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Konzert in Niebüll : Offene Bühne: Von Plattdeutsch bis Elvis Presley

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Veranstaltung lockte zahlreiche Talente in den Niebüller Ratskeller. Abwechslungsreiche Darbietungen auf hohem Niveau.

Niebüll | Trotz vieler paralleler Veranstaltungen war wieder volles Haus im Ratskeller am Sonnabend. Martin Hörlöck, Anfang 20, deutsch-dänisches Multitalent aus Aventoft, Kirchenorganist in Lögumkloster, kam direkt nach einem Konzert mit dem Kinderchor in der Kirche zum Ratskeller. Er tastete sich mit plattdeutschen Liedern, sich leicht rockig auf der Gitarre begleitend, an die Ohren des Publikums heran. Danach gab es Songs von Johnny Cash und Elvis Presley. Beifall, Zugaben, und gleich danach reiste er weiter in ein Studio.

Brendan Lewes, ein Singer-Songwriter aus Kiel mit Wurzeln in Nordwest-England, verwöhnte das Auditorium bereits ein zweites Mal mit seiner hervorragenden Stimme. Der sympathische „Migrant“ war gerade von einer Tournee durch die nördliche Schweiz zurückgekommen und in Bestform. Auch von Brendan erklatschte sich das Publikum wieder mehrere Zugaben. Rhythmisch kraftvoll begleitet stimmte am Ende seines Auftritts der ganze Saal bei „The Boxer“ mit ein.

Dann erschien Ingrid Steding aus Dagebüll: zarte Töne, gefühlvolle Lieder, teils aus eigener Feder, zur gezupften Gitarre, textlich passend zu Sommer und Herbst. „Sehr schöner Vortrag in deutscher und englischer Sprache“, kommentierte Jürgen Lüders, der Organisator. Christa Achsenik (84), die bei fast allen bisherigen Offenen Bühnen anwesend war und auch schon bei mancher Session mitgetrommelt hatte, gab eine teils humorvolle Kostprobe ihres Könnens ab. In zum Oktober/-fest passendem „Outfit“ begleitete sie das Melodiespiel der Saxophonistinnen Vera und Michaela am Schlagzeug, gab dabei auch manche Solo-Einlage. Das Publikum stimmte freudig mit ein bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ und „So ein Tag, so wunderschön wie heute“.

Mit der Band „DICE IN MOTION“ aus Niebüll wurde das Publikum Zeuge einer grandiosen Neuentdeckung. Perfekt arrangierte Eigenkompositionen ebenso perfekt dargeboten. Die Band mit Jacob Hansen (Drums), Jurij Rutz (Bass), Martin Oswald (Rhythmusgitarre) und Jesse „Clapton“ Ahrens (Lead-Gitarre) begleitete die ausstrahlungskräftige Stimme der Band, Sängerin Wienke Kobarg, so gefühlvoll und dynamisch, wie es bei Amateuer-Rockbands eher selten vorkommt. Begeistert rang das Publikum den jungen Musikern Zugaben ab, bis deren Repertoire gänzlich ausgeschöpft war. Diese sympathische junge Band wird noch weit über Niebüll hinaus Beachtung finden.

Zu dem unverhofften Ohrenschmaus hatte nicht zuletzt Soundmixer-„Lehrling“ Jörg-Uwe Petersen am Mischpult mit viel Fingerspitzengefühl beigetragen.

Elisabeth Horn gab Eigenkompositionen mit Gesang und Gitarre. Sehr berührend trug sie ein ihrer Uroma gewidmetes Lied vor. Es erzählt davon, wie sie der an Alzheimer erkrankten Frau einmal durch ihr weihnachtliches Gitarrespiel die Erinnerung an den Text eines alten Liedes zurück geben konnte.

In die abschließende Blues-Session leitete dann Rapper Alex Wenig mit einer kurzen Einlage über. Es war eine Veranstaltung von sehr hohem Niveau und großer Vielfalt.

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