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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 20:05 Uhr

Neuer Name mit Heimat-Bezug

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die General-Thomsen-Kaserne trägt seit Sonnabend offiziell den Namen „Südtondern Kaserne“ / Tausende Besucher beim Tag der offenen Tür

shz.de von
erstellt am 16.Jul.2017 | 14:44 Uhr

Die General-Thomsen-Kaserne in Stadum hat nach gut einem halben Jahrhundert einen neuen Namen: Sie heißt jetzt Südtondern Kaserne. „Seit über fünf Jahren haben wir hier keinen Luftwaffenstandort mehr, sondern einen Standort der Aufklärungstruppe“, begründete der Kommandeur des Bataillon Elektronische Kampführung 911, Fregattenkapitän Dr. Kassian Meesenburg, die Umbenennung. Die neue Bezeichnung soll für die rund 800 Soldaten und 300 zivilen Mitarbeiter identitätsstiftend sein.

Ohne große Worte, fast sang- und klanglos, wurde am Sonnabend beim „Tag der offenen Kaserne“ das neue Schild enthüllt. „Unser Verband ist seit mehr als fünf Jahren alleiniger Nutzer der Kaserne und wir fühlen uns in der Region zu Hause. Deshalb müssen wir uns mit dem Kasernennamen identifizieren können“, erklärte der Kommandeur auf Nachfrage. Diese Absicht habe man mit den Bürgermeistern von Stadum, Werner Klingebiel, und Leck, Andreas Deidert, sowie dem Amt Südtondern diskutiert, bevor der Antrag auf den Weg geschickt wurde.

Erst am Donnerstagabend voriger Woche hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Antrag genehmigt. Im Mai 2017 hatte sie angekündigt, Kasernen mit Namen von Wehrmachtssoldaten umbenennen zu lassen. „Ich meine, die Bundeswehr muss nach innen und außen klar signalisieren, dass sie nicht in der Tradition der Wehrmacht steht“, hatte sie gesagt. Der alte Kasernenname in Stadum stand in der Kritik, weil General Hermann von der Lieth-Thomsen aus Flensburg als Mitbegründer der deutschen Luftstreitkräfte gilt und von den Nazis zum General der Flieger ernannt wurde. Am 8. Oktober 1966 hatte die Kaserne des Aufklärungsgeschwaders 52 in feierlichem Rahmen den Namen „General-Thomsen-Kaserne“ erhalten.

Diese Tatsache stand laut Dr. Meesenburg nicht im Vordergrund für die neue Bezeichnung: „Das hat nichts mit der Geringschätzung von General Thomsen zu tun. Sein Bezug zur Luftwaffe ist unseren Soldaten aber fremd. Wir wollen uns solidarisch mit unserer Heimat Südtondern zeigen“. Lecks Bürgermeister und stellvertretender Amtsdirektor Andreas Deidert meinte: „Ich finde den Bezug zu Südtondern hervorragend. Die Soldaten sind hier vernetzt und gut aufgenommen. Der Kasernenname spiegelt die Verbundenheit zur Region wieder“. Stadums Bürgermeister Werner Klingebiel nickte dazu, ebenso der stellvertretende Landrat Jörg F. von Sobbe. Zur Umbenennung sagte SPD-Bundestagsabgeordneter Matthias Ilgen: „Das halte ich für richtig“.

Als Mitglied des Verteidigungsausschusses schaute Matthias Ilgen gern herein bei dem 3. „Tag der offenen Kaserne“. Er zeigte sich begeistert über die Aktion: „Ich habe einen Super-Eindruck gewonnen. Es ist gut, dass sich die Bundeswehr öffnet und sich der Region präsentiert“. Bestes Wetter bescherte dem Veranstalter tausende von Besuchern. Es waren weit mehr Angehörige, Bürger, Neugierige und Interessierte auf das Kasernengelände gekommen als in den Vorjahren. Von einem gut besuchten Feldgottesdienst erzählte Fregattenkapitän Dr. Kassian Meesenburg, der immer wieder zufrieden in die Runde blickte.

Die Fahrzeugschau zog die Blicke auf sich und der Einblick in das mobile Aufklärungssystem wurde gern wahrgenommen. „Bitte einsteigen“ luden das geschützte Transportfahrzeug „Eagle IV“ und das ungeschützte Fahrzeug „Wolf“ zur Geländefahrt ein. Viele Menschen erkundigten sich nach den Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr, das Bundessozialwerk klärte ebenso auf wie die bundeswehreigene Familienbetreuung aus Kiel und Verantwortliche der hoch angesehenen Ausbildungswerkstatt. Was trägt der Soldat im Einsatz? Wie sieht der Tarnanzug eines Scharfschützen aus? All das wurde ausgestellt und viel mehr. Info satt gab es beispielsweise über die Geschichte des Flugplatzes, das betriebliche Gesundheitsmanagement oder über die Einsatzgebiete der deutschen Soldaten wie Afghanistan, Kosovo, Mali oder Irak.

Erstmals hatte die Bundeswehr die DKMS mit ins Boot geholt. Diese gemeinnützige Gesellschaft vermittelt Stammzellenspenden an Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind. Hier rief sie zu einer Stammzellentypisierung auf, an der 93 Personen teilnahmen. Spiele für die Kleinsten, Essen für alle – es war an alles gedacht worden. Wie von selbst und nebenher kamen Uniformierte und Besucher ins Gespräch.

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