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Spenden für Bewegungsbad : Niebüll: Solidarität für eine Klinik

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

130 000 Euro fehlen noch, um das marode Bewegungsbad des Niebüller Kreiskrankenhauses zu sanieren

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Wenn das Thema „medizinische Versorgung“ zur Sprache kommt, ist Peter Ewaldsen schwer zu bremsen. Dem Amtsvorsteher ist deutlich anzumerken, dass ihm dies am Herzen liegt. Ewaldsen fürchtet um die Versorgung der Südtonderaner, denn er sieht die Klinik Niebüll langfristig in ihrem Umfang bedroht. Das nicht profitable Haus als Teil des Klinikums Nordfriesland stehe immer wieder in der Diskussion. Wichtige Einrichtungen des Standorts seien im Laufe der Jahre abgezogen worden. Würden weitere folgen, so sei das Ende der Klinik vorprogrammiert.

Ewaldsen bemängelt, dass diese nur dank des Engagements des Fördervereins Kreiskrankenhaus Niebüll attraktiv bleiben könne. Nach der Errichtung eines Außenfahrstuhls ist es jüngst das marode Bewegungsbad, das mit Hilfe von Spenden reaktiviert werden soll (wir berichteten). 300 000 Euro würde die Instandsetzung kosten. Der an Eigenmitteln klamme Krankenhausträger übernimmt 50 000 für das Vorhaben. 60 000 stellt der Förderverein. Der Rest muss von den Bürgern und Gemeinden kommen, wobei bislang 24 000 durch die „Kachel-Spendenaktion“ (siehe Infokasten) zusammengetragen wurden. „Insgesamt 130 000 Euro fehlen noch“, bilanziert Werner Laabs, Kassenwart des Fördervereins.

Ende des Jahres könnte Baubeginn sein, war sich Peter Ewaldsen noch Anfang des Jahres sicher. Wie ambitioniert diese Pläne jedoch sind, wird mit dem bevorstehenden Herbst immer deutlicher. So rührt der Amtsvorsteher erneut die Werbetrommel. „Größere Gemeinden wie Niebüll und Risum-Lindholm haben bereits einen großen Beitrag zur Wiederherstellung des Bads geleistet. Andere sollten dem Beispiel folgen. Jedem muss klar sein, dass das Krankenhaus mit seinen Einrichtungen für alle wichtig ist.“

Vom Krankenhausträger selbst wird nicht mehr Geld kommen können. „Uns geht es wie anderen in Schleswig-Holstein auch. Wir stehen vor der Herausforderung, unsere vier Kliniken durchzubringen. Deshalb ist finanziell nicht mehr alles möglich. Umso dankbarer sind wir für jede Hilfe“, sagt Frank Pietrowski, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland. Das Engagement des Fördervereins und der Zusammenhalt der Bürger in Südtondern sei vorbildlich. „Denn an der wirtschaftlichen Situation ist nicht der Standort Niebüll schuld, sondern die periphere Lage in einer bevölkerungsarmen Region.“ Die Klinik Niebüll bleibe dennoch unverzichtbar, betont Frank Pietrowski trotz der Sorge vieler Südtonderaner um den Erhalt ihrer Klinik. Peter Ewaldsen aber wird deutlicher: „Jetzt sind unsere Gemeinden, Bürgerwindparks, Vereine und Einrichtungen gefragt. Wir müssen nach Außen signalisieren, dass in der Bevölkerung ein starker Wille besteht, das Krankenhaus in seiner Form zu behalten.“

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