zur Navigation springen

Baustellen-Frust : Niebüll will mehr Sorgfalt am Bau

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nach Arbeiten im Stadtgebiet sollen die Baustellen künftig besser hinterlassen werden / Stadtvertreter beraten über verbindliche Regelung

von
erstellt am 01.Jun.2015 | 05:00 Uhr

„Wo gehobelt wird, fallen Späne“ sagt ein Sprichwort. Schön, wenn anschließend auch die Hinterlassenschaften von den Verursachern auch wieder beseitigt werden. Das ist nach Arbeiten im Stadtgebiet, insbesondere beim Aufbruch und der Wiederherstellung öffentlicher Verkehrsflächen, wohl nicht immer so gehandhabt worden. Die CDU-Fraktion sieht hier Handlungsbedarf und hat während der Stadtvertretersitzung einen Antrag eingereicht. Den Wortlaut trug Fraktionsvorsitzender Bernd Neumann vor: „Die jeweiligen Leistungsträger und die von ihnen beauftragten Bauunternehmer sind für fachgerechte Tiefbauarbeiten im Zuge von Aufbrüchen verantwortlich. Die Vergangenheit zeigt deutlich, dass die Eigenüberwachung unzureichend wahrgenommen wird und dass durch die mangelhafte Wiederherstellung von Aufbrüchen eine nicht unerhebliche Verminderung am Straßenkörper verursacht wird. Die Tiefbauabteilung des Amtes Südtondern ist für die ordnungsgemäße Abwicklung der Vorgänge von der Genehmigung bis zu Gewährleistungsabnahme zu betreuen. Obwohl die Bedingungen für Aufbrüche und die Wiederherstellung öffentlicher Verkehrsflächen durch einschlägige Richtlinien eindeutig geregelt sind, kommt es bei der Umsetzung häufig zu Fehlinterpretationen und Ausführungsmängeln durch die ausführenden Baufirmen. Um diesen Missstand entgegenzuwirken, wurden in anderen Verwaltungen bereits die allgemeinen und besonderen Anforderungen in den ’Bedingungen für Aufbruch und die Wiederherstellung von Verkehrsflächen gemäß anliegendem Muster zusammengefasst.“

Das Amt Südtondern solle nun gebeten werden, in eigener Zuständigkeit die fachgerechte Wiederherstellung von Aufbrüchen sicherzustellen und hierfür in eigener Zuständigkeit mit Hilfe der Musterrichtlinie „ein geeignetes Verfahren“ zu entwerfen. Sie regelt unter anderem die Abnahme, die Mängelbeseitigung, den Bauablauf- und die Koordinierung, die Herstellung sowie die Ermittlung des Wertminderungsbetrages.

Das ganze Thema habe etwas für sich, hieß es aus der Versammlung. Denn Straßenabsenkungen und ähnliches seien bereits vorgekommen. Schäden, für die, wenn man sich nicht rechtzeitig kümmere, letztendlich der Steuerzahler aufkommen müsse. „Handlungsbedarf ist überall, wo Versorgungsleitungen verlegt werden“, erklärte Bürgervorsteher Uwe Christiansen. „Dort sind die Wege schlecht.“ Es gelte jetzt, für dieses Thema zu sensibilisieren. Mit aktuellen Beispielen brachte sich Rolf-Dieter Oster (SPD) ein. Er verwies auf den schlechten Zustand des Bürgersteiges in der Gotteskoogstraße („Von Danisco bis zum Schulparkplatz ist alles gut, danach wird es eine Katastrophe“), sowie die Mängel im Osterweg und in der Bahnhofstraße.

Die Meinungen der Diskutierenden zu der vorgestellten Musterregelung fielen unterschiedlich aus. „Ich dachte, das Thema Wiederherstellung wäre eine Selbstverständlichkeit“, so Ralph Hoyer (SPD). „Das Amt handelt in diesen Fällen doch selbstverantwortlich.“ Er stellte die Frage in den Raum, ob man mit dem Erlass einer Musterregelung dem Amt nicht eine ungerechtfertigte Rüge erteile. „Der Antrag ist von der Sache her kein Vorwurf an das Amt“, erklärte er. „Und ich glaube nicht, dass die Kollegen ihn als Anpfiff empfinden. Es ist ein Versuch, besser zu werden.“ Bettina Fritzsche (CDU) erklärte, man habe die Absicht, die Bauherren zu sensibilisieren. „Wir unterstützen das Amt.“ Bernd Neumann wollte sicherstellen, nicht missverstanden worden zu sein. Die Angelegenheit liege weiterhin in der Zuständigkeit des Amtes. Wenn kein zusätzliches Papier für die Durchführung notwendig sei, dann sei das so. „Wir wollen den Entwurf nicht als Muster vorschreiben.“

„Die Mitarbeiter des Amtes sollten die Chance haben, mit uns zu diskutieren“, erklärte Ralph Hoyer und schlug vor, hierfür im Bauausschuss eine Möglichkeit zu schaffen. Auch Bürgermeister Wilfried Bockholt befürwortete diesen Vorschlag. Eine mögliche Form sei die eines Vortrages. Bei dieser Gelegenheit könne man das Muster besprechen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen