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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 15:41 Uhr

Ausstellung : Niebüll holt den Hotzenplotz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit einer „Räuber-Hotzenplotz-Ausstellung“ in der Stadtbücherei und vielen Mitmach-Aktionen erinnert Niebüll an den bekannten Kinderbuchautor Otfried Preußler und seine beliebten Figuren.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Er trägt sieben Messer am Gürtel, seine Pfefferpistole, einen Schlapphut und hat immer eine Prise Schnupftabak dabei: der Räuber Hotzenplotz. Niebüll bereitet sich auf den besonderen Gast vor, denn vom 30. April bis zum 3. Juni wird die Stadtbücherei die Hotzenplotz-Ausstellung „Schnupftabak im Spritzenhaus“ präsentieren. Zur Verfügung gestellt wurde sie vom Thienemann-Esslinger Verlag. Die Exponate – dazu gehören Bücher und Medien aus aller Welt (die Bücher wurden in 34 Sprachen übersetzt), sowie viele interessante Dinge – stammen aus dem Privatbesitz von Susanne Preußler-Bitsch, der Tochter des am 18. Februar 2013 verstorbenen „Hotzenplotz-Vaters“ und Kinderbuch-Autoren Otfried Preußler (auch „Der kleine Wassermann“, „Krabat“, „Das kleine Gespenst“, „Die kleine Hexe“ und andere).


Das ist „Hotzenplotz“


Wer kennt ihn nicht, den Räuber, der Großmutters – handbetriebene – Kaffeemühle geklaut und sich damit den Zorn von Kasperl und Seppel zugezogen hat. Denn die Mühle, sie spielt beim Mahlen das Lied „Alles neu macht der Mai“, war ein Geschenk an die Seniorin. Nun heften sie sich an die Fersen des Diebes und schaffen es mit einem Trick, seine Räuberhöhle im Wald zu finden. Doch Hotzenplotz durchschaut das Spiel, überlistet Kasperl und Seppel, nimmt beide gefangen. Vorher jedoch vertauschen beide ihre Rollen. Kasperl wird, weil er sich – inzwischen als Seppel verkleidet – zu dumm anstellt, für einen Beutel Schnupftabak an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann verkauft, wo er nun Kartoffeln schälen soll, was Zwackelmann mit seinen Zauberkräften partout nicht fertig bringt. Welche Rolle die Fee Amaryllis und der Polizist Alois Dimpfelmoser spielen und wie Hotzenplotz am Ende doch als Gefangener im „Spritzenhaus“ landet, wird hier noch nicht verraten.

Erschienen ist das erste Buch im August 1962. Auf Drängen seiner jungen Fans folgten zwei weitere Bände, in denen Otfried Preußler die Geschichte fortsetzt. Am Ende wird aus dem Räuber der Wirt einer Schänke. Benannt hat Preußler seine Titelfigur übrigens nach einer Stadt in Schlesien.


Die Ausstellung


2012 wurde die Ausstellung „Schnupftabak im Spritzenhaus“ zum 50. Geburtstag des Räuber Hotzenplotz initiiert. Holger Heinke vom Stadtmarketing stieß auf sie beim Stöbern („Ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem“) auf die Internetseite des Thienemann-Esslinger-Verlages, fragte dort an und hatte Glück. Und nun kommt sie nach Niebüll – mit einem riesen Beiprogramm. Möglich gemacht haben dies eine Reihe von Beteiligten. Mit im „Boot“ sitzen das Haus der Jugend, das Stadtmarketing, die Stadtbücherei das Kulturbüro, die Malschule des Richard-Haizmann-Museums, die Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik in Niebüll und Eck’s Kino. Finanziell gefördert werden Ausstellung und Veranstaltungen rund um die Figuren des Otfried Preußler von der Kulturstiftung des Kreises Nordfriesland und der Kulturstiftung der Nord-Ostsee-Sparkasse (NOSPA).

Eröffnung ist am Freitag, 29. April, 16 Uhr, im Sitzungssaal des Niebüller Rathauses. Dabeisein wird auch der aus Rodenäs stammende Improvisationskünstler und Schauspieler Enno Kalisch (Tatort „Gegen den Kopf“, Club der roten Bänder und andere) mit einer Leseaktion für Kinder. Anschließend geht es zur Ausstellung in die Stadtbücherei – mit einem Abstecher zur „Kaffeemaus“, denn dort hat man sich – wie der Ratskeller – vom 2. Mai bis zum 3. Juni mit einer „räuberischen Mittagskarte“ und anderen Leibgerichten aus Preußlers Büchern (etwa Kasperl und Seppels Pflaumenkuchen) auf die Hotzenplotz-Wochen eingestellt.


Viele Mitmach-Aktionen


Doch das ist noch lange nicht alles. Es gibt einen Malwettbewerb „Meine liebste Figur von Otfried Preußler“ für Kinder ab zehn Jahren. Bilder im DIN-A3-Format können bis zum 30. April in der Stadtbücherei abgegeben werden, die schönsten Bilder werden im Foyer des Rathauses ausgestellt und prämiert.

Alle Älteren zwischen zehn und 18 Jahren dürfen ihre Talente bei einem Schreibwettbewerb „Räuber Hotzenplotz 2.0“ unter Beweis stellen. In ihrer Kurzgeschichte (etwa fünf DIN A4-Seiten, gängige Schriftart, Größe 12) sollen sie beschreiben, wie der Räuber Hotzenplotz heute seinem Räuberhandwerk nachgehen würde. Kurzgeschichten können bis zum 13. Mai an das kulturbueroniebuell@freenet.de geschickt werden. Die besten fünf Geschichten werden prämiert, in einem Heft zusammengefasst und sind in der Stadtbücherei zu bekommen.

Im Haus der Jugend Niebüll (Hans-Momsen-Straße 9c) gibt es am Mittwoch, 20. April, von 15 bis 18 Uhr für alle Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren ein „Räuber Hotzenplotz-Fingerpuppen-Baseln“. Das Angebot ist kostenlos.

„Räuberparty im Hexenkessel“ heißt es am Mittwoch, 4. Mai, von 15 bis 18 Uhr – ebenfalls im Haus der Jugend Niebüll. Die Kleine Hexe und der Räuber Hotzenplotz laden alle Acht- bis 14-Jährigen zur Kinderdisco ein (Eintritt: einen Euro, wer beispielsweise als Hotzenplotz, kleine Hexe, Seppel oder gar als Kaffeemühle dabei ist, hat freien Eintritt).

Das „Figurentheater Köln“ führt am Dienstag, 10. Mai, 15 Uhr, in der Turnhalle der Alwin-Lensch-Schule Otfried Preußlers Stück „Die Kleine Hexe“ (Dauer: 60 Minuten) auf. Eintrittskarten (Kinder: drei Euro, Erwachsene: fünf Euro) gibt es vor Ort (Einlass: 14 Uhr) oder in der Stadtbücherei.

Die Kindermalschule im Richard-Haizmann-Museum bietet unter der Leitung von Anja Annuss dienstags am 10., 17. und 24. Mai (jeweils von 15 bis 16.30 Uhr) für alle Sechs- bis Zwölfjährigen Acrylmalerei, inspiriert durch die Otfried-Preußler-Figuren, an. Kosten: 15 Euro (inklusive Material), Anmeldung unter Telefon 04661/942609.

Und das Eck’s Kino zeigt am Sonntag, 22. Mai, 14 Uhr, die „Räuber Hotzenplotz“-Verfilmung aus dem Jahre 2006, Regie: Gernot Roll. Die Hauptrolle spielt Armin Rohde. Zu sehen sind Christiane Hörbiger (Großmutter), Piet Klocke (Wachtmeister Dimpfelmoser) und Rufus Beck (Zauberer Petrosilius Zwackelmann). Eintritt: fünf Euro.

Weiterhin gibt es viele, nichtöffentliche Aktionen in den Schulen.

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