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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 09:17 Uhr

Feuerwehr : Niebüller Blauröcke ziehen Bilanz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Neues Dienstfahrzeug wird rund 140 000 Euro billiger als erwartet / Reform der Kameradschaftskassen kommt auch in Niebüll-Deezbüll

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 05:00 Uhr

Der städtische Brandschutz mit Unterhaltung zweier Feuerwehren ist „für’n Appel und `n Ei“ nicht zu haben. Das wurde in der 6. Sitzung des Feuerschutzausschusses unter dem Vorsitz von Stadtvertreter Hendrik Schwind Hansen deutlich. Große und kleine Zahlen standen auch im Fokus von Berichterstattung und Aussprache.
So müssen im städtischen Etat für 2016 nach Vortrag von Gemeindewehrführer Uwe Mussack an der Haushaltsstelle „Feuerwehr“ allein 400  000 Euro vorgesehen werden. Die eine Hälfte davon sind allerdings Abschreibungen, die andere für Betrieb und Unterhaltung von Fahrzeugen und Gerät vorzusehen.

Zum Einstieg in die Tagesordnung erstattete der Gemeindewehrführer Bericht über die aktuelle Lage bei den beiden Wehren. Danach fuhren die Freiwilligen Feuerwehr (FF) Langstoft in diesem Jahr bisher elf und die FF Niebüll-Deezbüll 91 Einsätze – und zwar keine großen, sieht man von einer größeren Nachbarschaftshilfe in Leck ab. Langstoft zählt zurzeit 35 Einsatzkräfte, darunter neuerdings eine Frau, Niebüll 87 (8) und die Jugendwehr 29 Mitglieder. Im vergangenen Jahr sei eine große Zahl von Neulingen hinzu gekommen, unter ihnen ein Eritreer, nach den Worten Mussacks eine Bereicherung, die allerdings bei einigen Quereinsteigern nicht zu erkennen gewesen sei, weil sie es mit der Teilnahme am Dienst nicht so genau nähmen. Bei den Baumaßnahmen an und in der Feuerwache sei noch nachzuarbeiten.

Die Anschaffung des Fahrzeugs HLF 20 ist nach den Worten Mussacks ein großer Gewinn. Die Einsatzkräfte seien mit dem Fahrzeug inzwischen vertraut. „Das neue Fahrzeug hat alles an Bord und bringt taktische Riesenvorteile“, fasste Mussack zusammen. Statt der veranschlagten Kaufsumme von 447  000 Euro kostete es am Ende dank der Zuschüsse „nur“ 297  000 Euro. In Kürze würden jetzt die Einbaugeräte für den Digitalfunk in den zehn Fahrzeugen geliefert. Die Lieferung der Handfunkgeräte sei für 2017 vorgesehen.

Die Kameradschaftskasse der Feuerwehr (in Niebüll mit einem Volumen von 8000 bis 10  000, in Langtoft mit etwas über 3000 Euro im Schnitt) bleibt auch hier von Bürokratius nicht verschont. Nach dem im Holsteinischen losgetretenen Protest um die vermeintlich schwarzen Kassen ist eine Neuregelung vorgesehen, die sich der kommunalen Kameralistik anpasst. Anja Petersen, Ehefrau von Schatzmeister Hauke Petersen und Steuerfachgehilfin, informierte zur Sache und berichtete aus zwei Veranstaltungen zu diesem Thema. Danach ist die Feuerwehr, juristisch ein Teil der Kommune, bei ihren Veranstaltungen (zum Beispiel Lotto) umsatzsteuerpflichtig. Begleitend zur Kameradschaftskasse gehört ein Haushalt, der von der Stadtvertretung abzusegnen ist. Irgendwann wird es einen Passus hierüber im Brandschutzgesetz geben, der die Diskussion beendet und sprichwörtlicher deutscher Gründlichkeit Genüge tut.

Auf Anregung des Gemeindewehrführers soll das Ehrenamt stärker gewürdigt werden, zumal es auch in der Feuerwehr von gesellschaftlichem Wandel nicht ausgenommen bleibt – wenn nicht gar gefährdet ist. Die Familie soll dabei einbezogen werden. So soll ein Mitglied der Wehr nach jeweils zehnjähriger Dienstzeit ein Geldgeschenk erhalten. Im Dienst erkrankten Einsatzkräften soll zusätzlich zur Leistung der Feuerwehrunfallkasse das Krankengeld erhöht werden. Ferner sollen Mitglieder und deren Angehörige jährlich eine Zehnerkarte für den Besuch einer Fitnesseinrichtung erhalten und die Aufwandsentschädigungen für Führungskräfte erhöht werden.
 

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