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Hauptstadt des Fairen Handels 2017 : Niebüll bewirbt sich bei Fairtrade-Wettberwerb

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zahlreiche Akteure setzen sich für ein nachhaltiges Leben ein.

shz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 04:33 Uhr

In Deutschlands nördlichster Fairtrade Stadt tut sich einiges. Nach der Auszeichnung zur Fairtrade Town im März hat die Niebüller Steuerungsgruppe die Hände nicht zufrieden in den Schoß gelegt, sondern ist zum Thema „Fairer Handel“ gleich mehrfach aktiv geworden – ganz aktuell mit der Bewerbung zum Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2017“. Das Thema Nachhaltigkeit wird parallel auch von der Aktivregion Nordfriesland Nord und den Niebüller Landfrauen voran getrieben.

Die Stadt hat sich auch an der World Fairtrade Challenge mit einer Aktion am Fahrradparkplatz beim Bahnhof beteiligt. Dort wurden 200 Fahrräder mit einem Fahrradsattelüberzug von Fairtrade Deutschland ausgestattet – als symbolischer Dank dafür, umweltbewusst mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zum Bahnhof zu pendeln. Ein großer Unterstützer dieser Art der Fortbewegung, der Realisierung einer Fahrrad freundlichen Stadt und der Förderung der E-Mobilität ist Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt: „Die individuelle E-Mobilität ist ein Zukunftsthema, bei dem wir dabei sein wollen.“

Mitte Juni lud Niebüll zudem zum regionalen Netzwerktreffen der Fairtrade Kommunen der Westküste Schleswig-Holsteins ins Rathaus ein, organisiert vom „Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein“. Teilnehmer aus Husum, Heide, Meldorf und Niebüll konnten sich über die verschiedenen nachhaltigen Aktivitäten vor Ort austauschen. Dabei ging es auch um Möglichkeiten der fairen Beschaffung, wie man die Gastronomie noch besser in das Thema einbinden könne oder wie weitere Mitmacher für die Aktivitäten vor Ort zu gewinnen sind.

Mit verschiedensten Aktivitäten und Projekten der vergangenen zwei Jahre hat sich Niebüll nun auch beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2017“ beworben. „In erster Linie geht es uns darum, Fairtrade in Niebüll weiter bekannt zu machen, und um den Austausch und das Lernen von und mit anderen“, sagt Stadtmanager Holger Heinke von der Niebüller Steuerungsgruppe. „Und wer weiß, vielleicht ist eines unserer sechs eingereichten Projekte ja ‚preisfairdächtig‘“, so hofft er.

Eingereichte Projekte sind unter anderem die Unterstützung der Initiative „Make Chocolate Fair“ im Rahmen des Osterhasenalarms, die Klimaschutzinitiative „Heute schon was vor“ vom Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland oder das faire Gewinnspiel, das zum verkaufsoffenen Sonntag im September 2016 stattfand. Die Preisverleihung findet am 14. September 2017 in Saarbrücken statt. Die Steuerungsgruppe will im Herbst bei einem Workshop Ziele und Maßnahmen für die Aktivitäten vor Ort erarbeiten.

Viele gute Impulse zum Thema Nachhaltigkeit und Fairtrade setzt auch das erste Klimasparbuch für das nördliche Nordfriesland, das seit einigen Wochen unter anderem im Amtsgebäude und im Rathaus in Niebüll kostenlos erhältlich ist. „Für eine ländliche Region ein echtes Pilotprojekt“, sagt Simon Rietz, Regionalmanager der Aktivregion Nordfriesland Nord, bei dem die Fäden für dieses Projekt zusammenlaufen. Das Büchlein enthält viele Tipps, wie sich mit wenig Aufwand im Alltag viel für den Klimaschutz tun lässt, zum Beispiel Leitungs- statt Mineralwasser zu trinken. Zudem werden im Klimasparbuch Fairtrade-Produkte und nachhaltige Dienstleistungen der Region rund um Nebüll aufgeführt, für einige von diesen gibt es zudem Rabattgutscheine, die bis Ende 2018 gültig sind.

Auch die Niebüller Landfrauen sind beim Thema Fairtrade mit am Start. In diesem Jahr widmen sie sich dem Thema Müllvermeidung sowie weniger Müll in den Meeren, auch in der Nordsee vor der Haustür. Eigens zum Thema Nachhaltigkeit und Fairtrade haben die Landfrauen sogar eine eigene umweltfreundliche Einkaufstasche in den Farben Grün und Schwarz entwickelt.

Auch sonst tut sich in Niebüll einiges in Sachen fairer Handel. In der Gemeinschaftsschule wurde jüngst ein Schülerweltladen ins Leben gerufen. Eine Gruppe aus Schülern, Lehrern und Eltern der Friedrich-Paulsen-Schule hat sich zusammengefunden, um faire Projekte in der Schule zu initiieren. Vielleicht läuft das Engagement auch auf eine Bewerbung als Fairtrade School hinaus. Der Niebüller Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes hat bei der Blutspendeaktion fairen Kaffee ausgeschenkt.  


Jeder, der Lust hat sich einzubringen, kann sich unter fairtrade@niebuell.de melden.


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