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Neue Boje auf dem Ruttebüller See : Nordfriesland: Die Grenze zum Nachbarn steht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine deutsch-dänische Kommission inspizierte den Grenzverlauf zwischen den Nachbarstaaten – auch auf dem Ruttebüller See.

Aventoft | Die Wassertemperatur des Ruttebüller Sees lag am Freitagnachmittag bei 17 Grad Celsius, als Mathias Bien seinen folgenden Tauchgang erläuterte. Der Amtsrat arbeitet normalerweise im Landesamt für Vermessung und Geoinformation in Husum – gestern hatte der 55-Jährige seinen Anzug und das trockene Büro gegen Neoprenanzug und Motorboot getauscht. Sein Auftrag: Direkt zwischen Deutschland und Dänemark musste eine neue Grenzboje mit im Ruttebüller See (Rudbøl Sø) zu Wasser gelassen und verankert werden.

Die Boje ist eines von 280 Grenzmalen, die die Staatsgrenze zum nördlichen Nachbarn sichtbar machen. 94 Jahre ist es mittlerweile her, dass die neue Grenze durch eine Volksabstimmung für die nördlichen Bereiche Schleswigs festgelegt wurde. Der Versailler Vertrag, der das Ende des ersten Weltkrieges auch völkerrechtlich besiegeln sollte, hatte dies so vorgeschrieben. Kurz darauf schlossen die Nachbarn einen Vertrag, um die Grenze auch für die Zukunft zu sichern und Streitigkeiten zu vermeiden. Entsprechend muss nach dem Abkommen „Sicherstellung des Grenzzuges zwischen den beiden Ländern und Unterhaltung der die Grenze bezeichnenden Grenzmale“ von 1922 regelmäßig eine gemeinsame Grenzinspektion erfolgen. Beide Staaten haben vereinbart, dass in Jahren, die mit der Zahl „...04“ enden, eine Begehung der Grenze zu erfolgen hat. Verantwortlich für die Inspektion sind das Staatsamt Sønderjylland und die Grenzkreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, beide Seiten unterstützt von den Katasterämtern Apenrade, Flensburg und Husum. Zu inspizieren sind insgesamt 144 Kilometer Grenze, davon 67 Kilometer Landgrenze.

Die Bojensetzung im Ruttebüller See bildete nun den Abschluss der diesjährigen Inspektion. Beamter und Sporttaucher Mathias Bien wurde, nachdem er sein Vorhaben der anwesenden deutsch-dänischen Kommission erläutert hatte, von einem Boot des THW Niebüll rund 500 Meter auf den See hinaus gefahren, um die neue Boje zu verankern. Wo die alte Grenzmarke abgeblieben ist – darüber konnten auch die Anwohner nur spekulieren: „Ich glaube, dass die Boje im Winter durch Eisverschiebungen verlorengegangen ist“, vermutete Thomas Nielsen, dessen Bauernhof auf dänischer Seite direkt an den See grenzt. Auf dem Grund des Sees befindet sich eine Metallöse, an der Mathias Bien schließlich die frische Boje befestigte. Um den Sinn des Schwimmkörpers zu unterstreichen, war die Boje mit einer deutschen und einer dänischen Flagge geschmückt.

Ähnlich harmonisch ging es dann auch bei der abschließenden, gemeinsamen Pressekonferenz der Grenzkommission zu. Ihr Fazit: Die Grenze zwischen dem Königreich Dänemark und der Bundesrepublik Deutschland „steht“. Nur wenige Grenzmale hätten sich leicht verschoben, erläuterten Fachleute aus Katasterämtern, Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen sowie die Direktorin der dänischen Staatsverwaltung. Die Zusammenarbeit sei, wie bei der vorigen gemeinsamen Inspektion auch, sehr gut gewesen, so die einhellige Meinung.

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