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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 20:56 Uhr

Neue Verordnung verärgert Sportfischer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Obere Lecker Au und Soholmer Au aus der Liste der förderungsfähigen Fließgewässer gestrichen / Ehrungen bei der Hauptversammlung

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 10:43 Uhr

Die Wogen haben sich noch nicht geglättet bei den Sportfischern in Leck: In der neuen Binnenfischereiverordnung (BiFVO) sind die Obere Lecker Au und die Soholmer Au aus der Liste der förderungsfähigen Fließgewässer gestrichen. Mitspracherecht gab es keines, denn: „Der Landessportfischerverband hat geschlafen und uns nicht rechtzeitig darauf hingewiesen“, wetterte Vorsitzender Günter Ullmann auf der Jahreshauptversammlung.

Das Angeln in Schleswig-Holstein wird durch das Fischereigesetz, die BiFVO sowie die Küstenfischereiverordnung, geregelt. Im vorigen Jahr wurde die BiFVO geändert, und dies hat zur Folge, dass die Schonzeit der Salmoniden (Winterlaicher) nunmehr vom 1. Oktober bis zum 28. Februar verlängert wurde, das heißt: Fischfang ist in dieser Zeit verboten.

Zum Schutz der Winterlaicher sind landesweit 39 Fließgewässer aufgenommen, die unter anderem Fischbesatz erhalten. Bis dato auch die Obere Lecker Au und die Soholmer Au. Gegen deren Streichung haben die Sportfischer gemeinsam mit dem Kreisanglerverband NF Beschwerde eingelegt. „Dieser Vorgang ist unbeschreiblich und noch lange nicht endgültig entschieden“, meinte Günter Ullmann und drängt auf ein Gespräch im Ministerium. „Es wird derzeit eine neue Förderkulisse (Fischhorizonte) erarbeitet. Mal sehen, ob wir ab 2018 weiterhin Meerforellenbesatz bekommen oder ob für jedes Jahr ein Extraantrag gestellt werden muss“. Besonders bitter sei den Sportfischern aufgestoßen, hieß es weiter, dass von ihrer Fischereiabgabe unter anderem der Meerforellenbesatz bezahlt, aber im Ministerium darüber entschieden wird, wer für welche Gewässer davon etwas erhält. Im vorigen Jahr, rechnete der Obmann der Gewässerwarte, Fritz Sick, vor, hat der Sportfischerverein Leck und Umgebung in die Obere Lecker Au 1000 einjährige Meerforellen sowie 40  000 Meerforellenbruten eingebracht. In ihrem Vereinsgewässer in Bramstedtlund wurden 120 Kilogramm Laichrotaugen und -rotfedern sowie 1700 Zander eingesetzt.

Sorgen bereitet den Sportfischern ebenfalls die seit Mitte der 90er Jahre immer weniger aufsteigenden Fische (Meerforellen, Lachs). Um dem auf den Grund zu gehen, baten sie die Gemeinde, eine Gewässeruntersuchung zu veranlassen, da die Kläranlage ihr Abwasser direkt in die Lecker Au entsorgt. Das beauftragte Umweltlabor bescheinigte, dass keine Schwermetalle, Schadstoffe oder andere Gifte übermäßig vorhanden sind. Pflanzenschutzmittel als Chemikalien konnten jedoch in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen werden, im Normalbereich lagen die Ergebnisse bei Blei, Kupfer und Schwefel. „Unser Anliegen ist es, langfristig dafür zu sorgen und sich stark zu machen, dass keine Direkteinleitung in die Au mehr erfolgt“, forderte der Vorsitzende. In seinem Rückblick ging er weiterhin auf eine bedauerliche Tatsache ein: Zum 1. Januar 2017 wurde die Arbeitsgemeinschaft der Vereine Bredstedt, Humptrup, Leck, Niebüll und Stedesand nach 60 Jahren aufgelöst, da die satzungsgemäßen Ziele und Aufgaben nicht mehr erreichbar sind.

Sport- und Angelwart Stephan Eggerstedt erinnerte an die vereinsinternen Veranstaltungen und listete die erfolgreichsten Angler auf. Die Königskette gebührte Günter Freund, den größten Fisch, einen 8500 Gramm schweren Karpfen, hatte Jens Didszun an der Angel. Stephan Eggerstedt holt den größten Raubfisch (1300 Gramm schweren Hecht) aus dem Wasser. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Heiner Grimmert, Peter Susat und Hans-Peter Höhnk geehrt. Sie erhielten die goldene Vereinsehrennadel.

Das Zahlenwerk erläuterte Johannes Beckmann: Die Sportfischer haben einen Unterschuss erwirtschaftet, der aber durch Rücklagen aufgefangen werden konnte. Sie mussten einen Mitgliederrückgang von fünf Personen verbuchen. Der Verein zählt nun 80 Sportfischer, davon zehn Jugendliche. Große Freude herrschte über eine Spende vom Bürgerfestverein, die aus Erlösen auf dem Weihnachtsmarkt stammt. 150 Euro sollen für die Jugendarbeit ausgegeben werden.

Einig waren sich die Sportfischer, ihre Mitgliedschaft im Kreis- und Landessportverband zu kündigen. „Das Geld ist besser in Fischbesatz investiert.“

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