Mehr Attraktivität : Neues Leben für den Dorfplatz

dsc_0324

Konzerte im wieder erweckten Atrium, neue Spielgeräte und viel mehr: Der Mittelpunkt der Gemeinde Stadum soll wieder ein Ort werden, an dem sich die Bewohner gerne aufhalten.

shz.de von
27. Juli 2018, 06:00 Uhr

Sommerpause? Nicht in Stadum: Kaum konstituiert, hat der neue Ausschuss für Schule, Kultur und Sport die Arbeit aufgenommen – und in der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend das Ergebnis einer Bestandsaufnahme präsentiert. „Stadum hat sich zuletzt rückwärts entwickelt“, stellte Ausschuss-Mitglied Dieter Hoffmann in seinem Vortrag fest. „Aber: Wir wollen nur nach vorne schauen und unseren Wohnort attraktiver gestalten.“ Dazu gehöre auch der Mittelpunkt des Ortes, der Dorfplatz: „Und der ist, man muss es leider so sagen, derzeit eine kleine Katastrophe“, führte Hoffmann weiter aus.

Der Gemeindevertreter malte ein ziemlich trübes Bild des Ist-Zustandes: Nur ab und an komme ein Kind vorbei und nutze die in die Jahre gekommenen Spiel-Gerätschaften. „Und es gibt nur eine einzige Bank als Sitzgelegenheit, und wir wissen, wie das in Deutschland meistens ist: Wenn da mal einer sitzt, dann setzt sich kein zweiter dazu.“ Hoffmann erinnerte an die nicht allzu fernen Zeiten, als das Atrium noch viele Sitzgelegenheiten und Raum für viele Aktionen bot, dann aber abgerissen werden musste, weil die Holzkonstruktion zu faulen begonnen hatte.

Hier schlägt das Dorfplatzkonzept einen Neustart vor: Ein Atrium habe den Vorteil, dass nicht erst Sitzgelegenheiten hin- und hergeschleppt werden müssten. So wären zum Beispiel Veranstaltungen mit Musikern möglich, die gegen eine kleine Spende vor Publikum spielen. Als positives Beispiel nannte Hoffmann die Initiative des Pannkokenhus-Betreibers auf Pellworm. „Da leben auch Nordfriesen, die schwer wachzurütteln sind.“ Zunächst seien dort zwischen 10 und 15 Besucher zu Konzerten gekommen – „inzwischen ist es da regelmäßig so voll, dass kein Platz mehr zu bekommen ist.“ Auch in Stadum habe es in der Vergangenheit gut besuchte Auftritte von Musikern, zum Beispiel auch von Shantychören, gegeben. „Ich habe den Mut, zu sagen, dass das in Stadum wieder funktionieren kann“, sagte Dieter Hoffmann mit Überzeugung.

Von der Wiederbelebung des Dorfplatzes sollen dem Konzept zufolge alle Altersklassen sowie Verbände, Vereine oder auch die Kirche profitieren; den Ausführungen zufolge gehören dazu unter anderem auch neue Spielgeräte nach DIN-Standard und mehr Sitzbänke. Dafür müsse Geld in die Hand genommen werden, das müsse allen Beteiligten klar sein, sagte Hoffmann weiter: „Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.“ Der Dorfmittelpunkt müsse wieder zu einem Ort werden, wo jeder gerne hingehe. „Wir haben einen Diamanten mitten im Ort, der leider etwas blind geworden ist und den wir dringend polieren müssen.“

Um auch die Stadumer Bevölkerung mit einzubeziehen, haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport weitere Gedanken gemacht: „Wir wollen einen Briefkasten aufstellen, in den Bürger Anregungen einwerfen können. Wir brauchen jede Idee“, sagte Hoffmann.

Seine Ausführungen im Namen des Ausschusses unter Vorsitz von Verena Cleres fanden breiten Zuspruch bei den anderen Gemeindevertretern und Bürgermeister Bernhard Rensink. Einigkeit herrschte auch darüber, dass für die Wiederbelebung des Atriums eine wetterfeste, stabile und wartungsarme Lösung gefunden werden sollte: „Es gibt ja zum Beispiel auch braune Kunststoffpanele“, regte etwa der Bürgermeister an.

Der ebenfalls anwesende Pastor Peter Janke bat darum, auch das direkt am Dorfplatz gelegene Kirchenhaus in die Überlegungen mit einzubeziehen. „Das könnte gut mehr benutzt werden, hier sind auch Aktionen wie Essen in Gemeinschaft oder ein Seniorencafé möglich.“

Einstimmig beschloss die Gemeindevertretung, das Projekt Dorfplatzkonzept weiter zu verfolgen. „Wichtig ist, dass wir jetzt alle auch in anderen Dörfern Ausschau halten, was gut angenommen wird und was wir auch gerne hätten“, gab Verena Cleres ihren Mitstreitern als Anregung mit auf den Weg.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert