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Wohnen für Beeinträchtigte : Neuer Wohnkomplex am Schreberweg

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Niebüll, unweit der Schrebergartenkolonie an der Mühlenstraße, soll bis 2016 Wohnraum für beeinträchtige Menschen entstehen

Es war im Jahr 2009 als bei Gewoba-Nord-Vorstand Dietmar Jonscher das Telefon klingelte und sich Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt mit einer Idee an ihn wandte. „Wir haben damals über die Möglichkeit gesprochen, in der Stadt Wohnraum für Beeinträchtigte zu schaffen – nur ein Grundstück gab es damals noch nicht.“ Nun – sechs Jahre später – ist das Projekt reif für die Grundsteinlegung: Gemeinsam mit Vorstandskollegen Steffan Liebscher und Abteilungsleiter Dirk Schmidt gab Jonscher jetzt den Startschuss für den Bau von 26 Wohneinheiten im frisch getauften Schreberweg.

In Zusammenarbeit mit den Mürwiker Werkstätten plant die Wohnungsbaugenossenschaft mit Sitz in Schleswig eine behindertengerechte Wohnanlage. Die Kosten des Projekts sind mit rund 3,5 Millionen veranschlagt. Besonderheit der Anlage, die in direkter Nähe der Schrebergarten-Kolonie an der Mühlenstraße entsteht, ist das gemeinschaftliche Konzept: Große Gemeinschaftsräume sollen viel Platz für Service und Betreuung sowie gesellige Veranstaltungen bieten. Zusätzlich wirbt das Projekt mit einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Angestellte der Mürwiker Werkstätten.

Auch optisch werden die 26 Appartements das Quartier an der Mühlenstraße verändern: Geplant sind vier eingeschossige Wohnblöcke, in deren Mitte sich vorgelagerte Abstellräume und ein kleiner Park befinden. Vor der Anlage sollen zudem 30 Pkw-Stellplätze entstehen. Die Wohnungen selbst werden „modernen, barrierefreien Wohnkomfort für ein selbstständiges Leben in einer großen Gemeinschaft bieten“, wirbt die Gewoba-Nord in einer Mitteilung. Für die Organisation und Verwaltung vor Ort wird in dem Komplex ein Büro der Mürwiker-Werkstätten eingerichtet.

Von Seiten der Stadt Niebüll wurde die Grundsteinlegung trotz der langen Planungsphase mit viel Lob bedacht: „Hier im Schreberweg beginnt heute mit dem Bau von 26 Wohneinheiten ein weiteres wichtiges Signal zum Wohnen für Menschen mit Einschränkungen in unserer inklusiven Stadt Niebüll“, sagte Bernd Neumann (CDU) als stellvertretender Bürgermeister. Der Bau der Wohnanlage sei zugleich „Startschuss“ für die Erreichung eines ersten Ziels der „Vision Niebüll 2020“. Unter diesem Titel hatte die Stadtvertretung im Juli diesen Jahres besondere Ziele und Grundsätze als Grundlagen ihrer politischen Arbeit verabschiedet (wir berichteten). „Ein Ziel ist es, Niebüll als inklusive, familienfreundliche Stadt und Bildungsstandort weiterzuentwickeln“, so Neumann. Ausdrücklich bedankte sich der zweite Bürgermeister auch bei dem Niebüller Kleingartenverein, der für das Projekt ein Teil seiner Vereinsscholle zur Verfügung gestellt hatte.

Neben den offiziellen Gruß- und Dankesworten, die von Gewoba-Nord und Stadt an die versammelten Gäste gerichtet wurden, ergriff eine Anwohnerin spontan das Wort: Auch wenn die ersten Erd- und Gründungsarbeiten auf dem Gelände teilweise zu nassen Anwohner-Kellern geführt hätten, sei sie sehr froh über die wachsende Nachbarschaft und sie wünsche dem Vorhaben alles Gute.

 

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erstellt am 28.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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