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Ausstellung in Rodenäs : Kulturstation Zollhäuser zeigt Werke des englischen Künstlers Anthony Stevens

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Schau mit dem Titel .„Nichts wird verschwendet“ ist bis zum 1. Oktober geöffnet.

Rodenäs | Eine ungewöhnliche Ausstellung ist gerade in der Kulturstation Zollhäuser Rodenäs zu sehen: „Nichts wird verschwendet“ lautet der Titel der Bilderschau von Anthony Stevens, „Nothing is wasted – nichts ist verschwendet“ sagt der junge englische Künstler. Kuratorin Elke Nord hatte ihn in Berlin in der Galerie Art Cru entdeckt. Dass nichts verschwendet wird, meint, dass er als Künstler alles (be-)nutzen kann. Alte Textilien und Stoffe, einfarbig, gestreift oder aber gemustert, vielfach getragen und abgenutzt.

„In jedem noch so unscheinbaren Fetzen schlummert gestalterisches Potential“, hat Hans-Dieter Erbsmehl für seine Bildbschreibung erkannt. Es geht jedoch weiter: Stevens Bilder sind feine Stickereien, die er auf den Stoff-Fetzen und anderen ungewöhnlichen Materialien wachsen lässt. In den Bildwelten von Anthony Stevens findet sich Amüsantes, Verwunderliches oder Bedrohliches, ein oft kruder Mix aus Knochen, dem Abbild eines Hundes, eines gekrönten Vogels, gefolgt von Penissen oder Springerstiefeln und Handgranaten.

Eine mühselige Stick-Arbeit. Warum macht man das? Folgt man seinen eigenen Aussagen, dann war Anthony Stevens schon als Kind von Stoffen umgeben. Später kam die Entscheidung, Nadel und Faden als künstlerisches Ausdrucksmittel zu nutzen. Der Autodidakt überwandt damit traumatischen Erfahrungen. „Vorrangig beschäftige ich mich in meinem Tun mit Erscheinungsbild und Verlauf von Leben und Trauma, Vergangenheit und Gegenwart“, sagt er.

Er sieht seine Kunst demnach „als einen „Tanz mit seiner inneren Dynamik“ – immer auf der Suche nach einem konstruktiven Rhythmus. „Es macht Spaß, die detailreichen Arbeiten anzuschauen“, stellt Barbara Schmidt-Tychsen fest. „Er hat sich ausgetobt, vergisst dabei das Schlimme.“

Die eher kleinformatigen comicartigen Darstellungen sind flickenartig zusammengestellt. Vieles ist kurios-verspielt, hintergründig-boshaft und übermittelt diverse Botschaften. Es gibt auch lesbare Kommentare. Anthony Stevens erklärt dazu, dass die Bilder vor seinem inneren Auge entstehen, während er das Mantra „Nam Myoho Renge Kyo“ aufsagt. Seine Motive beinhalten auf scheinbar banale Art Lebensweisheiten oder bissige Kritik, zum Beispiel am Konsumverhalten der Menschen.„Nicht selten geschieht dies mit einem ironischen Augenzwinkern, doch stets ernsthaft, ja betroffen und der eigenen Lebenserfahrung zugehörig“, erläutert Hans-Dieter Erbsmehl. „Der Bildaufbau ist genau berechnet“, sagt Elke Nord, „ich glaube, die Betrachter werden sich an der Vielfalt erfreuen. Jedes Bild hat seine eigene Aussage.“


Die Ausstellung ist bis zum 1. Oktober zu sehen. Die Kulturstation am Norddeich 3 in Rodenäs ist Donnerstag bis Sonntag von 14-18 Uhr geöffnet. Näheres unter www.zollhaeuser.de.


 

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