Pächterwechsel : Neues Leben fürs Momsen-Haus

Pächterwechsel: Gerd Vahder (v.l.), Kurt Hinrichsen, Laura und Elke Petersen sowie Conny und Lars Batze.
Pächterwechsel: Gerd Vahder (v.l.), Kurt Hinrichsen, Laura und Elke Petersen sowie Conny und Lars Batze.

Die künftigen Pächter wollen den Café-Betrieb im ältesten Haus des Ortes um kulturelle und heimatgeschichtliche Angebote erweitern.

shz.de von
02. August 2018, 06:00 Uhr

Er war Astronom, Mathematiker, Lehrer, Landmesser und Mechaniker – Hans Momsen (1735 bis 1811) würde wohl auch noch heute als Universalgenie gelten. Die vielseitigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat sich der in Fahretoft geborene und gestorbene Gelehrte zu großen Teilen selbst beigebracht und weiter entwickelt. Dem bekanntesten Sohn des Ortes hätte es sicher gefallen, dass ab kommendem Sonnabend noch ein wenig mehr Vielfalt in sein Geburtshaus auf der Gabrielswarft in Fahretoft einzieht – mit den neuen Pächtern Conny und Lars Batze. Diese wollen das Kulturdenkmal, in dem für viele bis heute der Zauber des Wirkens von Hans Momsen spürbar ist, nicht nur gastronomisch, sondern auch kulturhistorisch und für Handarbeitsfreunde zu einem besonderen Treffpunkt machen.

Zuvor gilt es aber, sich bei Elke Petersen zu bedanken, die das Café im Momsen Haus seit der Eröffnung vor gut drei Jahren nicht nur geführt, sondern mit Leben gefüllt hat – zusammen mit ihrer Tochter Laura.

„Du hast dieses Haus geprägt und es in der Region bekannt gemacht – ebenso wie die Hans-Momsen-Gesellschaft“, lobt deren zweiter Vorsitzender Gerd Vahder während einer Feierstunde anlässlich des Betreiberwechsels die scheidende Pächterin. „Wir treten in große Fußstapfen, aber wir freuen uns auf diese Aufgabe an diesem so besonderen Ort“, sagt Lars Batze, der mit seiner Frau Conny, die mit der Gastronomie groß geworden ist, in Efkebüll wohnt.

So wird es neben Buchweizentorte mit Preiselbeeren, Haustorte und Quarkkuchen an den Wochenenden schon ab 9. August an jedem Donnerstag von 14 bis mindestens 18 Uhr das Angebot zum Klütern geben. „Dieser Nachmittag gehört allen Handarbeits-Interessierten“, sagt Conny Batze, die in die einzelnen Techniken auch gerne einweist. Die Materialien sollten allerdings mitgebracht werden, eine Anmeldung ist erwünscht.

An jedem zweiten Mittwoch soll es im Momsen Haus zudem von 18 bis 21 Uhr heißen: Vertell von früher! Mit Volker Weinreich und dem Pächterpaar, das mit Leidenschaft platt schnackt und im Momsen Haus Heimatgeschichte noch intensiver erlebbar machen möchte. Auch durch Lesungen und Ausstellungen, die in der Planung sind. Herzstück in dem historischen Reetdachhaus bleibt aber das Café. Alle Kuchen werden dabei ohne Gelatine gebacken. Latte Macchiato oder Cappuccino wird dort nicht serviert werden, dafür aber frisch gemahlener Fairtrade-Kaffee, Fairtrade-Kakao und wertige Teesorten. „Das Konzept von Familie Batze hat uns begeistert“, sagt Gerd Vahder. Deren Einführung wird in größerer Runde mit Erbeertorten gefeiert. „Ich wünsche den neuen Pächtern, dass das Haus immer gut gefüllt ist“, sagt Bürgermeister Kurt Hinrichsen. Ein Abschied sei zwar immer auch traurig, sagt Vahder. Doch jedem Anfang liege ein Zauber inne – auch der hätte dem ehemaligen Bewohner Hans Momsen wohl gefallen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen