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Bürgerumfrage : Noch sauberer, sicherer, attraktiver

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Ergebnisse der Umfrage vom vergangenen Sonntag liegen vor: So stellen sich Niebüller Bürger ihre Stadt vor

von
erstellt am 19.Mär.2015 | 05:00 Uhr

„Eine Diskothek mit zwei Ebenen im alten Postgebäude – unten Oldies, oben Techno“ oder dessen „Umbau als Verwaltungszentrum – wegen der super Lage“, eine Nutzung des Schlauchturmes an der Feuerwehrzentrale als Aussichtsturm, eine Wiedereröffnung der Bahnstrecke nach Flensburg: Das sind nur einige Ergebnisse der Befragung, die Stadtvertreter und Verwaltung am vergangenen Wochenende beim verkaufsoffenen Sonntag durchgeführt haben.

Sinn der Aktion war es übrigens, die Bürger verstärkt in die Planungen für ein künftiges Niebüll miteinzubinden. Nicht, dass sie nicht die Möglichkeit dazu hätten, allerdings sind die Einwohnerfragestunden bei den diversen Niebüller Sitzungen gar nicht oder nur mäßig besucht. Und dann ist da ja noch das Problem, dass bei diesen Gelegenheiten keine Wünsche geäußert, sondern lediglich Fragen gestellt werden dürfen – innerhalb eines zeitlichen Rahmens von etwa drei Minuten. Die Sprechstunden des Bürgermeisters und des Bürgervorstehers oder die Direktansprache der Kommunalpolitiker sowie der Beauftragten für Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen, Kinder und Jugend bieten Gelegenheiten, Anregungen, Wünsche und Sorgen los zu werden. Die Aktion am Sonntag war also ein Zusatzangebot.

Wie stellen sich die Bürger ihre Stadt Niebüll vor? Im Bereich „Attraktionen“ fällt der mehrfache Wunsch auf, den Rathausplatz – insbesondere für Kinder – spannender zu gestalten, beispielsweise durch Wasserspiele, eine Sandkiste, Strandkörbe und ähnlichem. Ein Dorn im Auge sind Nutzern die vielen „Maulwürfe auf Spielplätzen“. Auf der Liste ganz oben stehen Maßnahmen am Hallenbad, und da scheint die Nachbargemeinde Leck das Vorbild zu sein: eine Wassertunnelrutsche mit Lichteffekten, erweiterte Öffnungszeiten. Ein Chlor-Freibad mit Kacheln und langer Slalomrutsche wird es wohl nicht geben, dagegen wirken Anregungen wie eine Seilbahn, ein Klettergerüst und eine Wasserstelle am Spielplatz Berliner Ring geradezu bescheiden. Events stehen hoch im Kurs, so wünschen sich Befragte eine Neuauflage der legendären Wehlenparty oder würden sich über ein internationales Musik-/Kulturereignis mit Teilnehmer aus verschiedenen Ländern freuen. Die Belebung des Kleingartengeländes, Outdoor-Trainingsgeräte nach dem Vorbild Viöl und Ausreitwege in der Nähe der Reithalle wurden vorgeschlagen. Apropos Straßen und Wege: Radwege von der B5 ins Gewerbegebiet Ost und vom Peter-Schmidts-Weg bis zum Stellwerk, Zebrastreifen an der Mühlenstraße/Westersteig, die Einhaltung der Tempo-30-Zonen, die Beleuchtung des Friesenweges, eine Verkehrsberuhigung Deezbüller Straße und die Verbannung des Autoverkehrs aus der Stadt bei Aktionstagen wie dem Hauptstraßenvergnügen oder dem verkaufsoffenen Sonntag wurden genannt. Weitere Wünsche sind ein optimierter Fahrplan Niebüll/Sylt und auf keinen Fall längere Schließzeiten am Bahnübergang Gather Landstraße.

Wie realistisch alle diese Vorschläge sind, wird die Zeit zeigen – und die anstehenden Diskussion in den zuständigen Ausschüssen. Aber man muss kein Prophet sein, um dem gewünschten Abbau von Fahrradständern in der Hauptstraße (zwischen VR Bank und Einkaufszentrum Knudtsen) zugunsten von weiteren Pkw-Stellflächen in das Reich der Chancenlosigkeit zu verbannen. Denn Niebüll hat sich nun einmal auf die Fahne geschrieben, fahrradfreundliche Stadt zu werden.

„Groß ist der Spannungsbogen der Wahrnehmungen“, erklärte Bürgermeister Wilfried Bockholt bei der Diskussion der Ergebnisse während der jüngsten Hauptausschusssitzung. So habe er Rückmeldungen erhalten, die einerseits die Sauberkeit lobten, andererseits hieß es da: „Mann, ist Niebüll dreckig.“

„Die Leute sind überwiegend begeistert von der Stadt“, will Bürgervorsteher Uwe Christiansen erkannt haben. Und zur Befragungsaktion insgesamt: „Ein Versuch war es allemal wert.“

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