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fasern in der Luft : Niebülls Halle 1 bleibt gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In der Luft hat ein Sachverständiger Fasern einer Ende der 70-er Jahre für die Dämmung verwendeten Mineralwolle festgestellt.

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erstellt am 28.Feb.2015 | 09:45 Uhr

Die Halle 1 auf dem Gelände des Schul- und Bildungszentrums des Kreises Nordfriesland in der Uhlebüller Straße bleibt für den Schul- und Vereinssport bis auf Weiteres geschlossen. Grund sind die bei einer Untersuchung der Staubbelastung durch einen Sachverständigen in der Luft festgestellten Fasern. Sie stammen aus einer Dämmung, die sich hinter den Prallschutzwänden entlang der gesamten Halle befindet. Bei dem Ende der 70-er Jahre entstandenen Bau hatte man seinerzeit die heute als nicht ganz unbedenklich, aber auch als nicht gefährlich geltende Mineralwolle, wie sie bei jedem Hausbau eingesetzt wurde, zwischen der Lattung verlegt, mit einer schwarzen Folie bespannt und anschließend mit Holz verkleidet. Diese Folie ist im Laufe der Zeit brüchig und löchrig geworden, kann inzwischen leicht durch die Spalten mit den Fingern aufgebohrt werden und so weitere Fasern freisetzen. Nach Hinweisen hatte der Kreis Nordfriesland die nun erfolgte Untersuchung veranlasst. Grund zur Sorge besteht nicht. Wilfried Bockholt: „Es handelt sich um eine absolute Vorsichtsmaßnahme. Wir müssen einfach handeln.“

Angeboten habe der Sachverständige in seinem bauphysikalischen Schadstoffgutachten zwei Varianten, so der Bürgermeister am Donnerstag in der Stadtvertretersitzung: Die erste Möglichkeit wäre das Abhängen und Abkleben der Wände. Damit wäre die Halle zwar nutzbar, nur für den Ballsport eben nicht. „Aber was nützt uns so die Sporthalle“, fragt der Bürgermeister. Also blieb nur die zweite Lösung: sofortige Sperrung und eine Erneuerung der Prallschutzwände. „Die geschätzten Kosten für die Maßnahme liegen bei etwa 120  000 Euro brutto“, so Wilfried Bockholt. Ein Betrag, den sich Kreis Nordfriesland und Stadt Niebüll, weil es sich um Investitionskosten handelt, teilen. Die laufenden Kosten werden hingegen über den Kreis nach einem festgelegten Schlüssel (Niebüller Anteil: 45,47 Prozent) abgerechnet.

Für die geschätzten 60  000 Euro ist ein Nachtragshaushalt notwendig, das Geld ist keinesfalls zum Fenster rausgeschmissen. Die nun angeschobene Maßnahme ist ein Vorgriff auf eine ohnehin geplante Sanierung der Halle 1, bei der neben der Lüftungstechnik auch der Fußboden und die Decke erneuert werden. Das Großprojekt soll in zeitlicher Abstimmung mit der dringend notwendigen Sanierung der Südtondernhalle am Hallenbad (wir berichteten) erfolgen, die allerdings Priorität genießt.

Die Fraktionen in der Stadtvertretung sehen die Notwendigkeit eines schnellen Handelns. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Uerschels. „Ich sehe keine sinnvolle Alternative.“ Und auch Bert Bruhn (CDU) erklärt: „Die Maßnahme muss so schnell wie möglich angeschoben werden.“ Das geschieht nun. Wie lange bleibt die Halle 1 nun geschlossen? So ganz genau kann man das nicht sagen. Wilfried Bockholt hofft, dass die gesamte Maßnahme bis spätestens zum Ende der Osterferien (17. April) abgeschlossen ist. Ob es klappt, weiß niemand.

Bis dahin ist nun viel organisatorisches Talent gefragt, denn die Halle 1 wird gebraucht. Sie ist praktisch sieben Tage in der Woche, meistens bis 22 Uhr, belegt, wird für den Schul- und Vereinssport genutzt. Die Modellflieger trainieren hier, und auch für die regelmäßig stattfindende HGV-Messe (die nächste ist 2016 ) wird sie dringend benötigt.

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