Neuer Kalender mit alten Ansichten

Martina Buldt und Frauke Heesch.
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Martina Buldt und Frauke Heesch.

Aus mehr als 2700 Exponaten haben Mitarbeiter des Ladelunder Dorfmuseums historische Bilder ausgewählt, die Monatsblätter für 2014 zieren

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29. November 2013, 17:28 Uhr

Es gibt ihn wieder, den Bildkalender, dessen Monatsblätter „historische Ansichten aus Ladelund“ präsentiert. Das rege Interesse der Dorfbewohner an den 2013 gezeigten Schwarzweiß-Fotos aus der Zeit früherer Generationen bewog die Herstellerfirma „Kalendermanufaktur Verden“, auch für das Jahr 2014 wieder einen nostalgischen Kalender zu produzieren.

Dabei nahm die Kalendermanufaktur erneut die Hilfe des Mitarbeiterteams des Ladelunder Dorfmuseums in Anspruch. Dieses setzte sich im Sommer zusammen, um aus seinen mehr als 2700 Exponaten für den historischen Kalender geeignete Bilder auszuwählen. „Angesichts der Fülle des zu sichtenden Materials war dies eine schwierige und zeitraubende Aufgabe, die wir – Martina Buldt, Frauke Heesch, Elsa-Margarete und Gunnar Friedrichsen, Martin Jochimsen und Johann-Peter Edlefsen – mit Eifer und Geduld in Angriff nahmen“, ließen sich die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter vernehmen.


Gruppenbild mit „Schapptüch“


Ein Vertrieb der fertigen Kalender komme für das Dorfmuseum schon deshalb nicht in Frage, weil dessen Aktivitäten vom 1. November bis zum 30. April ruhen. „Natürlich nutzt die Verbreitung der historischen Ansichten, die aus Gründen des Daten- und Urheberschutzes mindestens 50 Jahre alt oder vom Autor ausdrücklich freigegeben sein müssen, auch uns“, so Martina Buldt. „Wir hoffen nämlich, dass die alten Fotos ihre Betrachter neugierig machen und motivieren, unserem Dorfmuseum einen Besuch abzustatten. Für positive Resonanz sind wir dankbar.“

Leider war es nicht möglich, alle Fotos zu datieren. Das Titelbild des Kalenders 2014 zählt jedoch zu den ältesten. Es wurde im Jahre 1914 aufgenommen und zeigt das Gebäude des einstigen Kaufmannsladens des Christian („Küdde“) Jensen. Wie zur Zeit der Anfänge der privaten Fotografie allgemein üblich, posieren vor dem Haus dessen Bewohner, deren Nachbarn und Kinder im schmucken „Schapptüch“.

Erinnert wird auch an die alte Tankstelle des motorbegeisterten Schlossermeisters Andreas Hansen („Dres Rad“), an den Lehrgang 1925/26 einer Pickelhauben tragenden Abordnung der Ladelunder Feuerwehr und an die Rodung von Heideflächen mit Hilfe einer monströsen Dampfmaschine. Dargestellt werden ferner landwirtschaftliche Arbeiten nach alter Art wie das maschinelle Dreschen während der Roggenernte oder das Melken auf einem Hocker im Freien. Ein beschauliches Foto vom einstigen Schwesternhaus samt stolzer Besitzer von Fahrrädern und eines Pferdegespanns atmet ländliche Idylle.

Wer nach Personen sucht, findet viele von diesen auf Gruppenfotos, zum Beispiel vom Konfirmanden-Jahrgang 1949 mit Pastor Johannes Meyer, von einem Tanzstundenkurs des Jahres 1928 oder von einem gemeinsamen Weihnachtskonzert des Kirchen- und Posaunenchores der St. Petri-Gemeinde Ladelund. Danach befragt, was er denn von dem Kalenderprojekt halte, sagte Bürgermeister Rüdiger Brümmer: „Sehr viel. Es hält die Erinnerung an alte Zeiten, Personen und Ortsbilder wach und zeigt uns und unseren zahlreichen Neubürgern, wie es früher bei uns auf der kargen Geest zuging.“ Käuflich zu erwerben sind die Kalender ab sofort im „Frischemarkt Friedrichsen“ und im Laden der Schlachterei Hansen.


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