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Mitgliederschwund : Niebülls Kleingärtner in Sorge

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Trotz mehrerer Einbrüche und rückläufiger Mitgliederzahlen wirbt der 70 Jahre alte Verein bei Menschen jeden Alters für sein kreatives Wirken

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Der Verein der Gartenfreunde Niebüll hat derzeit verstärkt mit Einbrüchen und Vandalismus zu kämpfen. In der Kleingartenanlage wurde in letzter Zeit häufiger gezielt in Hütten eingebrochen und mutwillig Stromkästen zerstört. Mitglieder und Vorstand sind verärgert und verstehen ein derartiges Handeln nicht. Denn sie suchen auf ihren Parzellen hauptsächlich Ruhe und Frieden.

Auf 200 bis 500 Quadratmeter kann jeder Interessierte seiner „grünen Ader“ freien Lauf lassen und das für einen geringen Preis von zehn bis 35 Euro jährlich. Von Apfelbäumen bis zu Biotopen ist in der Kolonie alles zu finden. „Ausserdem hält die Gartenarbeit fit und entspannt“, sagt Gabriele Behrendt (61). Die Vorsitzende spricht gerne davon, sie gehe in „ihre Parkanlage“.

Die Mitgliederzahl allerdings nimmt ab. Von einstmals 87 sind aktuell noch 57 Kleingärtner im Verein organisiert. Es gibt kaum noch Nachwuchs, weil viele Leute die Pflege ihrer Parzellen als „Pflicht“ und als reine Arbeit sehen. Dabei gibt es nur wenige Vorschriften, hingegen viel Freiheiten und Möglichkeiten der Entfaltung. Jeder kann selbst über seinen Garten entscheiden, er muss nur einigermaßen „in Schuss“ gehalten werden, und auch für Strom und Wasser ist gesorgt. Die einzige Pflicht für jedes Mitglied sind acht Stunden gemeinnützige Arbeit in einem Gartenjahr (März bis Oktober).

Die Farbenvielfalt ist außergewöhnlich, es gibt alles – von Gemüse bis zur Tulpe. Die Tierwelt ist vielfältig in dem kleinen Park: Vom Eichhörnchen bis zur Eule ist alles zu sehen. So ein Kleingarten ist nicht nur im Gartenjahr schön, auch im Winter ist er ein Erlebnis. „Sich den Schnee auf den Pflanzen und Blättern anzusehen, entspannt und macht fröhlich in dieser tristen Jahreszeit“, beschreibt der Rechnungsführer Reinhard Röder (60) seine Eindrücke.

Die anfänglich beschriebenen Fälle von Vandalismus bedeuten Rückschläge für den kleinen Verein, die Reparaturkosten für die Stromkästen und Hütten sind sehr hoch. „Der Vereinsgeist geht ein wenig verloren, da die Mitgliederzahl rapide abnimmt“, beklagt Reinhard Röder. Doch trotz allem lässt auch Gabriele Behrendt sich nicht unterkriegen: „Der Kleingartenverein ist mein Herz und meine Seele.“ Die Natur zeigt hier ihre gesamte Arten und Farbenvielfalt. „Das schönste Gefühl ist, wenn man sieht, wie etwas selbst Erschaffenes heranwächst“, so Reinhard Röder. Sogar Tiere wie Hunde oder Katzen mitzunehmen ist erlaubt, solange sie abends wieder mit Heim genommen werden. Der Verein kennt für seine Mitglieder nur zwei Regeln: ein Wohnverbot in den Lauben sowie die, dass der Garten gut gepflegt sein muss. Häufig treffen sich die Mitglieder abends noch auf einen kleinen Schnapps oder einen Kaffee im Vereinsheim, um dort ein wenig zu plaudern oder sich auszutauschen. Alles in allem ist so ein Kleingarten etwas Schönes und Entspannendes. Neumitglieder aller Altersgruppen sind willkommen, sowohl Senioren als auch Kinder. Der Spaß steht im Vordergrund.

Dieses Jahr feiert der Verein übrigens sein 70-jähriges Bestehen.

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