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Gastgewerbe : Niebülls Hotelangebot soll wachsen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wirtschaftsexperte empfiehlt der Stadt die Ansiedlung eines weiteren Hotels / Wachsende Windkraftbranche als Gästemotor

Es ist ein tiefgreifender Wandel, den Niebülls Gastgewerbe über die vergangenen 25 Jahre vollzogen hat: Während die Stadt stetig wuchs und heute nahezu 10  000 Einwohner zählt, ist die Anzahl der Gasthäuser im gleichen Zeitraum zurückgegangen. Jetzt mehren sich die Stimmen, die der Stadt ein weiteres Hotel empfehlen.

„Früher hat es zahlreiche kleine inhabergeführte Gasthöfe im Stadtgebiet gegeben“, erinnert sich der Niebüller Hotelier Boy Oldigs. „Doch die sind über die Jahre alle aus unterschiedlichsten Gründen gestorben.“ Neben der Alten Schmiede, dem Niebüller Hof und der Insel Pension, gebe es heute kein nennenswertes Hotel-Angebot mehr. Hotelier Oldigs selbst führt die Insel Pension. Der Familienbetrieb des 47-Jährigen erhält auf den einschlägigen Buchungsportalen Bestnoten. Auch er sieht noch genug Luft für einen weiteren Mitbewerber: „Das Kundenpotential ist da und es würde zur guten Stadtentwicklung passen.“

Dieser Meinung ist auch Frank Behrens von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), die im Auftrag des Landes auch die Tourismusbranche im Norden fördern soll. Für die Ansiedlung eines weiteren Hotelbetreibers sieht der Wirtschaftsberater in Niebüll alle Kriterien erfüllt: „Wir messen einen merklichen Zuwachs im Tourismus, von dem auch Südtondern profitiert“, so Behrens. Niebüll habe in diesem Zusammenhang eine sehr vorteilhafte Lage, „die natürlich auch von der Insel Sylt profitiert“. Auch die Windkraft als wachsender Industriezweig im städtischen Einzugsgebiet sei in dieser Hinsicht ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg eines neuen Betriebes. Diese Einschätzung deckt sich mit der Buchungslage der Insel Pension in der Gotteskoogstraße. Hotelchef Oldigs weiß aus dem Tagesgeschäft, dass die Zahl der Monteure und Geschäftsreisenden aus der Windkraftbranche unter seinen Gästen in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen hat. „Mit dem Boom wächst diese Kundengruppe natürlich enorm.“ Trotzdem sind es nicht nur diese Übernachtungsgäste, die die Betten der Niebüller Hotels füllen. Auch die klassischen Touristen schätzen die Stadt nach wie vor als zentralen Punkt für Tagestouren auf die Inseln und in das Südtonderaner Umland. „Es mischt sich heute aber komplett, sagt Boy Oldigs.

Wie aber muss ein neues Hotel gestaltet sein, damit es sich am Markt halten kann? „Die Stadt verträgt noch ein zusätzliches Haus in der Betriebsgröße des Niebüller Hofs“, sagt WTSH-Berater Frank Behrens. Man müsse in der Lage sein, eine Busladung Menschen auf einmal einzuquartieren. Weitere Voraussetzung für ein langfristig erfolgreiches Hotelprojekt sei eine zeitgemäße Ausstattung und die Vermeidung von Sanierungsstau. „Heute kranken viele Betriebe in der Fläche an zwei Dingen: die Nachfolge ist nicht geregelt und die reiseerfahrenen Gäste finden die gewünschte Qualität nicht mehr vor.“

Auch die Kommune trägt einen wichtigen Anteil zum Gelingen einer Hotel-Neugründung bei. „Die Stadt muss sich fragen, was ihr der Tourismus wert ist und Investoren dann positiv begleiten“, so Behrens. Dazu gehöre dann auch eine schnelle Genehmigung von F- und B-Plan sowie Hilfe als Ansprechpartner. Für Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt ist die Materie nicht neu: „Die Erweiterung des Hotelangebots ist im Rathaus schon länger ein Thema, das wir intensiv beraten.“ Besonders für Alleinreisende und Familien gebe es einen Bedarf.

Die Experten aus Wirtschaft und Verwaltung sind sich offenbar einig: Es scheint, als stehe nicht mehr die Frage im Raum ob Niebüll ein weiteres Hotel bekommt, sondern nur noch wann.

 

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erstellt am 19.Feb.2015 | 09:49 Uhr

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