zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 06:16 Uhr

Kinder : Niebülls älteste Kita feiert Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kindertagesstätte „Bunte Welt“ begeht ihren 60. Geburtstag mit Kinder, Eltern und Gästen / Niebülls Bürgermeister lobt integrative Leistung

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 05:00 Uhr

„Mit Gott groß werden.“ Unter diesem Leitwort steht das Ev. Kindertagesstättenwerk Nordfriesland. Es wurde 2006 im damaligen Kirchenkreis Südtondern ins Leben gerufen. Im heutigen Kirchenkreis Nordfriesland gehören dem Kita-Werk in 17 Kirchengemeinden 30 Kindertagesstätten mit 1600 Plätzen an.

Die Stadt Niebüll zählt zu den „kindergartenreichsten“ Kommunen im Kreis mit ihren insgesamt neun Einrichtungen. Älteste Kita in der 10  000-Einwohner-Stadt Niebüll ist der Kindergarten „Bunte Welt“ in der Theodor-Storm-Straße, der am Sonnabend sein 60-jähriges Bestehen feierte. Der Geburtstag wurde im Beisein vieler Eltern, der Nachbarn und Vertreter der Stadt sowie einer Schar Kinder gefeiert. Es wurden Reden gehalten, Kaffee, Getränke und Kuchen aufgetischt und Spiele veranstaltet. Und vor allem war es gemütlich eng.

Der Jubilar unter den Niebüller Kitas ist etwas Besonderes. Doch der Reihe nach. Genau genommen gibt es ihn, wie Pastorin Sylvia Kilian-Heins zurückblätterte, seit dem 1. Januar 1946. Untergebracht war er zuerst in einer Baracke am Nordende der Tondernstraße. Neun Jahre – 1955 – später ging er vom DRK in kirchliche Trägerschaft über. Die Kindergartenbaracke galt lange als Notlösung und wurde zunehmend als Schandfleck gesehen, weil sie auch bei weitem nicht mehr den Mindestanforderungen (auch an Hygiene) entsprach. Die Kirche entschloss sich zu einem Neubau. Dessen Pläne entwarf der Architekt Reimer Deutsch. Zu den Handwerkern gehörten unter anderem Maurermeister Willi Carstensen und die Tischlerei Niko Petersen. Gekostet hat er 233  000 D-Mark, und eingeweiht wurde er am 1. Oktober 1963.

Seither hat sich viel verändert, berichtete Kita-Werk-Geschäftsführer Christian Kohnke bei der Geburtstagsfete. Die „Kindergärtnerinnen“ war die „Tanten“. Leiterin war Fräulein Hilda Feddersen und später Helga Lange. Heute ist es Jule Höfer, die zurzeit von Inken Korbmann vertreten wird. Was sich lange nicht verändert hat, war die Tatsache, dass sich der Kindergarten stets als eine große Familie sah. Heute allerdings ist die Kinderschar ein „bunter Haufen“, wie Christian Kohnke meinte. Nicht von ungefähr heißt er auch „Bunte Welt“, weil viele der Kinder aus afrikanischen und asiatischen Migrantenfamilien kommen. Diese sehen im Kindergarten auch insoweit einen großen Vorteil, weil ihre Kinder aus dem Kindergarten mit passablem Deutsch als kleine Dolmetscher in die Familie zurückkehren.

Die Stadt habe sich immer stark für den Kindergarten eingesetzt, blickte Christian Kohnke hinüber zu Bürgermeister Wilfried Bockholt, der der „Multi-Kulti-Familie“ und dem ältesten und „internationalsten“ Kindergarten die Grüße der Stadt übermittelte. Seit März leben etwa 100 Migranten in der Stadt. Das sei ein Prozent der Einwohner in Niebüll. „Gäste sind uns in dieser Stadt herzlich willkommen“, sagte der Bürgermeister. Man biete ihnen, die aus den Fluchtgebieten kommen, zumindest ein Dach überm Kopf, auch wenn es nicht immer das Beste sein könne. Er freue sich, wenn er von einem Migranten mit „Moin“ begrüßt werde. „Dies heute hier ist auch ein internationaler Geburtstag“, wünschte er den Besuchern des Kindergarten eine „richtig schöne Feier“. Pastorin Kilian-Heins rundete das offiziell gesprochene Wort ab, sang mit der großen Familie und erinnerte daran, „dass bei Gott Platz für jeden Menschen ist“.

Die Stunden der Geburtstagsfeier verliefen wie im Fluge. Jung und Alt verbrachten sie mit Spiel und Gespräch. Unter den Gästen aus der Nachbarschaft und „von weiter weg“ auch Pastorin Simone Schulze-Kösterke (heute in Flensburg-Weiche) mit Söhnchen Jonathan, die ihre alte Wirkungsstätte nicht vergessen und noch viele Freunde in Niebüll und Deezbüll hat.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen