Ladelund : Neuer Anlauf für die Anerkennung als ländlicher Zentralort

Diskutierten die Anerkennung als Zentralort: Bürgermeister Rüdiger Brümmer und Landrat Dieter Harrsen.  Foto: ji
Diskutierten die Anerkennung als Zentralort: Bürgermeister Rüdiger Brümmer und Landrat Dieter Harrsen. Foto: ji

Landrat Dieter Harrsen gab Hinweise, wie man das Ziel erreichen kann

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23. Februar 2013, 09:04 Uhr

LADELUND | Ein besonderer Gast: Landrat Dieter Harrsen besuchte die jüngsten Sitzung der Ladelunder Gemeindevertreter.

Zu den Schwerpunktthemen der Zusammenkunft zählte die Beratung und Beschlussfassung über eine erneute Antragstellung auf Ankerkennung der Gemeinde Ladelund als "Ländlicher Zentralort" - ein Ziel, das bereits seit 1974 offiziell angestrebt wird. Bürgermeister Rüdiger Brümmer rief in diesem Zusammenhang einige Leistungen und überörtliche Angebote in Erinnerung, von denen auch die Einwohner der umliegenden Gemeinden profitieren. Neben ihrer Funktion als Versorgungsleister halte Ladelund beispielsweise das Naturbad, die betreute Grundschule Ladelund-Achtrup, die dänische Internatsschule und den auch allen Kindern und Jugendlichen aus den Nachbargemeinden offenstehenden "Jugendtreff Alte Meierei" vor. Des weiteren habe die Gemeinde einen Ganztagskindergarten mit der längsten Öffnungszeit im Kreisgebiet, die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte, einen 15 Sparten umfassenden Sportverein und voraussichtlich demnächst auch einen "Bürgerbus" zu bieten. Zu bedenken sei auch, dass viele Familien der 800 in der "Kastagnette" (Funkabhörstation) Bramstedtlund tätigen Bediensteten regelmäßig in Ladelund einkaufen.

Landrat Harrsen zeigte sich von all dem spürbar beeindruckt, wies aber in aller Deutlichkeit darauf hin: "Der Knackpunkt ist für Sie, dass für das Innenministerium vor allem die Zahl der dem Nahbereich einer Gemeinde zugeordneten Einwohner für die Anerkennung als ,Zentraler Ort ausschlaggebend ist." Diese liege - selbst bei Gewährung eines Bonus für die dünne Besiedlung der Region - bei 4000. Ladelund komme jedoch laut einer Feststellung aus dem Jahre 2009 auf nur rund 2400 anrechenbare Einwohner. "Alles, was man sonst anführt, hilft nicht weiter", so der Landrat. Er schlug vor, in Zusammenarbeit mit dem Amt Südtondern und der Kommunalaufsicht unverzüglich nach Argumenten zu suchen, die eine weit größere als bislang angenommene Anzahl von Menschen belegen, die sich wirtschaftlich und kulturell an Ladelund orientieren. Über das Ergebnis der Recherchen sollte nach Ablauf von vier Wochen im Kreishaus gemeinsam gesprochen werden. Der Vorschlag fand allseits Zustimmung.

Die Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins Ladelund, Heike Prechel, und ihr Stellvertreter Jan-Uwe Thoms baten die Gemeindevertretung, bei der Anschaffung des Bürgerbusses - falls erforderlich - bei der AktivRegion Nord einen Zuschuss zu beantragen. Als Projektträger könne die Kommune eine höhere finanzielle Hilfe als ein Verein erwirken, es sei denn, ein noch im Gespräch befindliches, besonderes Förderprogramm werde realisiert, das dem Verein eine gleich hohe Förderquote ermögliche. Den Antrag als Verein zu stellen, hätte den Vorteil, dass dieser aufgrund seiner unternehmerischen Tätigkeit "vorsteuerabzugsfähig" wäre. Um sich beide Optionen offen zu halten, wurde beschlossen, den Antrag zweigleisig auf den Weg zu bringen.

Zuvor hatte die Gemeindevertretung einstimmig ihre Bereitschaft bekundet, im Bedarfsfall als Vorhabenträger aufzutreten, sofern sichergestellt werde, dass ihr daraus keinerlei finanzielle Verpflichtung erwachse. "Wir garantieren, den Bus nicht eher zu kaufen, als bis seine Finanzierung zuverlässig gewährleistet ist", so Jan-Uwe Thoms.

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