Norddeutsche Eisenbahngesellschaft feiert 120. Geburtstag und Richtfest

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06. Juli 2015, 16:06 Uhr

Am morgigen Donnerstag, 9. Juli, feiert die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft GmbH (neg) zwei Ereignisse: Auf dem Betriebshof wird der Neubau der Werkstatt gerichtet. Außerdem feiert das Niebüller Verkehrsunternehmen, das im Juli 1895 seinen Betrieb aufnahm, seinen 120. Geburtstag.

Als die einstige „Kleinbahn Niebüll-Dagebüll AG“ ihren Betrieb zwischen Niebüll und der Dagebüller Hafenmole aufnahm, hatten die Inseln Föhr und Amrum auch ihren Bahnanschluss. Denn: Fast jeder vierte Reisende, der mit einem Schiff der Wyker Dampfschiffsreederei (WDR) zu einer der Inseln übersetzt, ist Fahrgast der neg. Beide Verkehrsmittel sind im Fahrplan zeitlich aufeinander abgestimmt. Nach und nach möglich gewordene Optimierungen des Fahrplans reduzierten (um ein Beispiel zu nennen) die Fahrzeit von Köln nach Amrum von bisher 12 auf neun Stunden.

Im Jahr 2004 ging die Eisenbahn Niebüll-Dagebüll von der einstigen „Kleinbahn“ und zeitweiligen NVAG (1956-2003) in die Verantwortung der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH (kurz neg) über, eine Tochter der Luxemburgischen Staatseisenbahn (CFL). 2001 erweiterte sich das Bahnunternehmen nach Norden. Gemeinsam mit dem dänischen Kooperationspartner Arriva betreibt sie grenzüberschreitend den Nahverkehr zwischen Niebüll und Esbjerg.

Den Eisenbahnverkehr betreibt die neg mit drei eigenen Triebwagen, die auch IC-Kurswagen des DB-Fernverkehrs nach Dagebüll ziehen, sodass Fernreisende nicht in Niebüll umsteigen müssen. 1926 ist die Bahnstrecke nach Dagebüll vom Meter-Spur-Gleis auf die 1,435 Meter breite Normalspur umgestellt worden. Im selben Jahr wurde auch die Werkstatt erreichtet, die jetzt durch den Neubau ersetzt wird.

Mit dem Neubau erhalten die Verkehrsmittel der neg eine zeitgemäße Wartungseinrichtung. In deren erster Baustufe entstehen drei Arbeitsstände für Busse und Bahnen mit je 55 Metern Arbeitslänge – überspannt von einer Kranbahn.

Hinzu kommen Funktions- und Sozialräume, eine Modernisierung der Abstellflächen für 20 Busse und ein 500 kW starker E-Anschluss der Stadtwerke für Busse, die einmal „elektrisch“ auf Achse gehen sollen.

Insgesamt belaufen sich die Investitionen der neg nach vorläufiger Schätzung auf etwa vier Millionen Euro.  


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