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Fantasie-Gemeinde : „Noldawia“ – das Dorf der Schüler

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

360 Schüler schufen in ihrer Fantasie-Gemeinde eine funktionierende Wirtschaft und übten sich im Sozialverhalten.

Die „Emil-Nolde-Schule“ in Neukirchen ist wieder zum Dorf „Noldawia“ umgewandelt worden, einem Fantasie-Ort mit verschiedenen Betrieben und Institutionen. Dieses sechste Projekt seiner Art wurde 2003 ins Leben gerufen und hat sich im zweijährigen Rhythmus zu einer fest Einrichtung an diesem innovativen Lehrinstitut etabliert.

Alle 360 Schülerinnen und Schüler von der ersten Grundschulklasse bis zur zehnten Realschulklasse, das gesamte Lehrerkollegium sowie zahlreiche Eltern wirkten bereits in der Vorbereitungszeit mit, um das Schulgelände in ein lebendiges, vielfältiges Dorf zu verwandeln. Viel Unterstützung erhielten sie dabei von mehreren heimischen Betrieben, die von den Schülern selbst angesprochen worden waren. Im Verwaltungstrakt hatte das Regierungsviertel seinen Hauptsitz mit der Lehrerin und Projektleiterin Dörte Momsen als „Verwaltungs-Chefin“. Ihr zur Seite stand der Schüler Tim Eggers als Bürgermeister, der auch die Eröffnungsrede hielt und dabei das obligatorische Band durchschneiden durfte.

Die große Aula war zum Marktplatz umfunktioniert, jeder Klassenraum zu einem Betrieb umgewandelt und die Schulgänge erhielten passende Namen wie Zwergengasse (Grundschule), Schelmengang, Einstein-Allee oder Orientstraße. Projektleiterin Dörte Momsen: „Dieses Projekt ist eine Wirtschaftssimulation, wo Schüler lernen, wie es im richtigen Berufsleben und darüber hinaus zugeht.“ Hier arbeiten alle Altersgruppen zusammen. Denn wie in richtigen Firmen gab es Leiter und Geschäftsführer (9. und 10. Klassen), Gesellen und Mitarbeiter (5. bis 8. Klassen) sowie Lehrlinge (Grundschüler). Als Aufsichtsräte fungierten jeweils Lehrer und Eltern, wobei fünf Betriebe – eine Besonderheit – ausschließlich von Eltern beaufsichtigt wurden.

Tim Eggers sprach zwar von etwas Stress, hob aber die tollen Erfahrungen hervor – darunter, wie man mit Praktikanten umgehen sollte. So mussten die Schüler zuvor in einem Bewerbungsbogen ihr Betriebsinteressen für fünf Berufsarten auswählen. In dem entsprechenden Betrieb galt es dann, zu arbeiten und Geld zu verdienen, das dann auch wieder in Noldawia ausgegeben werden konnte. Die Währung war nicht Euro und Cent, sondern die dorfeigene Währung von „Nolde“ und „Puk, die eigens in den Wechselstuben der Nolde-Bank getauscht werden konnte. Reger Betrieb herrschte beim eigenen Postamt mit einem eigenen Paketdienst. Auch die Presse und eine Werbeagentur, die ein eigenes Nolde-Blatt mit allerhand Beiträgen, Wissenswertem, Interviews und Anmerkungen herausbrachten, gehörten zum Angebot. Beim „Trödel-Trupp“ wurden aufpolierte Gegenstände wie Bücher oder Kerzenständer verkauft, ebenso in der Firma „Aus alt wird neu“. Vogelkästen und Futterstellen stellte die Firma „Tschiepi“ her, während bei „T-shirts4you“ T-Shirts und Einkaufsbeutel bunt bedruckt wurden. Das Knopfstudio stellte Schmuck aus Perlen und Knöpfen her, und im Tattoo-Studio gab es Hennas und Haarstyling. Künstlerisch tätig waren kleine Maler, die Nolde-Bilder malten, um sie zu verkaufen. Aber auch für das leibliche Wohl sorgten die Betriebe Pizzaflitzer, Waffel-Bude, Fancy Cupcakes und Candy Factory mit selbst hergestellten Bonbons, Lollis und sonstigen Leckereien.

Bei der öffentlichen Präsentation wollten die Besucherströme von Eltern, Oma und Opas, Verwandten, Freunden und sonstigen Gästen kaum enden. Alle Nebenstraßen des Schulgeländes waren zugeparkt und an jedem Stand der „Firmen“ herrschte großer Andrang, so dass einige bereits vorzeitig „ausverkauft“ melden mussten.


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erstellt am 08.Mär.2015 | 14:27 Uhr

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