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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 20:11 Uhr

Nicht nur im Auftrag des „Kaisers“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Niebüller Friedrich Nottbohm ist als Vorstand der Franz-Beckenbauer-Stiftung bestätigt worden / Arzt unterstützt zahlreiche Projekte

von
erstellt am 24.Sep.2015 | 11:18 Uhr

Der frühere Niebüller, Dr. Friedrich Nottbohm (71), ist kürzlich zum Vorstand der Franz-Beckenbauer-Stiftung wiedergewählt worden. Ältere Niebüller werden sich noch an den kleinen Fiete erinnern, den Sohn des Leitenden Kreisveterinärdirektors Dr. Helmut Nottbohm, der Mitglied des TSV Rotweiß war, in Niebüll seinen Schulbesuch 1964 mit dem Abitur an der FPS beendete, dann Medizin studierte, Arzt wurde und heute in Hamburg lebt.

In der Medizin gilt er als Wunderkind. Denn: Seit acht Jahren lebt Nottbohm als damals zweiter Europäer mit einem Kunstherzen, das ein batteriebetriebenes Aggregat in Gang hält. Friedrich Nottbohm, der in Groß-Harrie bei Neumünster geboren wurde, hat Niebüll, trotz seiner Karriere als Mediziner und später als Unternehmer, nie vergessen.

Während seiner Zeit an der Henstedt-Ulzburger Paracelsus-Klinik war er Mannschaftsarzt des Bundesligisten Hamburger Sportverein. Beim HSV bekam er auch Kontakt zu Franz Beckenbauer, der nach Bayern München und Cosmos New York die beiden letzten Jahre seiner Karriere für die Hanseaten spielte. Im Hamburger Volksparkstadion fand auch das Abschiedsspiel des legendären Liberos der Bayern und der Nationalmannschaft statt, dessen Erlös der „Kaiser“ in die nach ihm benannte Stiftung einbrachte.

Nottbohm hatte durch seine Tätigkeit als Mannschaftsarzt des HSV Anteil an den Erfolgen des Bundesligadinos. Neben Beckenbauer betreute er Spieler wie Felix Magath und Horst Hrubesch. Die mit einem Stammkapital von einer Million D-Mark ausgestattete Stiftung leistete seit ihrer Gründung vor 33 Jahren Hilfen für Bedürftige, Behinderte und in Not geratene Menschen in einem Umfang von 27 Millionen Euro.

Zu dem weitgefassten Stiftungszweck gehörte auch der Freizeitclub für Behinderte der Mürwiker Werkstätten in Niebüll. Mithilfe Nottbohms und des Nordfriesland Tageblatts, das den Antrag des Clubs formulierte und an die Stiftungs-Geschäftsstelle in München sandte, wurde dem Freizeitclub der Kaufpreis in Höhe von 34  000 D-Mark für einen VW-Bus gespendet, den Friedrich Nottbohm persönlich übergab.

Kürzlich spendete Nottbohm seinem Sportverein TSV Rotweiß zu dessen 125. Geburtstag 20  000 Euro – allerdings aus eigener Tasche. Außerdem übergab er der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) einen Scheck über 15  000 Euro für die Anschaffung von iPads. Als die FPS das Abi 2014 feierte, gehörte Friedrich Nottbohm zu den Gold-Abiturienten. Er ist einer, der in die Fremde ging und dann und wann immer wieder mal in seine Heimatstadt zurückkehrt. Der letzte Halt war seine Mutter, die im Familienheim in der Lorenz-Jannsen-Straße lebte und im Alter von 90 Jahren verstarb. Ab und zu klingelt das Telefon. Vom anderen Ende der Leitung in Hamburg kommt die Frage: „Wie läuft’s in Niebüll?“

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