Westküstenleitung : Neuer Widerstand gegen mögliche Trasse

Unterschriftenaktion gestartet: Eine Interessengemeinschaft will die Westküstenleitung westlich der B5 verhindern.

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11. Februar 2020, 16:41 Uhr

Uphusum | An diesem Mittwoch wollen sich der Netzbetreiber Tennet und das Umweltministerium in Kiel bei einem Gespräch über die weiteren Planungen für den fünften und letzten Abschnitt der Westküstenleitung von Klixbüll bis zur dänischen Grenze abstimmen. „Solche Treffen finden regelmäßig statt“, wie Tennet-Referent  Peter Hilffert shz.de am Dienstag sagte.

Fixpunkt bisher

Fixpunkt des Abschnitts ist bislang nur das Umspannwerk in Klixbüll, grob festgelegt ist zudem der Übergabepunkt an das dänische Netz, der maximal 150 Meter östlich der B5 auf dem Gebiet der Gemeinde Ellhöft liegen soll.
 

Laut Tennet noch keine Entscheidung getroffen
 

Welcher der drei möglichen Korridore dazwischen es letztendlich sein wird, sei aber nach wie vor nicht entschieden, versichert der Referent für Bürgerbeteiligung. „Wir untersuchen noch“, so Hilffert. Man werde den „Weg des geringsten Widerstands gehen“, erklärt der Tennet-Sprecher, wobei Widerstand nicht gleich Protest, sondern Umwelt- und Siedlungsfragen sowie die Belange von Mensch und Tier bedeutet.

Protest

Apropos Protest: In Uphusum sorgt man sich, dass es der mittlere Korridor sein wird. „Ich sehe die große Gefahr, dass es diese Linie wird“, sagt Bürgermeister Helmut Stender. Ende Januar hatte dazu eine Einwohnerversammlung stattgefunden.

Unterschriftensammlung läuft

„Es hat sich eine Kerngruppe hieraus gebildet, die jetzt eine Unterschriftensammlung gegen die neue, mögliche Variante zwischen Uphusum und Braderup gestartet hat“, berichtet Stender, der zu dieser Kerngruppe gehört, dabei allerdings nicht als Gemeindechef in Erscheinung tritt, sondern als Bürger. Dass das von außen betrachtet schwer zu unterscheiden ist, ist ihm bewusst. „Das kann man nicht so klar trennen“, sagt der Privatmann Stender.

Keine Trasse westlich der B5: Helmut Stender mit dem Info-Zettek, der an alle Haushalte ging. Die Siedlung im Intergrund wäre unmittelbar betroffen.
Hagen Wohlfahrt
Keine Trasse westlich der B5: Helmut Stender mit dem Info-Zettek, der an alle Haushalte ging. Die Siedlung im Intergrund wäre unmittelbar betroffen.
 

Die Interessengemeinschaft (IG) fordert: „Keine Trasse westlich der B5“. Der mittlere Korridor würde sehr nah an Siedlungen in Uphusum, Braderup, Holm und Bosbüll heranreichen, weshalb ausdrücklich auch Bürger in den drei Nachbargemeinden zur Unterschrift aufgerufen werden.

Aufruf geht auch an die Bürger der Nachbarorte

In Uphusum und einigen angrenzenden Bereichen wurden Info-Blätter an die Haushalte verteilt. Auf der Rückseite kann man seinen Protest zum Ausdruck bringen. Wer sich sonst noch an der Aktion beteiligen möchte, könne sich an ihn wenden, so Helmut Stender.

Windrad nein, Strommast ja

Für ihn unverständlich: Windräder sind in seiner Gemeinde tabu, riesige Strommasten dagegen nicht. Doch was Stender am meisten wurmt: Der mittlere Korridor sei bei Tennet immer nur als Option geführt worden und habe inzwischen klammheimlich den gleichen Status wie Korridor 1 im Westen und Korridor 2 im Osten erhalten. Deswegen nennt er ihn neue Variante.

Was Tennet sagt

Stimmt nicht, heißt es bei Tennet. Auch der mittlere Korridor sei im August 2018 vorgestellt worden, sagt Öffentlichkeitsarbeiter Hilffert. Er führt die Unkenntnis auf Mängel beim Kartenmaterial zurück. „Das hätte man übersichtlicher darstellen können“, räumt er ein.

Helmut Stender und seine Mitstreiter von der IG wollen die gesammelten Unterschriften dem Netzbetreiber übergeben und erneut das Gespräch suchen.

Kontakt: Interessengemeinschaft Keine Trasse westlich der B5, Helmut Stender, Ringstraße 23, 25923 Uphusum, Tel. 04663/503, E-Mail: Helmut.stender@outlook.com.

Die Rückgabe der unterschriebenen Bögen muss bis Mittwoch, 19. Februar, erfolgen.

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