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Ausschusspläne : Parkbuchten sollen Raser stoppen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Damit Autofahrer den Fuß vom Gaspedal nehmen, will der Niebüller Bauausschuss die Gotteskoogstraße ab 2018 umbauen lassen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 11:21 Uhr

Die Stadt Niebüll will Jahr um Jahr die maroden Straßen auf Vordermann bringen. Dafür gibt es ein Straßenkataster, das eine Vielzahl an Straßen beinhaltet. Losgehen soll es mit der Gotteskoog- und Claudiusstraße – es wird aber noch ein wenig dauern. Im Bauausschuss stellten jüngst Fachleute aus Verwaltung und einem Planungsbüro erste Ideen vor. Am Ende des Verfahrens haben die Bürger das Wort; die Anwohner werden dazu eingeladen.

Thomas Holtz (Planungsbüro Holtz) präsentierte für die Gotteskoogstraße (Abschnitt von der Kreuzung Uhlebülletr Straße bis hinter die Jahnstraße) vier Varianten. In der ersten Version stellte sich der geradlinige Straße als „Rennstrecke“ dar, mit beidseitigem Fuß- bzw. Radweg. „Die Frage ist, ob wir die Breite von 6,50 Meter brauchen“, sagt der Planer. „Für einen entspannten Lkw-Begegnungsverkehr reichen auch 5,50 Meter.“

Daraus entwickelte sich Variante 2 mit einer geringeren Fahrbahnbreite, Geh- und Radweg auf der Südseite. Im Gegensatz dazu bot Variante 3 Parkbuchten mit Begrünung. „Damit können wir die Raser stoppen“, meinte Thomas Holtz. Variante 4 sah noch weitere Stellplätze im südlichen Bereich vor, einen Parkstreifen größeren Ausmaßes. Die Diskussion ergab noch weitere Aspekte.

Der Ausschuss-Vorsitzender Holger Jessen (SPD) brachte eine Aufpflasterung an der Kreuzung zur Uhlebüller Straße ins Spiel. „Hier kreuzen viele Schüler die Straße.“ Bettina Sprengel (CDU) widersprach, engagierte sich für Parkbuchten ohne Begrünung. Bürgermeister Wilfried Bockholt plädierte für eine Minimierung der angedachten sieben Parkbuchten, vorrangig im Bereich der Kreuzung. Er verwies zudem auf die Tatsache hin, dass Niebüll Fußgänger- und Fahrradfreundliche Stadt werden wolle. Die kombinierten Rad-/Gehwege sollten entsprechend ausgelegt sein.

Uwe Christiansen (CDU) machte auf die Problematik der Einfahrten aufmerksam, während Bert Bruhn (CDU) auf den stark genutzten Schüler-Parkplatz verwies. Siegfried Schmanteck (SPD) fehlte eine Überplanung der Kreuzung. „Die Straßenmeisterei sah hier keinen Bedarf“, klärte Arne Ebberg (Tiefbauamt) auf. Am Ende fand sich eine Mehrheit für Variante 3, die jetzt noch einmal vom Planungsbüro Holtz überarbeitet wird. Der Entwurf wird voraussichtlich im März den Bürgern vorgestellt, die dann ihre eigenen Einwände äußern dürfen. Klar ist, dass der Umbau in zwei Phasen ab 2018 bis 2020 laufen wird.

Die Claudiusstraße entwickelt sich immer mehr zur Rennstrecke. Dies konstatierten nicht nur ein Anwohner, sondern auch Tiefbauchef Arne Ebberg: „Trotz der Einschnürung der Straße durch Bäume wird hier mehr als das vorgeschrieben Tempo 30 gefahren.“

Die Anwohner wünschen sich daher eine Schließung der Straße beziehungsweise einschneidende Maßnahmen, da ab sechs Uhr morgens der Verkehr rolle. Als Hauptverursacher sah Ebberg diejenigen Fahrer, die aus der Deichstraße Richtung Marktstraße strebten. Um das Tempo abzubremsen, empfahl er eine Aufpflasterung bzw. Verengung der Einfahrt. Als weiteres Mittel könnte sich der Planer eine Verengung der Straße vorstellen. „Letztlich ist es ihre Entscheidung“, gab er zu Bedenken. „Wir können auch auf Einschnürungen verzichten!“

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass die Bürgersteige verbreitert werden müssen. Bei der angedachten Verkehrsberuhigung legte der Bürgermeister sein Veto ein. „Wir müssen auch das Gesamtinteresse im Auge behalten.“ Es gelte das richtige Maß zu finden. Auch für die Claudiusstraße ist in näherer Zukunft eine Bürgerbeteiligung vorgesehen.

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