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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 06:05 Uhr

Nordfriesland : Neue Mehrheiten sind möglich

vom

Acht Parteien ziehen in den neu gewählten Kreistag von Nordfriesland ein. Grüne und SPD legen am meisten zu. Die Wahlbeteiligung war leicht höher als vor fünf Jahren.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 02:17 Uhr

Nordfriesland | Die CDU bleibt stärkste politische Kraft in Nordfriesland. Sie hat aber ihr Ziel, die absolute Mehrheit im Kreistag zurückzuerobern, klar verpasst. Die SPD hat sich von ihrem historischen Tiefstand erholt und zieht politisch gestärkt in das Gremium ein. Dies gilt auch für die Grünen, die zu den großen Gewinnern der gestrigen Kreiswahl zählen. Wählergemeinschaft Nordfriesland (WG-NF) und SSW konnten sich behaupten, während die FDP Federn lassen musste. Die Linke und die Piraten ziehen mit einem Vertreter in den Kreistag ein - letztere, obwohl sie nicht in allen nordfriesischen Wahlkreisen angetreten waren. Die CDU holte nach der Neuschneidung und Reduzierung der Wahlkreise von 27 auf 23 insgesamt 21 Direktmandate. Bei der Kommunalwahl 2008 waren es noch 25 von 27 gewesen.
Das Jamaika-Bündnis der vergangenen Wahlperiode aus CDU, Grünen und FDP könnte in den nächsten fünf Jahren eine Fortsetzung finden. Allerdings wäre rechnerisch auch eine Mehrheit jenseits der CDU möglich: Nämlich dann, wenn sich die Grünen als Zünglein an der Waage auf die Seite von SPD, SSW und WG-NF schlagen würden. Dieses Trio hatte in der vergangenen Wahlperiode gut zusammengearbeitet und möchte im August auch gemeinsam Landrat Dieter Harrsen erneut zum obersten Verwaltungschef des Kreises NF wählen.

Die Ergebnisse im Detail


Nach einer spannenden Auszählung erreichte die CDU gestern in Nordfriesland insgesamt 27.387 Stimmen. Das entspricht 39,6 Prozent. Bei der Kommunalwahl 2008 lagen die Christdemokraten noch bei 40,5 Prozent.
Die SPD hat offensichtlich ihre Talsohle durchschritten. Mit 16.640 Stimmen und 24,1 Prozent schnitt sie deutlich besser ab als bei ihrer Wahlpleite vor fünf Jahren (21,2 Prozent).
Drittstärkste Kraft ist wiederum die Wählergemeinschaft Nordfriesland. Sie erzielte 7265 Stimmen und 10,5 Prozent (2008: 12,2 Prozent). Damit konnte sich die WG-NF gestern knapp vor den Grünen behaupten, die kräftig aufgeholt haben. Die Grünen legten deutlich zu und kamen auf 6853 Stimmen und 9,9 Prozent (6,6 Prozent).
Gewohnt stark schnitt der Südschleswigsche Wählerverband ab. Der SSW erreichte 6343 Stimmen. Das entspricht 9,2 Prozent (9,1 Prozent). Die Liberalen blieben deutlich hinter ihrem Ergebnis bei der letzten Kreiswahl zurück. Die FDP kam nur noch auf 2539 Stimmen und 3,7 Prozent (5,8 Prozent).
Die Linke schwächelte ebenfalls und erhielt noch 895 Stimmen. Das entspricht 1,3 Prozent gegenüber 4,0 Prozent vor fünf Jahren. Den Piraten gelang gestern mit 1265 Stimmen und 1,8 Prozent auf Anhieb der Einzug in den neuen Kreistag.
In diesen ziehen nur noch 52 Abgeordnete statt bisher 58 ein. In dem Gremium sind nun sogar acht statt bislang sieben politische Gruppierungen vertreten. Die CDU hat 21 Sitze, die SPD zwölf, die WG-NF fünf, die Grünen fünf, der SSW fünf die FDP zwei sowie die Piraten und die Linke jeweils einen Sitz.
Entgegen dem allgemeinen Trend ist die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2013 in Nordfriesland sogar leicht gestiegen. 51,2 Prozent der 137 682 Wahlberechtigten beteiligten sich bei diesem Urnengang. Vor fünf Jahren waren es lediglich 50,6 Prozent.
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