Spazier-Gottesdienst : „Nirgendwo ist man Gott so nah“

Auf dem Hügel im Marschenpark wurde die Schöpfungsgeschichte verlesen.
Auf dem Hügel im Marschenpark wurde die Schöpfungsgeschichte verlesen.

Bei einem biblischen Spaziergang durch die Niebüller Umgebung befassten sich die Teilnehmer mit der Schöpfungsgeschichte.

shz.de von
02. September 2018, 12:37 Uhr

Ein Dreigestirn aus dem Niebüller Kirchengemeinderat nahm die Anregung auf: Ein etwas anderer Gottesdienst als Alternative zum üblichen Gottesdienst. Inga Karlsson, Kurt-Heinz Jappsen und Anna Ihme planten gemeinsam einen Spazier-Gottesdienst - eine Idee, die bereits in anderen Gemeinde großen Anklang fand. „Wir haben uns eine Route rund um Niebüll ausgedacht“, so Initiatorin Anna Ihme.

Die Resonanz war ermutigend: Rund 20 Bürger versammelten sich am Eingang des Marschenparks, nahe der Jugendherberge. Von dort begab sich die Gruppe auf einen Hügel, um den Abstand zum Himmel zu verkürzen und Gott näher zu kommen. Da ein Hauptthema der Kirche die Bewahrung der Schöpfung, mit der auch ein nachhaltiges Handeln verbunden ist, stand ebenfalls unter dem Motto dieses Spaziergangs.

Im aktuellen Kirchenkreis erklingt dazu eine Aufforderung: „Guten Morgen! Aufgeweckt die Schöpfung gestalten!“ Anna Ihme verlas auf dem Berg, der einen Deichdurchschnitt darstellt, die Schöpfungsgeschichte. Ein besonderer Moment, denn gerade in diesem Augenblick bildete sich ein wunderschöner Regenbogen. „Ein Zeichen“, freut sich Anna Ihme. Unter dem Regenbogen ging der Spaziergang durch den Park Richtung Grüngürtel. Am „Malmesbury-Haus“ berichtete Inga Karlsson über Tierwohl und Tierschutz. Nach einer kurzen Pause wanderte die Gruppe entspannt Richtung Stadtpark. Im Kreis aufgestellt lauschten die Teilnehmer konzentriert den Ausführungen von Kurt-Heinz Jappsen zum Thema Insektenschutz.

Auf der nächsten Station Rathausplatz versammelten sich die Spaziergänger unter der großen Eiche. Hier sprach Inga Karlsson über Ernährung, verbunden mit dem Hinweis auf den Verbrauch regionaler und saisonaler Produkte.

Inzwischen war die Sonne herausgekommen, so dass die Gesichter sich ebenfalls mehr und mehr aufhellten. Ziel war die Christuskirche, hier wartete schon Pastor Dr. Christian Winter. Anna Ihme widmete sich auf der Kirchwiese abschließend dem großen Thema „Verantwortung des Menschen“. Der Mensch sei schließlich selbst Schöpfung und habe daher die Pflicht, die Erde zu bewahren. Pastor Winter erteilte in der Kirche allen den Segen. Danach ging es zum fröhlichen, gemeinsamen Frühstück ins Gemeindehaus. Bei lebhaftem Geplauder waren sich alle einig, dass es ein gelungenes Experiment war. „Nirgendwo ist man Gott so nah wie in der Natur!“
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