränken, nur die Überreste der Hütte zu bergen und die Aussichtsplattform zu ersetzen. Vielleicht fänden sich ja noch Fördertöpfe oder wohlwollende Sponsoren, die Gelder oder Dienstleistungen beisteuerten. So wie 2005 Tischlermeister Karl-Heinz Struve die achteckige Dachkonstruktion des Pavillons spendiert hätte. Hartmut Hoffmann regte an, die Kreishandwerkerschaft zu bitten, die Auszubildenden in den Bau einer neuen Hütte praktisch einzubinden. Annelie Rohner, Ehefrau des Dr. Erich Rohner (einstiger Leiter der Heimvolkshochschule Leck), ist über die Zerstörung traurig und wütend. War doch das Areal an den Teichen ein kleines Paradies. "Ich empfinde den Verlust als sehr schlimm."

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