Verkehr : Niebülls Autofahrer müssen umdenken

Ebenso ist sie an der Ecke „Bahnhofstraße“/„Am Stellwerk“ geplant.
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An der Ecke „Bahnhofstraße“/„Am Stellwerk“ ist eine abknickende Vorfahrt geplant.

Der Bauausschuss hat nach einer langen Planungsphase umfangreiche Veränderungen in der Straßenführung auf den Weg gebracht.

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26. Januar 2015, 05:00 Uhr

„Das hier ist nun der mit dem Landesbetrieb Verkehr (LBV) und der Polizei diskutierte und endgültig abgestimmte Plan“, kündigte Arno Behnemann vom Planungsbüro Reimer Ivers zum Auftakt seiner Ausführungen an. Pendler und Einwohner, ob mit den Pkw, auf Fahrräder oder mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs, können sich freuen: Sie werden, wenn auch die Stadtvertretung ihr ok gibt, künftig schneller und sicherer in den Stadtkern gelangen. Denn der Bauausschuss hat mit seiner jüngsten Sitzung  etliche gravierende Veränderungen in der Straßenführung auf den Weg gebracht. Mit den Beschlussvorschlägen werden nicht nur die seinerzeit in dem Generalverkehrsplan auf Grund von Verkehrsmessungen und Erfahrungen beschlossenen Neuerungen umgesetzt, auch jahrelang beratene und  wieder „auf Eis“ gelegte Pläne finden nun ihren Abschluss.

Im Einzelnen: Das Gros der Verkehrsströme fährt über die L7 (Peter-Schmidts-Weg) von der Verladerampe kommend in die Stadt. Erste große Änderung: Die Kreuzung am Emil-Nolde-Straße, Peter-Schmidts-Weg, Bahnhofstraße erhält den lange geplanten Kreisverkehr – und nun auch die von der Stadtvertretung sowie Bürgern geforderten vier Zebrastreifen – an jeder Straßeneinmündung einen. Ein Novum, wie  Diplom-Ingenieur Arno Behnemann  deutlich machte: „Niebüll erhält den ersten Kreisverkehrsplatz in Nordfriesland, der Zebrastreifen hat.“ Die bestehende, viel diskutierte Bedarfsampel wird abgebaut. Ändern soll sich die Zufahrt zum „Lidl“-Parkplatz. Da es für große Fahrzeuge, die in die Bahnhofstraße abbiegen und zum Discounter wollen, zu eng wird, soll die Parkplatz-Einfahrt weiter in Richtung „Dänisches Bettenlager“ verlegt werden. Hierzu bedürfe es aber noch einer Abstimmung mit dem Konzern. Ärgerlich fand Ausschussmitglied Bettina Fritzsche (CDU) die Aussicht, dass die Kosten hierfür vermutlich an der Stadt hängenbleiben werden. Positiv für die Kunden: Sie sollen künftig eine eigene Linksabbiegerspur auf den Lidl-Parkplatz bekommen, sodass  nachfolgende Fahrzeuge weiterfahren können.

Weiter geht es in der Bahnhofstraße: Inwiefern es in Höhe des „Autohauses Kornkoog“ eine Bedarfsampel  geben wird, sie soll unter anderem auch den Menschen mit Behinderungen, die zu ihren Arbeitsplätzen in den Mürwiker Werkstätten möchten, einen sichere Querung ermöglichen, soll die Verkehrsschau klären. Sie findet aber großen  Anklang, zumal man, wie der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Manfred Steffens, die  Verkehrsteilnehmer  über den schmalen Weg  zwischen Autohaus und „Jawoll“ in Richtung Bahnseitenweg lenken können. Das sei angesichts der vielen gefährlichen  Ein- und Ausfahrten beiderseits der Bahnhofstraße wünschenswert.

Nächste große Änderung: Wer von der Bahnhofstraße  – und das tun die meisten Verkehrsteilnehmer – in die Straße  „Am Stellwerk“ und damit in Richtung „Skare-Fleisch“  abbiegen möchte, wird es künftig leichter haben. Hier entsteht eine abknickende Vorfahrt. Das heißt für die Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Bahnhof kommen: Sie müssen an dieser Stelle  warten. Eine bauliche Maßnahme, eine sogenannte „Nase“,  soll  die teilweise mit 60 Stundenkilometern  und schneller daherkommenden Autofahrer  stoppen und auf ihre Haltepflicht aufmerksam machen. Wer bisher in der Straße „Am Stellwerk“ an der alten Gleisanlage zum Schlachthof sein  Fahrzeug abgestellt hat, kann sich schon einmal davon verabschieden. Sowohl die vor sich hinrostende Gleisanlage (dieser Bereich gehört der Stadt) als auch die Parkplätze, die eigentlich keine sind, verschwinden. Damit wollen Planer und Politiker nicht nur dem „Wildparken“ ein Ende setzen (Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt: „Für das Parken ist das nahe Parkhaus da.“), sondern auch die Verkehrssicherheit erhöhen.  Unmittelbar hinter er abknickenden Vorfahrt  wird es eine  Mittelinsel  mit Wartebereich geben, so dass Fußgänger die Querung ermöglicht wird.  Der Grund: In Höhe des Schlachthofes gibt es räumlich  und wegen der Grundstücksgrenzen  keine Chance für einen Rad- oder Fußweg.

Nächste Änderung: Wer im weiteren Verlauf der Straße „Am Stellwerk“ die an „Sky“ vorbei die Gleise der „neg“ überfährt, stößt künftig an der  Kreuzung Osterweg auf eine weitere abknickende Vorfahrt. Sie wird die Verkehrsströme   nach rechts in Richtung „Schule für Sozialpädagogik“  in die Innenstadt und somit zur Hauptstraße leiten. Warum eine abknickende Vorfahrt und keinen Minikreisverkehr, erklärt Planer Arno Behnemann: Für einen  Kreisel mit  einem inneren Durchmesser von 20 Metern ist auf Grund der Bebauung kein Platz, und ein 13-Meter-Kreisel, den kleinsten, den es gibt,  für die Verkehrsstärke „nicht haltbar“.  Der Osterweg  Süd aus Richtung „Aldi“ kommend wird an der Einmündung etwas abgekröpft (sprich gekippt). „So weiß künftig jeder: Ich bin hier wartepflichtig. Das gilt auch in Bezug auf die Radfahrer und Fußgänger, deren Spur farblich  abgesetzt dem Verlauf der abknickenden Vorfahrt angepasst ist. Während Bürgermeister Wilfried Bockholt die „vernünftige Querung für Fußgänger“ lobte, gab  Holger Jessen (SPD) zu bedenken:  „Wer aus dem südlichen Osterweg kommt, muss also  künftig jeden durchlassen. Das kann dauern.“ Arno Behnemann erinnerte: „Ursprünglich war  ja noch mehr geplant:  eine Entwidmung und die Einführung einer 30-Zone im Osterweg Süd und  somit eine Verlagerung des Verkehrs in die Bahnhofstraße.“ „Genauso wollten wir es haben“, bestätigten Karl-Heinz Schmidt (SPD) und Bettina Fritzsche (CDU).

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