Tourismus : Neues Wohnprojekt nicht unumstritten

Kritik gibt es aus den Reihen der Gemeindevertreter gegen die Holzbauweise der neuen Siedlung / Sie befürchten einen Identitätsverlust Dagebülls

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24. Juli 2015, 05:00 Uhr

Der Ortsteil Dagebüll-Hafen wird sich in naher Zukunft weiter entwickeln. Das erklärte Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Deichverstärkung. Sie soll 2017 über die Bühne gehen und eine Reihe von Maßnahmen auslösen, die sich verbessernd für den Nordseeerholungsort auswirken.

Aktuell steht auf der Nordseite der Nordseestraße eine Baumaßnahme an, die das Ortsbild weiter verdichten wird. Dort plant ein privater Investor den Bau von weiteren 29 eingeschossigen und teilweise behindertengerechten Wohneinheiten: und zwar 19 Ferienwohnungen in Einzel- , sechs Ferienwohnungen in drei Doppelhäusern sowie vier behindertengerechte Einzelhäuser. Alle Ferienwohnungen sind in Holzbauweise vorgesehen, wie es im vorhabenbezogenen B-Plan 12 heißt.

Gegen die Holzbauweise regte sich Widerstand. Gemeindevertreter Broder Brodersen (AG BfB) forderte für acht der Häuser eine Steinverblendung und möchte Dagebüll mit diesem Plan auch als Wohngemeinde dargestellt sehen. Seine Kollegin Rena Jessen (UWD) sieht in der Holzbauweise die Gefahr eines Identitätsverlustes. Die beiden stimmten zusammen mit Kurt Hinrichsen (UWD) gegen den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss, der mit 6:3 Stimmen dennoch durchkam. Obwohl im Bauausschuss vorberaten, zog sich die Aussprache um diesen Tagesordnungspunkt ungewöhnlich lange hin.

In einem weiteren Punkt wurde die dritte Änderung des B-Plans 2 nur beraten. Hier ging es um Korrekturen von inhaltlichen Textfassungen dieses Plans sowie Anpassung des Plans an die tatsächlichen Gegebenheiten.

Zur bevorstehenden Deichverstärkung berichtete Bürgermeister Ingwersen, dass planerisch „alles auf dem Weg“ ist. Der Bau des neuen Schöpfwerks ist im nächsten Jahr geplant, die Deichverstärkung, beginnend im Norden mitsamt der Stöpe, 2017. Die Bewohner der Straße Haffdeich werden über die Arbeitsabläufe besonders informiert. Ingwersen teilte mit, dass es im Baubezirk 1 des Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz einen personellen Wechsel gab. Neuer Leiter ist Winfried Brochtrup, der die Nachfolge von Alfred Mordhorst antrat, der beim Hauptamt in Husum eine neue Aufgabe übernommen hat.

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