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Kondomwettbewerb Schleswig Holstein : Niebüller Schülerinnen siegen bei Wettbewerb zur Gestaltung von Kondomverpackungen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit bunten Hüllen gegen HIV: Ziel ist es, Präservative attraktiver zu machen und damit vor sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen.

Ein Maulwurf mit Brille schaut unter der Überschrift Hilfsmittel hervor. Die Verpackung des kleinen Quadrats macht neugierig – was verbirgt sich dahinter? Hoppla: Ein geprüftes Kondom in ungewöhnlicher Aufmachung. Außergewöhnliche Ideen waren angesagt in dem Wettbewerb für die Gestaltung von Kondom-Verpackungen. Der Siegerentwurf des landesweiten Kondomwettbewerbs kommt wieder einmal aus Niebüll, bereits zum vierten Mal gewannen Schüler der Gemeinschaftsschule.

Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein fordert jedes Jahr Schüler ab dem 9. Jahrgang aus ganz Schleswig-Holstein dazu auf, mitzumachen. Zwei Schülerinnen der Niebüller Gemeinschaftsschule schafften es mit ihren klugen Entwürfen auf vordere Plätze: Emily Andresen auf Platz eins und Michelle Carstensen (beide 9. Klasse) auf den dritten Platz.

Petra Schulze-Lohmann von der Landesvereinigung und Katrin Samulowitz (AIDS-Hilfe Sylt) ehrten am Freitag die Siegerinnen – der erste Platz ist mit 150, Euro dotiert, für die Dritte gibt es 50 Euro. Lehrerin Elke Knaack und zahlreiche Mitschüler feierten fröhlich mit.

„Gestaltet die Umverpackung eines Kondoms mit einem Bildmotiv und/oder einem Spruch, das/der sich mit dem Thema HIV/AIDS und/oder sexuell übertragbaren Infektionen beschäftigt“, lautete der Auftrag. „Achtet darauf, dass das Motiv alle Jugendlichen, egal welchen Geschlechts, anspricht.“

Petra Schulze-Lohmann wies darauf hin, dass der Entwurf „spannend und aufregend“ sein soll, wie Sex eben. Das Kondom biete nach wie vor den einzig sicheren Schutz – sowohl vor Schwangerschaft und Vaterschaft sowie als auch vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV. „Darüber muss man reden, schon nach dem Anbandeln, auch wenn es nicht leicht fällt.“ Die Aktion sei daher in den Unterricht eingebunden. Hier lernen die Neuntklässler die Grundlagen: Jedes Kondom steckt in einer Verpackung, auf der eine Gebrauchsanleitung, ein Prüfzeichen und ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt sein müssen.

„Mit dem Wettbewerb möchten wir den Jugendlichen nicht den Spaß an der eigenen Sexualität vermiesen, sondern sie früh für Risiken und Schutzmöglichkeiten sensibilisieren und sie an einen verantwortungsbewussten und selbstbestimmten Umgang mit sich und anderen heranführen“, teilten die Veranstalter mit. Die Kommunikation sei das Wichtigste. „Offen darüber reden!“ Die Entwürfe der Vergangenheit hatten jeweils andere Design- und Spruchideen für die Botschaft: „Öffne mich … bevor es heiß wird!“ oder „zum Knallen“ brachten das Thema direkt auf den Punkt. „Ich sehe das Kondom als Hilfsmittel“, sagt Gewinnerin Emily Andresen, „es ist einfach ein Hilfsmittel wie eine Brille – daher habe ich den Maulwurf, der schlecht sehen kann, mit einer Brille ausgestattet.“ Dieser ziert die Hülle des Präservatives nun von außen. Eine super Idee, die im Inneren der Verpackung noch eine Aufwertung erfährt. Dort prangt ein anderer Entwurf: Lauter kleine Kondome, gemalt von der Föhrerin Leonie Riewerts, die damit auch einen ersten Platz belegte. „Es passt sogar in den Farben“, freute sich die Aidsberaterin über die harmonische Ergänzung der beiden Siegermotive.

10  000 dieser besonderen Kondom-Verpackungen inklusive Inhalt werden nun landesweit bei Präventionsveranstaltungen verteilt. „Mehr gibt der Etat nicht her“, sagt Karin Samulowitz. In Nordfriesland sollen jetzt rund 1000 Exemplare verteilt werden.

Ziel der Aktion ist es, die Attraktivität von Kondomen zu erhöhen und damit zum Schutz vor HIV und andern sexuell übertragbaren Infektionen sowie ungewollten Schwangerschaften beizutragen. „Nach wie vor ist die HIV-Infektion eine zwar behandelbare, aber nicht heilbare Erkrankung“, heißt es von der Expertin. Zunehmend treten auch andere sexuell übertragbare Infektionen auf, die nicht nur ungenehm sind, sondern auch gravierende Folgen wie Unfruchtbarkeit zum Beispiel bei Chlamydien oder Krebserkrankungen wie bei Humanen Papilloma Viren haben können. Insgesamt 220 Entwürfe waren zuvor bei den Initiatoren des Wettbewerbs eingereicht worden. Unterstützt wird das Projekt vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.


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erstellt am 16.Jun.2017 | 11:23 Uhr

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