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Nordfriesland Tageblatt

20. November 2017 | 16:46 Uhr

Tourismus : Niebüll will Touristen locken

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wirtschaftsausschuss gibt grünes Licht für modernes Besucherleitsystem und die Bewerbung für eine Nationalpark-Partnerschaft.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Das Bekenntnis der Stadt Niebüll zum Tourismus fällt nach der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Wirtschaft deutlich klarer aus als bisher. Um die Attraktivität Niebülls für Urlauber und Tagesgäste zu erhöhen, wurden gleich zwei Beschlüsse gefasst, die Haushaltsansätze von gut 100  000 Euro zur Folge haben.

„Der Nationalpark Wattenmeer liegt uns zu Füßen. Die Region liegt uns am Herzen, das sollten wir auch zeigen!“ Mit diesem Appell fordert die SPD-Fraktion in ihrem Antrag dazu auf, dass sich die Stadt darum bewirbt, sich künftig mit dem Prädikat Nationalpark-Partner schmücken zu dürfen. Damit verbunden ist mit Blick auf die bisher überschaubaren Übernachtungszahlen von weniger als 100  000 im Jahr zwar nur ein Jahresbeitrag von 400 Euro. Doch zu den Auflagen zählt die sorgfältige Bearbeitung eines langen Fragekatalogs – und auch, Nachhaltigkeit zu leben, sei es durch umweltfreundliches Papier im Rathaus.

Die Vorteile einer Mitgliedschaft zeigt Matthias Kundy von der Nationalparkverwaltung in Tönning in seinem Vortrag auf. „Die Grund-Idee der Nationalpark-Partnerschaften ist, dass Naturschutz und Tourismus Hand in Hand arbeiten – und beide Seiten davon profitieren.“ Denn durch gezielte, die Natur nicht belastende Angebote wie Wattführungen, Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken oder Besucher-Attraktionen wie das Multimar-Wattforum in Tönning würden Urlauber für einen einzigartigen Lebensraum begeistert, „zugleich aber für dessen Schutzwürdigkeit sensibilisiert“, sagt Matthias Kundy.

2006 fiel mit 60 Partnern der Startschuss für dieses Netzwerk, heute sind es 174, darunter unter anderem Naturschutzorganisationen, Hotels, Reedereien, Restaurants, Wattführer, Surfschulen, Campingplätze, Radverleiher, eine Kurklinik, aber erst sieben Gemeinden, davon bisher noch keine in Südtondern. „Alle Partner haben irgendwie mit Gästen zu tun, alle sind Botschafter des Weltnaturerbes Wattenmeer, mit dessen Logo sie auch werben dürfen“, erläutert Matthias Kundy.

„Wir wollen den Nationalpark gerne unterstützen, wir wollen aber auch von ihm profitieren“, sagt Ausschussvorsitzender Peter Schumann. „Sie bekommen einen spürbaren Imagegewinn, die Partner sind Teil einer Marketinggemeinschaft, die neue Angebote entwickelt und überregional bewirbt, sie bekommen Fortbildungen, Informationsmaterial und die Teilnahme an der Jahresversammlung“, zählt Kundy auf. „Und die Nationalpark-Partner sind gewappnet für die Touristen der Zukunft“, betont er. Denn die Nachfrage nach einem Urlaub ohne schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt sei an der Westküste bereits deutlich größer als das Angebot. Das gilt von der Anreise, der Mobilität vor Ort, der Gestaltung und Energieversorgung der Unterkünfte bis zu den Freizeitangeboten und einer Kulinarik, die von regionalen und saisonalen Produkten geprägt ist.

„Die Tourismusförderung haben wir uns auf die Fahnen geschrieben. Und die Nationalpark-Partnerschaft passt gut zu dem Bekenntnis der Stadt zur Nachhaltigkeit, für das unter anderem die Müllvermeidungs-Kampagne, das Energiespar-Programm und die Auszeichnung als Fairtrade Stadt stehen“, sagt Thomas Uerschels, der die Zustimmung zum Antrag seiner Fraktion fordert. Zumal das Naturkundemuseum und die NEG bereits Nationalpark-Partner sind. Die Zustimmung erfolgt einstimmig. Ebenso wie für einen weiteren Antrag, der die Installierung eines innerstädtischen Informations- und Besucherleitsystem für das Stadtgebiet vorsieht. Vorgestellt werden den Mitgliedern Informations-Stelen in verschiedenen Preisklassen. Fünf von ihnen – jeweils einen Meter breit und drei Meter hoch – sollen an prägnanten Stellen aufgestellt werden, um Gästen zu zeigen, was es wo in Niebüll zu sehen und zu erleben gibt. Ohne LED-Bildschirme, die aktuelle Hinweise und Termine aufzeigen, kosten das Marketing-Paket mit Stelen und mehrmals im Jahr erscheinenden Veranstaltungs-Flyern deutlich weniger als mit LED-Schirmen. „Wir reden seit neun Jahren über Informationstafeln – jetzt sollten wir endlich mal Geld in die Hand nehmen“, fordert Bürgervorsteher Uwe Christiansen. Das sieht der Ausschuss auch so, und votierte für die 70  000 Euro teure Variante mit LED-Technik. Udo Schmäschke, Chef des Bauamts Südtondern, lobt den Entschluss für ein modernes Besucher-Leitsystem und empfiehlt mit Blick auf anstehende Gründungs- und Elektroarbeiten, die Empfehlung für einen noch etwas höheren Haushaltsansatz zu beschließen. Dem Rat folgt des Ausschuss mit einem einstimmigen Beschluss über einen Ansatz von 100  000 Euro.

Schließlich unterstreicht das Gremium noch mit einem dritten Beschluss das klare Bekenntnis zur Tourismus-Förderung – und zwar mit seiner Umbenennung. Im Zuge der nächsten Änderung der Hauptsatzung wird Peter Schuman künftig den Ausschuss für Umwelt, Wirtschaft und Tourismus leiten.

 

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